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Veröffentlicht: 04.06.2013, 23:23 Uhr

Kapazitätsprobleme trotz Flaute Startbetrieb in Frankfurt bei Westwind eingeschränkt

Trotz der zusätzlichen Landebahn und einer Verkehrsflaute arbeitet der Flughafen Frankfurt derzeit an der Kapazitätsgrenze - zumindest bei Westluft: Die Deutsche Flugsicherung schränkt in diesen Fällen zur Sicherheit den Startbetrieb ein.

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© dpa Am Frankfurter Flughafen war schon einmal mehr los - gleichwohl arbeitet der Airport zumindest bei Westwind an der Kapazitätsgrenze

Der Luftverkehr in Deutschland ist rückläufig. Im vergangenen Jahr schrumpfte die Zahl der Flugbewegungen um 2,2 Prozent auf 2,993 Millionen. Und der Schwund setzt sich fort, wie Klaus-Dieter Scheurle, Vorsitzender der Geschäftsführung der DFS Deutsche Flugsicherung in Langen, wissen ließ. Demnach wurden in den ersten vier Monaten dieses Jahres die Vorjahreswerte um 4,2 Prozent unterschritten. Eigentlich ist das aus Sicht der Airlines und der Flughafenbetreiber unerfreulich. Am Frankfurter Flughafen hat man aber gewissermaßen Glück, dass im Moment eine Flaute im Flugverkehr herrscht, denn der frisch ausgebaute Flughafen operiert bei Westwetterlage trotzdem an der Kapazitätsgrenze, wie die Experten der DFS sagen.

Jochen Remmert Folgen:

Das liegt daran, dass derzeit aus Sicherheitsgründen bei Westwind die Center-Bahn, die nördliche des alten Parallelbahnsystems also, und die Startbahn 18 West nicht mehr parallel und unabhängig voneinander betrieben werden können. Sie dürfen vorerst nur im Reißverschlussverfahren, also im Wechsel, genutzt werden. Denn beim Parallelbetrieb waren Flugzeuge immer wieder auf Kollisionskurs geraten. Die von der Center-Bahn startenden Flugzeuge sollen zwar gleich nach dem Start nach Westen in Richtung Süden abdrehen, dabei haben es Piloten aber nach Auskunft der DFS gewissermaßen öfter einmal übertrieben, so dass es zu gefährlichen Kursabweichungen in Richtung der von der Startbahn West aus geflogenen Route kam.

Gefährliche Annäherungen

Dass die Flugzeuge von der Center-Bahn gleich nach dem Start im Richtung Süden abdrehen müssen, ist wiederum der neuen Nordwestlandebahn geschuldet. Denn dort muss für den Fall von Anflugfehlern oder gefährlichen Windverhältnissen immer ein Durchstarten möglich sein. Das aber kann bei Westbetrieb zu gefährlichen Annäherungen führen, wenn nämlich Flugzeuge von der Center-Bahn starten, ohne umgehend in der sogenannten Südumfliegung nach Süden abzudrehen. Die ist deshalb Pflicht bei Westwetterlage.

Durch die nun für den Westbetrieb dem Flughafen auferlegten Beschränkungen ist mit den derzeitigen 96 Flugbewegungen in der Stunde auch schon die maximale Auslastung erreicht. Die mit dem Ausbau anvisierte Zahl von 126 Starts und Landungen in der Stunde ist den DFS-Experten zufolge derzeit so keinesfalls zu schaffen. Die Flugsicherung will nun die Piloten mit den speziellen Anforderungen am Frankfurter Flughafen bei Westbetrieb besser vertraut machen, beispielsweise mit Unterrichtsfilmen. Erst wenn diese Nachschulung abgeschlossen ist, soll auch wieder der ursprünglich geplante Parallelbetrieb der beiden Bahnen für Starts bei Westbetrieb erlaubt werden.

Zahlen hinter Prognosen zurück

Das Jahr mit dem größten Flugaufkommen war Scheurle zufolge 2008 mit 3,15 Millionen Flügen, worunter nicht nur die Flüge mit Starts und Landungen in Deutschland zählen, sondern auch die Flüge, die lediglich den deutschen Luftraum durchqueren. Weil auch diese Flüge der Dienstleistung der DFS bedürfen, verdient die GmbH, die vor 20 Jahren aus der Bundesanstalt für Flugsicherung hervorgegangen ist, auch daran.

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Wenn die tatsächlichen Zahlen allerdings hinter den Prognosen zurückbleiben, gerät auch die Flugsicherung in die roten Zahlen, weil sich derzeit ihre Entgelte nach den Prognosen berechnen. Scheurle will deshalb künftig die tatsächlichen Kosten als Grundlage für die Gebühren nehmen, die die Airlines zu entrichten haben, wenn sie Dienstleistungen der DFS in Anspruch nehmen. Einmal mehr hob Scheurle hervor, dass nicht nur die Sicherheit und der reibungslose Verlauf des Luftverkehrs zu den Aufgaben der DFS gehören, sondern auch der Schutz der Bevölkerung vor übermäßigem Fluglärm.

Schrei! mich!! nicht!?! an!!!

Von Eva-Maria Magel

Außer Beiträgen in Social Media werden auch E-Mails mit reichlich Interpunktion garniert. Der Einsatz von Frage- und Ausrufungszeichen erhöht sich jährlich um grob geschätzt 1000 Prozent. Mehr 1 2

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