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Kommentar Das Tauziehen beginnt

 ·  Es scheint nur noch ein Name zu fehlen. Alles andere haben die Deutsche Börse und ihr Pendant an der New Yorker Wall Street bei ihrer Fusion scheinbar schon geregelt. Tatsächlich aber geht hinter den Kulissen das Tauziehen erst richtig los.

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Es scheint nur noch ein Name zu fehlen. Alles andere haben die Deutsche Börse und ihr Pendant an der New Yorker Wall Street bei ihrer Fusion scheinbar schon geregelt. Tatsächlich aber geht hinter den Kulissen mit den bisher gefassten Beschlüssen das Tauziehen auf beiden Seiten des Atlantik erst richtig los.

Wo welche Abteilungen sitzen, wo und wie viele Stellen abgebaut werden und nicht zuletzt wo der Konzern Steuern zahlen wird, das alles wird in den nächsten Monaten hart verhandelt werden. Und nicht nur in Frankfurt und New York wird am Tau gezogen werden. Die Holding, unter deren Dach sich die beiden Konzerne vereinen, sitzt in Amsterdam. In Luxemburg, Paris, London und wo der Großkonzern noch überall Börsen und anderes betreibt, wird man für Erhalt oder Stärkung des eigenen Standorts ebenfalls kämpfen.

Nicht nur Filiale eines Weltkonzerns

Dass die Deutsche Börse mit 60 Prozent die Mehrheit an dem neuen Unternehmen hält, erweckt den Eindruck sie sei die Stärkere im Bunde. Aber Frankfurt macht das noch nicht zum Sieger. Denn wie Frankfurterisch ist die Börse noch? Gerade einmal 17 Prozent der Anteilseigner sitzen noch in Deutschland, schon heute gehört das Unternehmen zu 41 Prozent Amerikanern. Börsenchef Reto Francioni ist bislang nicht eben als Freund Frankfurts aufgefallen. Und im Aufsichtsrat sitzt ebenfalls kaum jemand, den man als Fürsprecher des Finanzplatzes sehen würde.

Am Frankfurter Ende des Taus bleiben vor allem Börsenminister Dieter Posch und die Betriebsräte, die zusammen mit der Belegschaft Druck ausüben könnten. Auch dem Börsenrat, dem neben Lutz Raettig auch Friedrich von Metzler angehört, und der wesentlichen Veränderungen rund um die Frankfurter Wertpapierbörse zustimmen muss, kann hier noch Gewicht zukommen.

Jede Stimme für den Erhalt möglichst großer Teile des Unternehmens in Frankfurt ist gefragt. Denn so sinnvoll der Zusammenschluss auch ist, damit sich die beiden Grandes Dames der Börsenwelt im härter werdenden Wettbewerb behaupten können, so wichtig ist es doch für Frankfurt, dass sein Börsenplatz nicht auf längere Sicht nur noch Filiale eines Weltkonzerns ist.

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Jahrgang 1982, Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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