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Kommentar Alles für die Fachkraft

Als wichtigster Grund, warum sich Unternehmen immer neue Sozialleistungen ausdenken, wird die Bindung der Arbeitskräfte genannt. In Zeiten, in denen vom Fachkräftemangel geredet wird, müssen sich Arbeitgeber allerlei einfallen lassen.

© dpa Vergrößern Ähnlich wie in der Kinderbetreuung sind es in der Pflege von Angehörigen nach wie vor hauptsächlich Frauen, die die zeitraubenden und häufig auch psychisch belastenden Aufgaben übernehmen

Eine Krabbelstube, eine Kita, ein Schülerhort und nun auch noch Tagespflegeplätze und eine 24-Stunden-Rufbereitschaft für pflegebedürftige Angehörige. Beim Blick auf das Sozial-Portfolio, das die Commerzbank ihren Mitarbeitern bietet, kann langsam der Eindruck entstehen, sie wolle eher der katholischen Kirche als der Deutschen Bank Konkurrenz machen.

Dass ausgerechnet die Commerzbank sich geradezu rührend um ihre Mitarbeiter sorgt, obwohl sie an anderer Stelle Tausende Stellen streicht und seit Jahren kaum noch Gewinne verbuchen kann, ist nur vordergründig ein Widerspruch. Denn allen Sparmaßnahmen und Kürzungsprogrammen zum Trotz ist die Bank darauf angewiesen, dass ihr gute und erfahrene Mitarbeiter nicht von der Fahne gehen.

Bindung der Arbeitskräfte

Es gibt schönere Arbeitsplätze als die Bank, die seit Jahren wankt und von ihrem Vorstand immer wieder auf Einsparpotentiale hin untersucht wird. Wer gut und ehrgeizig genug ist, wird sich nach einem anderen Arbeitgeber umsehen. Doch wenn er sich mit dem Wechsel des Arbeitgebers auch wieder um einen Kinderbetreuungsplatz oder die Pflege seiner Angehörigen kümmern muss, überlegt er es sich vielleicht zweimal.

Als wichtigster Grund, warum sich Unternehmen immer neue Sozialleistungen ausdenken, wird die Bindung der Arbeitskräfte genannt. In Zeiten, in denen allenthalben vom Fachkräftemangel geredet wird, müssen sich Arbeitgeber allerlei einfallen lassen, um gute Mitarbeiter zu halten und neue zu gewinnen. Wie so oft bestimmen Angebot und Nachfrage den Preis. Und der besteht für viele junge Menschen eben nicht mehr nur aus der Höhe des Gehalts. In Bewerbungsgesprächen wird immer öfter nach der Vereinbarkeit von Familie und Beruf gefragt.

Psychisch belastende Aufgaben

Ähnlich wie in der Kinderbetreuung sind es in der Pflege von Angehörigen nach wie vor hauptsächlich Frauen, die die zeitraubenden und häufig auch psychisch belastenden Aufgaben übernehmen. So dienen auch die Hilfsangebote rund um die Altenpflege vor allem dem Zweck, Frauen eine berufliche Karriere zu ermöglichen. Das ist nur gerecht und lindert den Fachkräftemangel.

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Ist es Aufgabe von Unternehmen, das Familienleben ihrer Mitarbeiter zu organisieren? Sicher nicht. Aber wenn beide zusammenarbeiten, lassen sich in der Regel Lösungen finden, die besser zum Arbeitsalltag des Einzelnen passen. Dann schließt die Kita nicht um fünf, dann kann zur Oma eine Aushilfe kommen, wenn kurzfristig eine Besprechung angesetzt wird. Auf diese Weise gewinnen alle Beteiligten.

Quelle: F.A.Z.

 
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