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Kommentar Bildung braucht Planung

 ·  Wer ist schuld am Lehrermangel in den meisten westdeutschen Ländern? Schüler und Eltern sind es nicht, die Pädagogen, die im Job sind, schon gar nicht, bleiben nur die Politiker. Im Teilaspekt Personalplanung hat die Bildungspolitik in den zurückliegenden Jahren offenbar schwere Fehler gemacht.

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Wer ist schuld am Lehrermangel in den meisten westdeutschen Ländern? Schüler und Eltern sind es nicht, die Pädagogen, die im Job sind, schon gar nicht, bleiben nur die Politiker. So unwohl man sich heute dabei fühlt, eine Berufsgruppe pauschal zu schelten, die Verantwortung in der Gesellschaft übernimmt, so deutlich muss man es trotzdem sagen: Im Teilaspekt Personalplanung hat die Bildungspolitik in den zurückliegenden Jahren offenbar schwere Fehler gemacht. Sie hat den Bedarf entweder nicht richtig berechnet oder aus den Berechnungen nicht die richtigen Schlüsse gezogen, nicht intensiv genug um Nachwuchs geworben. Dass das nicht nur in Hessen so war, ist kein Trost.

Junge Menschen, die heute nach dem Abitur den Wunsch hegen, ein Lehramtsstudium aufzunehmen, haben zwar die Möglichkeit, sich schlau zu machen über ihre späteren Chancen. Die hängen auch mit den Fächerkombinationen zusammen, die an den Schulen besonders gefragt sind. Die Studenten können die Studienberatung in Anspruch nehmen oder beim Kultusministerium nachfragen. Die meisten von ihnen wissen wahrscheinlich ohnehin, dass Mathematik- und Physiklehrer seit Jahren besonders begehrt sind und auch in Zukunft sein werden, dennoch belegen sie mehrheitlich andere Fächer. Es ist im Grunde auch nicht falsch, dass es ihnen frei steht, für welches Fach sie sich entscheiden.

Neuerung der Lehrerbildung

Umso wichtiger wäre es jedoch, den Studenten auch während ihres Studiums ein Beratungsangebot zu machen, wenn sie womöglich ihren Berufswunsch überprüfen oder einen Fachwechsel ins Auge fassen. Doch hier birgt der Umstand, dass Universitäten und Schulen wenig miteinander zu tun haben und unterschiedlichen Ministerien unterstehen, obwohl beide Ausbildungsstätten für angehende Lehrer sind, gravierende Nachteile.

Darüber nachzudenken, wie schon früh im Studium Mechanismen greifen, die Neigungen der Studenten und den Bedarf an Lehrern zusammenbringen, ist Teil der Überlegungen zur Neuerung der Lehrerbildung. Womöglich lässt sich in der umstrittenen und in Hessen noch nicht vollzogenen Umstellung auf das Bachelor- und Master-System noch ein Pflock einschlagen.

Nicht mehr zu korrigieren sind Fehler wie der, dass Lehrern ermöglicht wurde, sich ohne Abschläge frühpensionieren zu lassen – als das in Hessen im Jahr 2000 letztmals möglich war, gingen fast 1.800 Pädagogen, noch heute wirkt das nach. Umso mehr Grund haben alle an der Gestaltung und Verwaltung des Schulsystems Beteiligten, vieles anders zu machen, als es in der Vergangenheit getan wurde.

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Jahrgang 1962, Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung, verantwortlich für den Rhein-Main-Teil der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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