Ein Subunternehmen, das auf der Baustelle der Europäischen Zentralbank im Frankfurter Ostend tätig ist, steht in der Kritik. Bei dem Unternehmen Polbau beschäftigte Arbeitsmigranten haben sich gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung über ihre Arbeitsbedingungen beschwert.
Ein Mann, der für die polnische Firma im Einsatz ist, sagte, er arbeite länger als erlaubt und werde um einen Teil des Lohns betrogen. „Man bezahlt uns für acht Stunden. Aber wir arbeiten zwölf.“ Außerdem äußerten mehrere Arbeiter, sie müssten 120 Euro im Monat für die Unterkunft in einem Wohnheim zahlen, obwohl sie laut Arbeitnehmer-Entsendegesetz eigentlich frei zu gewähren ist.
Polbau, das auch auf der Baustelle für das Einkaufszentrum Skyline Plaza tätig ist, weist die Vorwürfe zurück. Man habe sich verpflichtet, die Mindestlohnbedingungen einzuhalten, und stelle den Arbeitern kostenfrei eine Unterkunft zur Verfügung. Die EZB erklärte auf Anfrage, die Firma sei gegenüber dem Bauunternehmen Züblin, das Polbau als Subunternehmer unter Vertrag hat, „verpflichtet, alle gesetzlichen Vorschriften einzuhalten, mithin auch solche zur Arbeitszeit“. Bei Züblin heißt es: „Wir können nicht bestätigen, dass Arbeiter der Firma Polbau regelmäßig elf und mehr Stunden auf der Baustelle EZB sind.“