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Veröffentlicht: 11.02.2013, 09:00 Uhr

Klinikum Höchst und Main-Taunus-Kliniken Zwei Kranke sollen zusammen gesund sein

Fusionen von Kliniken liegen in Frankfurt im Trend. Für das Klinikum Höchst sind allerdings nur noch außerhalb der Stadtgrenze passende Partner übrig geblieben. Die große hessische Lösung wäre die letzte Option.

von , Frankfurt
© Fricke, Helmut Vorbote der Fusion: Der Neurologe Thorsten Steiner praktiziert schon in Hofheim und Höchst.

Der Neurologe Thorsten Steiner ist seit Jahresanfang an zwei Krankenhäusern tätig: Er leitet nicht nur die Klinik für Neurologie in Frankfurt-Höchst, sondern ist auch Chefarzt der sogenannten Stroke Unit im neun Kilometer entfernten Hofheim, also der Abteilung, die Schlaganfallpatienten behandelt. Möglich macht dies die mittlerweile siebte Kooperation zwischen dem Klinikum Höchst und den Main-Taunus-Kliniken, die unter dem Vorzeichen einer noch engeren Zusammenarbeit steht. Zuvor hatten die Main-Taunus-Kliniken Uta Meyding-Lamadé vom Frankfurter Nordwestkrankenhaus mit der Leitung beauftragt; der Vertrag war nach fünf Jahren ausgelaufen.

Ingrid Karb Folgen:

Künftig könnten noch mehr Ärzte zwischen dem Klinikum Höchst und den beiden Standorten der Main-Taunus-Kliniken in Hofheim und Bad Soden pendeln. Denn die defizitären kommunalen Krankenhäuser wollen, wie berichtet, fusionieren, falls alle zuständigen Behörden und Gremien dem zustimmen. Entstehen soll ein Großkrankenhaus mit drei Standorten und zunächst mehr als 3600 Mitarbeitern und rund 1500 Betten. Es ist jedoch anzunehmen, dass mittelfristig sowohl die Zahl der Angestellten als auch die der Betten sinken wird. Denn schon jetzt beklagen die beiden kommunalen Krankenhausgesellschaften, dass ihre Betten unter betriebswirtschaftlichen Aspekten nicht hinreichend ausgelastet seien.

Kirchliche Krankenhäuser sind schon verbunden

Mit dem Fusionsplan für ihr Klinikum in Höchst folgt die Stadt Frankfurt einem Trend. Es gehört zu den letzten Einzelkämpfern der 16 Krankenhäuser in Frankfurt. Die Frankfurter SPD hätte denn auch lieber einen Partner in der Stadt gesucht. Allerdings scheint ihr Vorschlag, eine Zusammenarbeit mit den Frankfurter Stiftungskrankenhäusern (zu denen seit Januar Bürgerhospital, Nordwestkrankenhaus, Hospital zum Heiligen Geist und Clementine-Kinderhospital gehören) zu prüfen, nicht erfolgversprechend. Zu sehr sind diese zurzeit mit der Ausgestaltung der eigenen Fusion von vier Krankenhäusern beschäftigt. Und sie pflegen eine andere Unternehmenskultur, wollen den Einfluss der Politik über die städtische Stiftung Hospital zum Heiligen Geist möglichst gering halten.

Die kirchlichen Krankenhäuser sind schon über ihre Ordensgemeinschaften mit Krankenhäusern in Deutschland verbunden, wie das Krankenhaus Sachsenhausen und das Katharinenkrankenhaus in Bornheim. Marien- und Elisabethenkrankenhaus gehören zur Katharina Kasper gGmbH. Die Diakoniekliniken mit Markus-, Bethanien- und Diakonissenkrankenhaus haben sich schon vor längerer Zeit zusammengetan und 2002 den evangelischen Agaplesion-Konzern mitgegründet. Dieser gilt in der Kliniklandschaft als Erfolgsmodell und Vorbild. Die Rotkreuzschwestern haben ihre Frankfurter Kliniken 1992 fusioniert.

Vorstellungen über Verbund kommunaler Krankenhäuser sind noch vage

Letztlich blieben für eine stadtinterne Zusammenarbeit oder sogar Fusion nur die Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik und die Universitätsklinik. Die Unfallklinik liegt am anderen Ende der Stadt. Und die Uniklinik steckt selbst in den roten Zahlen, kämpft mit den Herausforderungen des langwierigen Umbaus und muss zudem medizinische Versorgung mit Forschung und Lehre vereinbaren.

Das Klinikum in den hessenweiten Verbund kommunaler Krankenhäuser einzubringen, der von Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) vorgeschlagen wurde und von dem es bisher nur sehr vage Vorstellungen gibt, scheint Gesundheitsdezernentin Rosemarie Heilig (Die Grünen) als letzte Möglichkeit anzusehen. In einem solchen Verbund hätte die Stadt wenig Mitspracherechte.

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