Home
http://www.faz.net/-gzg-6y886
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Ironman Frankfurt Praktische Paketlösung

 ·  Der Ironman Frankfurt hat seine Position mit einem Coup gestärkt: Andreas Raelert, einer der Stars der deutschen Triathlon-Szene, kehrt zurück an den Main. Auch Bruder Michael nimmt Renndirektor Walter unter Vertrag.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (2)

Der Konter sitzt. Genau dreizehn Tage lang haben sich die Macher des Ironman Frankfurt Zeit gelassen, um auf die Ankündigung aus Roth zu reagieren. Denn während sich die etablierten Franken in diesem Jahr mit dem Qualitätsmerkmal schmücken können, Austragungsort für die Ironman-Europameisterschaft der Europäischen Triathlon-Union (ETU) zu sein, wuchern die Hessen mit ihrem eigenen Pfund - nämlich den Star der Szene am Start zu haben. Andreas Raelert, der 2011 in Roth, dem Ursprungsort der deutschen Ironman-Bewegung, über die klassische Langstreckendistanz von 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen in 7:41:33 Stunden eine neue Weltbestzeit aufgestellt hatte, kommt zurück an den Main. Kurios, aber wahr: Sowohl in Roth als auch in Frankfurt schlägt die Stunde der Eisenmänner am 8. Juli.

Der Rostocker Raelert, der bei seinem letzten Start in der Stadt der Bankentürme 2010 souveräner Europameister des privaten Konkurrenzverbandes World Triathlon Corporation (WTC) wurde, kommt nicht alleine nach Frankfurt. Kai Walter, der sogenannte „Managing Director International Operations WTC“ und langjähriger Renndirektor des Frankfurter Rennens, hat auch noch Raelerts Bruder Michael im Paket für diverse Starts mitverpflichtet. In Aktion wird man den zweimaligen Weltmeister über die Halbdistanz bei den Ironman-Veranstaltungen in Wiesbaden und in Regensburg sehen. Um die unter dem Label „Raelert Brothers“ firmierenden Brüder parallel auf der Strecke in Aktion zu erleben, muss man allerdings ein bisschen weiter reisen: Das im vergangenen Jahr ausgefallene Startdebüt auf Hawaii soll in diesem Herbst, genau am 13. Oktober, nachgeholt werden.

Olympiajahr mit lauter Höhepunkten

Die Raelert-Brüder im Portefeuille zu haben macht Walter stolz. „Die beiden garantieren erstklassigen Sport und ein hoffentlich großes Medieninteresse“, sagte der Frankfurter Macher am Dienstag. Dass es am 8. Juli zwischen Langener Waldsee, Wetterau und dem Ziel Römerberg auch spannend zugeht, dafür soll die zweite Personalie sorgen. Walter hat nämlich auch noch Sebastian Kienle von einem Start am Main überzeugen können. „Sebi ist der Senkrechtstarter der Szene“, so Walter. „Andreas und er, das wird ein Leckerbissen für alle Triathlon-Fans.“ Kienle, acht Jahre jünger als der 35-jährige Raelert, ist einer der vielen deutschen Langstreckenspezialisten mit Spitzenpotential. Im Vorjahr, als Raelert die Weltbestzeit auf der traditionell schnellen Rother Strecke geradezu pulverisierte, blieb auch der Karlsruher Physikstudent Kienle im besten Rennen seiner Karriere als Zweiter in 7:57:06 Stunden unter der magischen Achtstundengrenze.

Und doch sind es die Raelerts aus dem hohen Norden, die die Schlagzeilen bestimmen dürften. „Sie bei uns zu haben wertet jede Veranstaltung auf“, sagte Rolf Aldag, der neue „Managing Director Germany“ der WTC. Michael Raelert, der seinen Bruder Andreas wie schon 2010 in Frankfurt betreuen wird, hat mit Aldag und Walter vereinbart, sein Langstreckendebüt am 17. Juni in Regensburg zu geben. Zudem startet der Spezialist auf der halben 70.3-Ironman-Distanz Mitte Mai auf Mallorca.

Triathlon 2012: In der Geschichte dieser immer noch jungen Sportart wartet das Olympiajahr mit lauter Höhepunkten auf. Zwei Europameisterschaftsrennen konkurrierender Verbände finden also an einem Tag statt, am 8. Juli in Frankfurt und in Roth. Obendrein werden die Europameisterschaften über die Halbdistanz ausgetragen, und das ebenfalls in Deutschland - am 10. Juni im Kraichgau (ETU) sowie am 12. August in Wiesbaden (WTC). Dazwischen fällt die Entscheidung über die olympische Kurzstrecke am 7. August in London. Und zum großen Finale dieses wohl außergewöhnlichsten Triathlonjahres gibt es das große Spektakel im Pazifik. Mit den Raelerts, mit Kienle, mit Timo Bracht, mit dem dreimaligen Champion Craig Alexander aus Australien. Und natürlich mit dem Mann, der für das größte Medienecho überhaupt sorgen wird: Lance Armstrong. Der Texaner, sieben Mal Sieger bei der Tour de France, gibt sich auf ungewohntem Terrain die Ehre - eine Attraktion, die dann auch die ausdauerndsten Brüder der Welt in den Schatten stellt.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel

Jahrgang 1961, Sportredakteur.

Jüngste Beiträge

Geben und nehmen

Von Matthias Alexander

Wer immer nach der Landtagswahl im September Finanzminister wird, steht mit Blick auf den kommunalen Finanzausgleich vor einer undankbaren Aufgabe. Schon bis Ende 2015 muss ein neues Modell gefunden sein. Mehr