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Klassikstadt Fechenheim : Voll auf Eisen und Backstein

Am Ziel: Voller Parkplatz in der Klassikstadt Frankfurt Bild: Jakob von Siebenthal

Marc Baumüller hat eine alte Fabrikhalle in Fechenheim in einen Anziehungspunkt für Oldtimer-Fans verwandelt. Inzwischen exportiert der Darmstädter das Klassikstadt-Konzept in andere Städte.

          Wer sich ansehen will, was dabei herauskommt, wenn Marc Baumüller das in die Tat umsetzt, was ihm beim Anblick alter Industriegebäude so einfällt, muss die Klassikstadt in Frankfurt-Fechenheim besuchen. Erste Konzeptideen für die frühere Mayfarth‘sche Landmaschinenfabrik von 1903 entstanden im Kopf des ehemaligen Unternehmensberaters 2005 – nur fünf Jahre später eröffnete die Klassikstadt mit ihren Händlern und Fachwerkstätten für historisch wertvolle Autos. Das Volumen des Projekts soll im unteren zweistelligen Millionenbereich gelegen haben.

          Jochen Remmert

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung, zuständig für Flughafen und Offenbach.

          Die Klassikstadt ist zur festen Größe in der Oldtimer-Szene Deutschlands geworden. Und sie ist ein gefragter Veranstaltungsort für Konferenzen, Feste und Clubtreffen. Baumüller ist inzwischen aus der Geschäftsführung ausgeschieden, Investor aber ist er geblieben.

          Klassische Automobile in historischem Ambiente

          Das Geschäftsmodell, klassische Automobile in einem historischem Ambiente zu präsentieren, verfolgte er in ganz Deutschland weiter. So hatte beispielsweise die Motorwelt Classics vor zwei Jahren Premiere in Berlin, Baumüller plant und konzipiert sie mit seiner Mowo Messe- und Veranstaltungs GmbH. Das Konzept unterscheidet sich Baumüller zufolge insofern von konkurrierenden Angeboten wie der Techno-Classica Essen, als die Berliner Schau auch ein umfassendes Rahmenprogramm mit Musik und Kostümen der Zeiten bietet, aus denen die Oldtimer stammen.

          Anfang Oktober werden dann wieder zirka 150 Aussteller Oldtimer, Youngtimer, klassische Motorräder, Nutzfahrzeuge, Ersatzteile und Zubehör sowie Modellautos und Retro-Spielzeug für Sammler anbieten. Außerdem beraten Dienstleister und Clubs über ihre Angebote rund um die alten Eisen.

          „Kultiviertes Gastronomieangebot“

          Für Baumüller gehört unbedingt ein durchgängiges Gestaltungskonzept und ein „kultiviertes Gastronomieangebot“ zum Gesamtbild eines solchen Projekts. Und natürlich, dass es in den historischen Gemäuern stattfindet, in diesem Fall in den Berliner Messebauten aus den Dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts.

          Seine Leidenschaft für Backsteinmauern mit ungewöhnlicher Geschichte bestimmt das Domizil der Klassikprojekt GmbH in Darmstadt: Es befindet sich in einer umgebauten Kavalleriestallung am Donnersbergring. Im großzügigen Loft zwischen verzierten alten Gusssäulen und Steinwänden, an denen noch die Ringe für die Zügel der Pferde zu sehen sind, entwickelt Baumüller immer neue Varianten seiner Grundidee, eine Schau für schönes altes Blech mit großen alten Funktionsbauten und einen Veranstaltungskonzept zu verheiraten.

          Klassiker nicht leicht aufzutreiben

          Doch die Idee birgt auch eine unweigerlich wachsende Hürde: Automobile Klassiker sind schon nicht ganz leicht aufzutreiben, aber man kommt immer irgendwie an sie heran. Mit großen alten Hallen und Industriebauten, die erst die besondere Atmosphäre schaffen, sieht das schon anders aus, sie werden zunehmend rar.

          Es war deshalb nicht leicht, einen passenden Ort zu finden für das „Mazda Classic Automobilmuseum Frey“, das im Frühsommer dieses Jahres in Augsburg eröffnet hat. Auftraggeber war diesmal der Mazda-Importeur und Vertragshändler Frey aus Augsburg. Die Kombination aus klassischen Fahrzeugen und alten Mauern war feste Vorgabe. Denn wieder sollen dort Feste gefeiert und Tagungen veranstaltet werden – alles im besonderen Ambiente, wie man es schon aus der Frankfurter Klassikstadt kennt. In Augsburg fand sich schließlich in einem denkmalgeschützten Straßenbahndepot der richtige Ort für das erste Mazda Museum außerhalb Japans. Dort ist nun die Entwicklung der Fahrzeuge des 1920 in Hiroshima gegründeten Herstellers zu sehen, der unter anderen den Kreiskolbenmotor des deutschen Erfinders Felix Wankel noch bis 2002 weiterentwickelt und verbaut hat, als man sich in Deutschland von dieser Technik schon lange verabschiedet hatte – 1977 mit dem Produktionsende des legendären NSURo 80.

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