http://www.faz.net/-gzg-8nhdf
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
F+ Icon
F.A.Z. PLUS
abonnieren

Veröffentlicht: 17.11.2016, 17:02 Uhr

Spätfolgen von Trockenheit Zustand der hessischen Wälder verschlechtert

Der Klimawandel macht dem Wald weiter zu schaffen. Nicht nur wegen der Wetterkapriolen - auch schädliche Käfer und Pilze haben leichteres Spiel.

© dpa Verschlechtert: Die Spätfolgen von Trockenheit und Hitze belasten die Gesundheit der hessischen Wälder

Die Spätfolgen von Trockenheit und Hitze belasten die Gesundheit der hessischen Wälder. Wie aus einem Bericht des Umweltministeriums hervorgeht, machen sich 2016 besonders die Wetterkapriolen aus dem Vorjahr bemerkbar. So hätten die Buchen in der jüngsten Saison besonders viele Bucheckern produziert. Diese sogenannte Mast ist ein natürlicher Vorgang - belastet jedoch die Bäume und führt zu einem lichteren Laub, wie Umwelt-Staatssekretärin Beatrix Tappeser in Wiesbaden erklärte. „Der Zustand unserer Wälder ist aber trotz dieser Einflüsse insgesamt als stabil zu bezeichnen.“

2015 sei deutschlandweit das zweitwärmste Jahr seit Beginn der Statistik 1881 gewesen, sagte Tappeser. Zusammen mit der Trockenheit begünstige dies die Entwicklung des Borkenkäfers, unter dem die Fichten litten.

Die Forstwirtschaft habe zunehmend mit den Folgen des Klimawandels zu kämpfen, sagte Jürgen Willig von HessenForst. Womöglich werde dadurch auch das Absterben von Trieben forciert, unter dem derzeit vor allem die Eschen litten. Auslöser der Krankheit ist ein Pilz.

Mehr zum Thema

Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald bewertete die aktuellen Zahlen deutlich negativer als das Ministerium. „Dem Wald geht es richtig schlecht“, erklärte der Verband. Es sei falsch, die Schuld allein beim Klimawandel zu sehen. Dem Wald setze die übermäßige Wassergewinnung zu, wodurch der Grundwasserspiegel sinke. Dies sei auch der Grund für das flächige Waldsterben im Hessischen Ried.

Die Rhein-Main-Ebene bleibt das Sorgenkind der Forstwirtschaft - auch wenn in diesem Jahr die Gesundheitswerte der Bäume stagnieren. Besonders den Eichen im Alter von 60+ geht es in dieser Region überdurchschnittlich schlecht.

Der Zustand des Waldes wird in Deutschland einheitlich erfasst, in Hessen schauen sich die Experten dafür an knapp 140 Stellen rund 4000 Bäume genau an.

Endlich ein Anfang

Von Hans Riebsamen

Vier Gleise könnten den Bahnverkehr zwischen Frankfurt-West und Friedberg entzerren. Eine positive Nutzen-Kosten-Analyse weckt Hoffnung: Dem Ausbau dürfte aller Wahrscheinlichkeit nach nichts mehr im Wege stehen. Mehr 0

Abonnieren Sie unsere Rhein-Main Newsletter

  • Newsletter auswählen

    Newsletter auswählen

Zur Homepage