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Südhessen : Kind stirbt an Meningokokken-Infektion

  • Aktualisiert am

Ein Pieks kann auch gegen Meningokokken helfen Bild: dpa

Betrachtet man die nackte Zahlen, ist die Krankheit in Hessen nicht weit verbreitet und leicht auf dem Rückzug. Doch das ist kein Grund für eine Entwarnung. Die Infektion kann tödlich enden. Schutz kann eine Impfung bieten.

          Nach dem Tod eines Kindergartenkindes in Südhessen sind im Landkreis Bergstraße keine weiteren Meningokokken-Infektion aufgetreten. Das Kind, dessen Alter und Geschlecht nicht bekannt sind, stammt aus dem Ort Lindenfels. Es war am Freitagabend an den Folgen der Infektion gestorben.

          Das Gesundheitsamt des Kreises Bergstraße hatte daraufhin alle engen Kontaktpersonen des Kindes ermittelt, beraten und vorbeugende Antibiotika empfohlen. Bis zum Montag waren nach Angaben der Kreisverwaltung keine weiteren Verdachtsfälle in der Gemeinde bekannt geworden. Zwischen Infektion und Ausbruch liegen in der Regel drei bis vier Tage.

          Von Mensch zu Mensch

          Meningokokken werden durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen. Es gibt drei Untergruppen, die häufigste ist Typ B, sie führte auch zum Tod des Kindes. Meningokokken können Hirnhautentzündungen oder Blutvergiftungen auslösen. In der Nasenschleimhaut bleiben die Erreger meist ohne Folgen - problematisch wird es, wenn die Bakterien ins Blut gelangen.

          Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts wurden im vergangenen Jahr 278 Meningokokken-Fälle in Deutschland gemeldet, 18 davon in Hessen. Das waren weniger als die 338 Fälle des Jahres 2016 (20 in Hessen). Damals starben 24 der 338 Infizierten; wie viele Fälle 2017 tödlich verliefen ist noch nicht bekannt. Im langjährigen Durchschnitt verlaufen zwischen fünf und zehn Prozent der Infektionen tödlich.

          Am stärkten gefährdet sind Kinder in den ersten Lebensjahren. Seit 2006 empfiehlt die Ständige Impfkommission eine Impfung gegen Meningokokken-C für alle Kinder im zweiten Lebensjahr. Die Impfung gegen die Serogruppe B wird bislang nur für Risikopersonen oder Kontaktpersonen von Erkrankten empfohlen.

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