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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Kommentar Atemberaubende Ferien

Mancher Arbeitnehmer hat einen beträchtlichen Teil seines Jahresurlaubs aufgebraucht, da hat 2013 noch gar nicht richtig angefangen. Das alles passt nicht in eine Zeit, in der immer mehr Elternpaare berufstätig sind.

Ja, ist denn schon Sommer, werden sich viele hessische Eltern vor Weihnachten gefragt haben, als sie die Betreuung ihrer Sprösslinge für die gut dreiwöchigen Ferien planen mussten. Mancher Arbeitnehmer hat einen beträchtlichen Teil seines Jahresurlaubs aufgebraucht, da hat 2013 noch gar nicht richtig angefangen. Und wer Skifahren nicht zu seinen liebsten Freizeitbeschäftigungen zählt oder sich einen Urlaub in den Alpen nicht leisten kann, der dürfte das zudem noch als pure Verschwendung empfunden haben.

Beamte im Kultusministerium und Vertreter von Lehrergewerkschaften können bestimmt vorrechnen, dass alles seine Ordnung hat. Sie werden auf die 75 Ferientage verweisen, die seit Jahrzehnten gesetzlich vorgeschrieben sind. Falle Weihnachten komplett auf Werktage wie dieses Mal, müsse eben hinten eine Ferienwoche drangehängt werden.

Die atemberaubende Zahl von 75 Tagen muss fairerweise zunächst einmal relativiert werden, denn darunter werden auch zwölf Samstage gerechnet; es bleiben mithin 63 Werktage, an denen die Schulen geschlossen bleiben. Das stimmt allerdings auch nicht ganz, denn die Zahl der Tage, die schulfrei sind, erhöht sich hintenherum doch wieder.

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Da sind zum Beispiel die ominösen Konzeptionstage, an denen die Lehrer zur pädagogischen Beratung unter sich bleiben, natürlich nicht am Wochenende. An vielen Schulen findet an den Tagen vor Ferienbeginn nur ein Stummelunterricht statt, der nach der zweiten oder dritten Stunde endet. Von manchen Schulen ist zudem zu hören, dass Lehrern der außerplanmäßige Einsatz an Wochenenden, etwa bei Schulfesten, durch Freizeitausgleich vergolten wird.

Das alles passt nicht in eine Zeit, in der immer mehr Elternpaare berufstätig sind und viele von ihnen nur träumen können von 30 oder mehr Urlaubstagen. Ganz zu schweigen von der Situation Alleinerziehender, die keinen Hortplatz für ihre Sprösslinge ergattert haben. Das Kultusministerium wäre gut beraten, die inoffiziellen Ferientage zu streichen. Damit ließe sich auch gleich mehr Zeit für den Lernstoff gewinnen, an der es in Zeiten von G8 doch angeblich so sehr mangelt.

Quelle: F.A.Z.

 
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