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Klaus Peter Kofler im Gespräch : „Gesundes ist nicht immer freudlos“

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Frühaufsteher: Großgastronom Klaus Peter Kofler nimmt immer das erste Flugzeug. Bild: Eilmes, Wolfgang

Klaus Peter Kofler hatte keine Lust auf die elterliche Konditorei. Jetzt bewirtet er die Feinen und Reichen und bekocht die Fußball-WM in Brasilien. Ein Gespräch über verwechselbare Köche, Drogen und die beste Pizza in Frankfurt.

          Herr Kofler, Sie sind gelernter Konditor. Wann haben Sie Ihren letzten Käsekuchen gebacken?

          Oh, das ist schon länger her, bestimmt zwanzig Jahre. Aber an den letzten Baumkuchen erinnere ich mich noch genau. Die Masse wird aus drei verschiedenen Zutaten zusammengerührt

          Baumkuchen ist eine der Spezialitäten der elterlichen Konditorei in Bad Homburg.

          Exakt, dafür haben wir viele Preise bekommen. Und obwohl das Geschäft inzwischen verpachtet ist, verschicken wir zu Weihnachten noch immer Baumkuchen.

          Als was würden Sie sich heute bezeichnen? Als Gastronom, als Eventmanager?

          Ich finde es gibt ein schöneres Wort, nämlich „Entrepeneur“. Wir bewegen uns mit „Kofler & Kompanie“ auf vier Hauptgeschäftsfeldern: Premium-Catering, Gastronomie, Airport Lounges und Sports-Hospitality.

          Das müssen Sie erklären.

          Premium-Catering bedeutet, dass wir Menschen bei Events mit Speisen und Getränken versorgen; und mit dem Ansatz, es ein wenig besser zu machen als alle anderen. Wir sind mit eigenen Niederlassungen in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg und München vertreten und sind in vier von den fünf Städten Marktführer - die Nähe ist für große Kunden wichtig und so bieten wir auch überregionale und nationale Leistungen an. In diesem Zusammenhang betreiben wir auch sehr attraktive Locations wie das Café Schmus im Jüdischen Museum in Berlin oder das K21 in Düsseldorf im Ständehaus mit Kunst der Gegenwart oder hier in Frankfurt das Palais Thurn und Taxis. Unter Gastronomie fallen dann Häuser wie die 2-Sterne Villa Merton in Frankfurt oder die Pardo Bar in Düsseldorf.

          Gastronomie ist ja etwas sehr Wetterwendisches.

          Ja. Und ich habe angesichts der vielen Krisen vom 11. September bis zur internationalen Finanzkrise darüber nachgedacht, wie wir das Unternehmen langfristig in eine gewisse Sicherheit einbetten können. Wir sind zu der Erkenntnis gelangt: Wenn irgendwo noch Geld für Essen und Trinken ausgegeben wird, dann sicherlich bei großen Sportereignissen. Also auf jeden Fall bei Olympischen Spielen und Fußballweltmeisterschaften. Das ist also das vierte Geschäftsfeld, auf dem wir uns tummeln. Und dann hatten wir noch das Glück, in der Finanzkrise 2009 nach und nach alle First und Business Class Airport-Lounges an den deutschen Flughäfen für Emirates Airlines betreiben zu dürfen.

          Wie lange laufen solche Verträge?

          In der Regel zwei Jahre und erfreulicherweise ist unserer bereits verlängert.

          Warum gibt es eigentlich nicht viel mehr vegetarische Restaurants? Immer zahlreichere Vegetarier können einem angesichts der meisten Speisenkarten doch leid tun.

          Das wird kommen. Bislang waren die Forderungen „Das ist gesund“ und „Das schmeckt“ kaum miteinander in Einklang zu bringen. Etwas Gesundes musste fast automatisch etwas Freudloses haben. Da haben wir, glaube ich, in unserem Londoner Café 42 Raw bewiesen, dass Gesundes, nicht über 42 Grad erhitztes Essen lecker sein kann. Wir verwenden dort zum Beispiel kein Weizenmehl, lassen die Nährstoffe ihre volle Wirksamkeit entfalten. Wir werden das demnächst auch in Berlin testen.

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