07.01.2013 · Dass die Arminia in Frankfurt den Dachverband der Burschenschaften verlässt, ist lobenswert. Denn der Verband ist nicht willens oder in der Lage, dem braunen Spuk in manchen seiner Mitgliedsbünde Einhalt zu gebieten.
Von Sascha ZoskeRichtlinien für Lesermeinungen
Die FAZ.NET-Redaktion bietet allen registrierten und eingeloggten Nutzern die Möglichkeit, sich mit den aktuellen Beiträgen auf FAZ.NET konstruktiv und kritisch auseinanderzusetzen und eigene Leser-Kommentare zu veröffentlichen. Für jede Meinungsäußerung stehen 1000 Zeichen zur Verfügung. Voraussetzung für eine Veröffentlichung ist, dass die Verfasser und Verfasserinnen ihren wirklichen Namen nennen, d.h. in ihrer FAZ.NET-Registrierung den korrekten Vor- und Nachnamen eingetragen haben. Im Falle der Veröffentlichung des Leser-Kommentars weisen wir am Beitrag sowohl den Klarnamen als auch den Nickname des Lesers aus. Unter Pseudonym oder anonym verfasste Texte können nicht berücksichtigt werden.
Veröffentlicht werden nur Beiträge, die auf den jeweiligen Artikel und sein Thema seriös und sachbezogen eingehen. Links- und rechtsradikale, pornographische, rassistische, beleidigende, verleumderische sowie ruf- und geschäftsschädigende Inhalte können nicht berücksichtigt werden, ebenso wenig sachlich falsche oder in angemessener Zeit nicht nachprüfbare Behauptungen. Links sind in den Leser-Kommentaren von FAZ.NET nicht gestattet. Die Redaktion behält sich vor Leser-Kommentare zu kürzen oder zu modifizieren. Jeder verfasste Beitrag wird von der Redaktion geprüft und schnellstmöglich veröffentlicht, sofern er diesen Richtlinien für FAZ.NET-Lesermeinungen nicht zuwiderläuft. Nutzern, die wiederholt versuchen, den Richtlinien nicht entsprechende Beiträge zu veröffentlichen, kann die Registrierung entzogen werden.
Für veröffentlichte Meinungsbeiträge gewähren Sie uns das unentgeltliche, zeitlich und örtlich unbegrenzte und nicht ausschließliche Recht, diese Aussagen ganz oder teilweise zu nutzen, zu vervielfältigen, zu modifizieren, anzupassen, zu veröffentlichen, zu übersetzen, zu bearbeiten, zu verbreiten, aufzuführen und darzustellen, Dritten einfache Nutzungsrechte an diesen Aussagen einzuräumen sowie die Aussagen in andere Werke und/oder Medien zu übernehmen.
Wir möchten Sie ausdrücklich darauf hinweisen, dass der gesamte Auftritt von FAZ.NET von verschiedenen Suchmaschinen intensiv ausgewertet wird und die Inhalte dort auch gelistet werden. Das schließt die Leser-Kommentare automatisch ein, so dass diese auch über FAZ.NET hinaus im Internet jederzeit recherchierbar sind.
Haben Sie, Herr Schwoerer, den Artikel gelesen?
Im Artikel stand, dass eine Burschenschaft über
"Befreiung" schreibt - nicht alle Burschenschaften. Es mag
eventuell noch andere geben, die dies tun, aber Sie verallgemeinern als
hätten Sie ALLE Internetseiten ALLER Burschenschaften gesichtet.
Ariernachweis-das Wort kam aus den Medien und es wurde nirgends ein
Antrag mit diesem Wort gestellt.
Der Antrag, dessen Inhalt unsäglich ist, wurde jedoch nicht einmal
verhandelt - also wie kommen Sie darauf, dass so etwas verlangt wird?
Meines Wissens ist Herr Au noch immer Mitglied seiner Burschenschaft,
also wo wurde er "geschasst"?
Sie schreiben, dass die Handlung zählt und nicht die Historie-sehr
richtig! Legen Sie diese Maßstäbe doch bei ihren
Aufzählungen an!
Sie verallgemeinen nach dem Motto: "Ich kenne einen, ich kenne alle!"
Sie kennen einen doofen Politiker einer Partei aus einem Ortsverband,
also sind alle Mitglieder des Ortsverbandes, des Kreisverbandes und
sogar der ganzen Partei so doof wie das ihnen bekannte Mitglied.
Burschenschaft ht demokratische DNA
Die Vermeidung von unnötigen Anglizismen ist nun wirklich kein
Indiz für eine extremistische, antidemokratische Haltung.
Unerwähnt bleibt in dem Artikel leider, dass momentan eine Kampagne
der Linken gegen die Burschenschaft läuft, mit der eine missliebige
nationalliberale/-konservative Gruppe sozial zerstört werden soll.
Ergänzend sei außerdem gesagt, dass die Burschenschaft eine
200-jährigen (basis)demokratische Tradition im Rücken hat. Die
Burschenschaften waren die ersten, die für bürgerliche Rechte
wie Presse- und Redefreiheit eintraten und sie stellten mit rund einem
Drittel die Abgeordneten der Frankfurter Nationalversammlung von
1848/49. Die Bundesrepublik Deutschland trägt nicht durch Zufall
die Farben der Urburschenschaft: schwarz-rot-gold und nicht
zufällig ist unsere Nationalhymne von einem Burschenschafter
getextet worden.
Burschenschaft ist demokratisch
Verbesserung zu meinem vorherigen Beitrag
"Der Begriff des „Ariernachweis“ wurde von Spiegel
online in die Welt gesetzt und ist dezidiert polemisch, da das deutsche
Staatsbürgerschaftsrecht bis 2001 eben einen solchen
Abstammungsbegriff zu Grunde legte."
Diesen Satz habe ich missverständlich formuliert. Ich wollte/will
nicht das bis 2001 geltende Abstammungsrecht in der BRD mit dem
historischen Arierparagraphen vergleichen bzw. gleichsetzen.
Da diese eben nicht vergleichbar sind, gerade deshalb halte ich den von
"Spon" gewählten Begriff des "Ariernachweises"
für polemisch und bewusst gewählt, um Burschenschaften in ein
braunes Licht zu rücken.
Burschenschaft hat demokratische DNA
Der Begriff des „Ariernachweis“ wurde von Spiegel online in
die Welt gesetzt und ist dezidiert polemisch, da das deutsche
Staatsbürgerschaftsrecht bis 2001 eben einen solchen
Abstammungsbegriff zu Grunde legte. Im Bundesvertriebenengesetz wird der
Abstammungsbegriff zudem noch heute angewendet. Da der entsprechende
Antrag auch auf „Körpermorphologie“ etc. abzielte,
wurde er von der Mehrzahl der Burschenschaften abgelehnt.
Der Begriff der "Befreiung" ist unvollständig, wenn nicht
zugleich die Rede von den Bombentoten, den Vertriebenen,
Kriegsgefangenen, Vergewaltigungsopfern und Zwangsarbeitern ist. Wenn
Burschenschaften darauf hinweisen, dann engagieren sie sich gegen die
von Ihnen kritisierte "Einseitigkeit".
Nationen sind historisch gewachsen und somit per se auch
Schicksalsgemeinschaften. Sie und ich erleben ja auch die derzeitige
Eurorettung und deren Folgen für ihr und mein Portemonnaie als eine
Schicksalsgemeinschaft.
Haben Sie den Artikel wirklich gelesen?
Es geht nicht um die Ablehnung von Anglizismen.
Es geht darum, dass -- zum Beispiel -- der Terminus
"Befreiung" von den Burschenschaften als einseitig bezeichnet
wird. Klar, einseitig: genauso wie "Niederlage" oder
"Zusammenbruch" einseitige Begriffe sind, denn sie schliessen
nicht alle Betroffenen ein. Aber den Burschenschaftlern geht ja nicht
wirklich um einseitig/allumfassend, oder? Es geht eher darum, die
völkische Schicksalsgemeinschaft verbal wiederherzustellen.
Dann die Diffamierung Bonhoeffers. Was können Sie dazu sagen?
Mag sein, dass die Burschenschaften demokratische DNA haben. Trotzdem
sind manche reaktionär, oder sogar rassistisch. Oder wie finden
Sie es, wenn Ariernachweise verlangt werden? Wenn
chinesischstämmige Mitglieder geschasst werden? Kommen Sie mir dann
bitte nicht mit 1848. Die Handlung zählt, nicht die Historie.