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Sonntag, 19. Februar 2012
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Kommentar Am Ende, am Anfang

19.11.2008 ·  Der hessische Landtag hat sich aufgelöst. Endlich. Vorhersagen lässt sich, dass der nächste Wahlkampf kurz, aber heftig wird. Doch wer jetzt hohe Wetten auf den Sieg der CDU setzt, sollte vorsichtig sein.

Von Peter Lückemeier
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Aufgelöst: Der lange Weg zum kurzen Ende dürfte in Hessen zu so etwas wie einem kollektiven Seufzer der Erleichterung führen. Jetzt ist erst einmal Schluss mit den Wirren, der Unübersichtlichkeit und den Übertreibungen. Durchatmen. Zeit für einen Neuanfang. Jedenfalls für die Bürger. Die Politiker müssen fortsetzen, was sie die vergangenen acht Monate taten: Dauerlauf bei hohem Tempo. Nur die FDP stand seltsam bewegungslos in der Ecke.

Zu den Vorhersagen, die sich ohne größeres Risiko treffen lassen, zählt die Wahrscheinlichkeit, dass Hessen in absehbarer Zeit nicht mehr so viel bundesweite Aufmerksamkeit auf sich ziehen wird wie im Jahre 2008. Denn die Intensität der Wahrnehmung war ja in den vergangenen Monaten fast wie zu den Zeiten von Hesselbachs und „Blauem Bock“, als die Nation das hessische Idiom zum gefühlten Nationaldialekt machte. Nein, solche überdimensionierte Beachtung ist nun erst einmal vorbei, und das ist auch gut so.

Ohne Selbstfesselung durch Koalitionsaussagen

Was sich sonst noch vorhersagen lässt? Dass der nächste Wahlkampf kurz, aber heftig wird. Dass die Brille des SPD-Spitzenkandidaten, die aussieht, als habe er sie seiner Oma weggenommen, zu seinem Markenzeichen werden wird. Dass die Parteien gut daran tun, den Leuten ihre Weihnachtspause zu lassen. Dass sie noch besser daran täten, unfaire oder überzogene Attacken zu unterlassen – Schäfer-Gümbels gestrige Aussage, „Das System Roland Koch“ habe das Land „zugrunde gerichtet“ deutet freilich nicht darauf hin. Ganz sicher zeichnet sich jetzt auch schon ab, dass sich niemand mehr in die Selbstfesselung eiserner Koalitionsaussagen begeben wird. Was die Regierungsbildung am Ende etwas leichter machen wird. Man wird dann zwar ein wenig gründlicher erklären müssen, warum man nun eine wenige Monate zuvor so regierungsunfähige, ja generell fast verrottete Partei ganz doll lieb hat, aber es wird gehen.

Nicht vorhersehbar bleibt, wie die Neuwahl am 18. Januar 2009 ausgehen wird, ob die Linke es wieder schafft, in den Hessischen Landtag einzuziehen, ob der unbekannte Mann von der SPD Statur und Sichtbarkeit gewinnen und ob FDP und Grüne für ihre Unbeweglichkeit bestraft werden. Doch wer auf bürgerlicher Seite jetzt hohe Wetten auf den Sieg eingeht, der sollte vorsichtig sein: Er kennt ja die Wahlkampfstrategie der CDU noch gar nicht so genau. Vor der vergangenen Wahl jedenfalls lag die Regierungspartei in den Meinungsumfragen so lange vorn, bis sie anfing, Wahlkampf zu treiben. Erst von da an ging’s bergab.

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