07.02.2007 · Im Kampf um eine Fortsetzung der ärztlich kontrollierten Heroinvergabe hat die Frankfurter Gesundheitsdezernentin Rottmann Verstärkung bekommen. Wird diese Option ohne überzeugende Gründe wieder gestrichen, sind Rückfälle nicht zu vermeiden. - Kommentar von Brigitte Roth.
Von Brigitte RothIn ihrem Kampf um eine Fortsetzung der ärztlich kontrollierten Heroinvergabe hat die Frankfurter Gesundheitsdezernentin Manuela Rottmann (Die Grünen) Verstärkung bekommen. Denn auch die anderen Teilnehmer am Bundesmodellprojekt wollen nicht tatenlos zusehen, wie einer Behandlung politisch ein Ende gesetzt wird, die sich als erfolgreich erwiesen hat. So haben Frankfurt, Bonn, Hannover, Karlsruhe, Köln, München und Hamburg gestern in Frankfurt Einigkeit demonstriert, um ihrer Forderung auf Bundesebene mehr Nachdruck zu verleihen.
Diese Geschlossenheit lässt hoffen - im Sinne der 370 Patienten, die als Teilnehmer der Heroinstudie in Deutschland nur noch bis Ende Juni Diamorphin erhalten sollen, aber auch im Sinne der Bürger. Denn die seit 2002 laufende wissenschaftliche Studie hat gezeigt, dass die Kriminalität in dieser Gruppe deutlich zurückgeht. Das muss im Interesse aller sein, denen die öffentliche Sicherheit ein Anliegen ist.
Ein zusätzliches Behandlungsangebot
Drogenpolitische Grabenkämpfe gehören in Frankfurt längst der Vergangenheit an, fraktionsübergreifend ziehen hier inzwischen alle an einem Strang. Frankfurt sollte da Vorbild sein. Denn je differenzierter das Hilfsangebot gestaltet ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass jeder Süchtige das für ihn Passende findet, um sein Leben ändern zu können. Das kann für den einen die Selbsthilfe, für den nächsten eine stationäre Therapie, für wieder andere Methadon oder eben auch Heroin sein. Natürlich steht dabei der Wunsch an erster Stelle, ein Abhängiger möge dem Drogensumpf entrinnen.
Keiner der am Modellversuch beteiligten Städte geht es denn auch darum, künftig mit vollen Händen Heroin unter Junkies zu verteilen. Ziel der gemeinsamen Resolution wie auch des Werbens um eine Bundesratsinitiative ist allein ein zusätzliches Behandlungsangebot für jene, die mit keinem anderen Mittel von der Straße gelockt werden können.
Wird diese Option ohne überzeugende Gründe wieder gestrichen, sind Rückfälle nicht zu vermeiden. Das sollten sich die politisch Verantwortlichen vor Augen führen. Es könnte auch ihre Tochter oder ihr Sohn dabei sein. Und letztlich wären für das Heroinprojekt Millionenbeträge an Steuergeldern sinnlos ausgegeben worden.