Die Fortführung des Geschäftsbetriebs ist derzeit das vorrangige Ziel von Werner Schneider, Insolvenzverwalter des Offenbacher Druckmaschinenherstellers Manroland. Ein Sprecher Schneiders sagte, es gebe „im Moment keine Prognose, ob der Manroland-Konzern als Gesamtunternehmen oder in Teilen verkauft“ werden könne. Gegenwärtig sei die Fortführung des Geschäftsbetriebs die Hauptaufgabe. Dies sei durch die Gewährung des Massekredits in Höhe von 55 Millionen Euro möglich geworden.
Der Sprecher betätigte, dass Schneider Gespräche mit Interessenten führe, nannte jedoch keine Namen. Vor Abschluss des vorläufigen Insolvenzverfahrens am 1.Februar wolle man ein Ergebnis vorlegen. Bei der weltweit tätigen Manroland AG sind 6500 Mitarbeiter beschäftigt. Das Werk in Augsburg ist mit 2400 Beschäftigten der größte Standort. In Offenbach arbeiten 1900, in Plauen 700 Personen.
„In Ruhe ein Konzept finden“
Die IG Metall hat sich gegen eine „Zerschlagung“ von Manroland ausgesprochen. Die Erste Bevollmächtigte der IG Metall in Offenbach, Marita Weber, forderte den Insolvenzverwalter auf, für den Erhalt der Aktiengesellschaft an den drei Standorten einzutreten. Schneider solle nicht auf die Ratschläge der Analysten hören, die über die Zerschlagung des Unternehmens spekulierten, schreibt Weber in einer Mitteilung. Es müsse in Ruhe ein Konzept gefunden werden: „Schnellschüsse nutzen niemanden.“
Zudem kritisierte Weber den Manroland-Vorstand. Das Management habe in den vergangenen Jahren Fehler gemacht. Doch weder habe Manroland veraltete Maschinen noch sei das Unternehmen Opfer eines Unterbietungswettbewerbs. Vielmehr hätten die Standorte unter einem branchenübergreifenden Konzept Zukunft. Die IG Metall hatte in der vorigen Woche Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) aufgefordert, einen „Runden Tisch“ der deutschen Druckmaschinenhersteller einzuberufen, um die Branche neu zu ordnen. Mit Manroland, der Heidelberger Druckmaschinen AG und der Firma Koenig & Bauer ist Deutschland der größte Anbieter von Druckmaschinen auf dem Weltmarkt. Doch auch die Konkurrenten leiden unter der Branchenkrise.