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Kommentar Auf gute Genesung

 ·  Der Hochtaunuskreis beschreitet Neuland und das in einer Zeit, in der sich die Grundsatzfrage nach dem Überleben von Kliniken in kommunaler Trägerschaft stellt.

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So mancher hat bei der Grundsteinlegung für das Usinger Krankenhaus kalte Füße bekommen. Das lag weniger an den Millionensummen, die dort und in Bad Homburg in einem bisher einzigartigen Projekt öffentlich-privater Partnerschaft in Beton gegossen werden, als an den Minustemperaturen.

Der Hochtaunuskreis beschreitet Neuland und das in einer Zeit, in der sich die Grundsatzfrage nach dem Überleben von Kliniken in kommunaler Trägerschaft stellt. Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) sah sich gezwungen, die Initiative zu ergreifen und die politisch Verantwortlichen am Montag in die Landeshauptstadt zu rufen. Dort hat er ein Konzept für "strukturelle Änderungen" und mehr Zusammenarbeit angekündigt. Das Beispiel der Wiesbadener Horst-Schmidt-Kliniken, die gerade über den Einstieg eines privaten Betreibers verhandeln, stand dabei allen frisch vor Augen.

Kostenerstattungen hinter Inflationsrate

Welche Chance haben die defizitären Kliniken in Bad Homburg und Usingen? Wenn alles gutgeht, haben sie sich bis 2014 zu den modernsten Häusern der Region entwickelt, deren Verwaltung die medizinischen Abläufe befördert und nicht behindert. Der PPP-Vertrag soll zudem ein Vierteljahrhundert lang einen kalkulierbaren Rahmen für den technischen Betrieb liefern, bei allem Risiko, das gerade ein so komplexes Gebilde wie ein Krankenhaus darstellt.

Auf der medizinischen Seite müssen die Kliniken mit Kostenerstattungen auskommen, die hinter der Inflationsrate zurückbleiben. Die vielen neuen Chefärzte haben eine doppelte Funktion: Als Spezialisten sind sie besonders in schweren Fällen gefragt, die besser vergütet werden. Zugleich fördern Kapazitäten auf dem jeweiligen Fachgebiet den Ruf der Kliniken.

Der Patient Hochtaunuskliniken ist noch nicht gesund, doch er scheint auf dem Weg der Besserung. Bei nüchterner Kalkulation könnte sich der Kreis ein zweites Krankenhaus in Usingen nicht leisten. Aber das gilt für die Tiefgarage im Landratsamt, die fast 700.000 Euro Zuschuss kostet, auch. Aufgabe der Politik ist es, Prioritäten zu setzen. Kurze Wege bei medizinischen Notfällen im Usinger Land stehen zu Recht weit vorn.

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Jahrgang 1964, Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Hochtaunuskreis.

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