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Kommentar Das war 2012

Sollte man aus dem Stand die wichtigsten Ereignisse des Jahres 2012 in Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet aufzählen, man wäre wohl überfordert.

Sollte man aus dem Stand die wichtigsten Ereignisse des Jahres 2012 in Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet aufzählen, man wäre wohl überfordert. Zu nah sind wir Zeitgenossen an den Geschehnissen, als dass sie - wie beim Blick aus einem Fenster im rasenden ICE - deutliche Konturen annähmen. Und dennoch ist 2012 ein Jahr, das in die Annalen eingehen wird.

Peter Lückemeier Folgen:  

Das herausragende Ereignis in Frankfurt war die Wahl des neuen Stadtoberhauptes. Der Sozialdemokrat Peter Feldmann, der Außenseiter, traf mit seinem Wahlkampf einen Nerv und deklassierte den vermeintlichen Favoriten Boris Rhein. Obwohl ihm die Hessische Gemeindeordnung keine Macht zubilligt, und Frankfurt von einer schwarz-grünen Koalition regiert wird, hat das Amt des ersten Mannes doch starkes Gewicht. Zumal, wenn er wie Feldmann bisher keine Fehler macht. Er ist also im doppelten Sinne die Überraschung des Jahres.

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Unglaublich, welche Hoffnungsbefeuerung von einem solchen Wahlsieg ausgeht: Die SPD im ganzen Lande hat nach Jahren der Dürre sich an diesem Coup aufgerichtet und fühlt neue Kraft. Was sogar durch die Demoskopie bestätigt wird: Für die Hessen-Wahl im Neuen Jahr sagt sie derzeit eine rot-grün-rote Mehrheit voraus. Spitzenkandidat Schäfer-Gümbel will eine Beteiligung der Links-Partei nicht ausschließen. Das ist gut, da weiß man doch, was man zu befürchten hat. Immerhin ist der Sozialdemokrat so ehrlich zuzugeben, dass auch eine linke Landesregierung keine Möglichkeit hat, das Nachtflugverbot auszuweiten - so viel Offenheit tut gleichfalls gut. Auf eines der Hauptthemen des Jahres - den unerträglichen Fluglärm in Teilen des Rhein-Main-Gebiets - hat die Politik noch keine Antwort gefunden. Wahrscheinlich gibt es auch keine.

Noch vieles ist geschehen. Die Eintracht. Das Städel. Der Euro. Zwei neue hessische Minister. Steigende Mieten. Die Landes-FDP in Angst. In Darmstadt noch ein grüner Oberbürgermeister. Occupy. Keine Petra Roth mehr. Und im Osten Frankfurts reckt sich der Bau der EZB in den Himmel. Es geht weiter.

Quelle: F.A.Z.

 
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Veröffentlicht: 30.12.2012, 23:21 Uhr

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Von Peter Lückemeier

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