http://www.faz.net/-gzg-7564o

Im Gespräch: Stefan Majer, Verkehrsdezernent : „Wir müssen den Kontrolldruck erhöhen“

  • Aktualisiert am

Stadtrad: Stefan Majer will Radler schützen, aber auch in die Pflicht nehmen. Bild: Wresch, Jonas

Sicherheit im Verkehr ist ein Hauptanliegen von Stadtrat Stefan Majer. Pädagogische Appelle an Autofahrer, Radler und Fußgänger reichen nach Ansicht des Grünen-Politikers nicht aus.

          Frankfurt gibt fast drei Millionen Euro für neue Blitzanlagen aus. Ist das nötig?

          Ja. Wir müssen für Rotlicht-Fahrer das Risiko, erwischt zu werden, merklich erhöhen.

          Sind Autofahrer, die bei Rot über eine Kreuzung fahren, tatsächlich ein großes Problem in Frankfurt?

          Eindeutig. Die Rotlicht-Fahrer sind ein Sicherheitsproblem. Sie gefährden Menschenleben in unsrer so dicht besiedelten Stadt mit ihrem hohen Verkehrsaufkommen.

          Was werfen Sie den Autofahrern sonst noch alles vor?

          Ich möchte die Autofahrer nicht von den Radfahrern oder Fußgängern separieren. Nach unseren Erfahrung gibt es generell unter den Verkehrsteilnehmern zwei Problemgruppen. Die einen denken, gleichgültig wie sie sich fortbewegen, nur an sich und verhalten sich gegenüber den anderen Verkehrsteilnehmenden rücksichtslos. Die andere Gruppe realisiert gar nicht, dass sie durch Fahrlässigkeit Leib und Leben gefährdet, das heißt, die denken überhaupt nicht an sich. Ich meine zum Beispiel Fußgänger oder Radfahrer, die bei Rot die Straße queren.

          Stellen diese beiden Problemgruppen eine Minderheit dar?

          Gewiss sind diese Verkehrsteilnehmer eine Minderheit, aber eine sich selbst und andere gefährdende Minderheit. Aus ihrem Verhalten resultieren die Unfälle, die wir leider auch in Frankfurt in zu hoher Zahl registrieren müssen. Als Verkehrsdezernent will ich dazu beitragen, dass das von der Europäischen Union gesetzte Ziel, die Zahl der Unfälle bis 2020 zu halbieren, erreicht wird. Auch wir in Frankfurt müssen uns dieses Ziel stecken.

          Die Zahl der Todesfälle ist in Hessen während der zurückliegenden zwölf Monate gestiegen. Läuft da etwas schief?

          Es gibt statistische Schwankungen. Aber auf jeden Fall machen die Frankfurter Unfallzahlen deutlich, dass wir mehr für die Sicherheit tun müssen. Das bedeutet auch, den Kontrolldruck zu erhöhen. Deshalb lassen wir jetzt moderne Blitzgeräte installieren.

          Reichen Appelle nicht aus?

          Nein, pädagogische Maßnahmen allein genügen eindeutig nicht. Diese Erfahrungen machen wir nicht nur in Frankfurt, es gibt sie auch in anderen Ländern. Frankreich etwa fährt gut mit seiner Politik hoher Geldstrafen. Wer sich in unserem Nachbarland nicht an die Verkehrsordnung hält, bekommt das stärker als bei uns am Geldbeutel zu spüren.

          Die Landespolizei nimmt seit langem faktisch keine Geschwindigkeitskontrollen mehr auf Frankfurts Hauptstraßen vor. Weshalb sollte sich ein Autofahrer in diesem Wissen auf dem Alleenring an Tempo 50 halten?

          Ich möchte nicht auf die Landespolizei einprügeln. Die Stadt arbeitet mit den für Verkehrssicherheit zuständigen Stellen des Landes hervorragend zusammen. Ich würde mir aber doch wünschen, dass die Prioritäten stärker bei der Verkehrssicherheit gesetzt und Ressourcen in größerem Umfang dorthin gelenkt würden. Doch darüber entscheidet nicht die Polizei, sondern die Landespolitik.

          In anderen Worten: Das Land Hessen soll sich ein paar moderne Radarwagen anschaffen und auch mal auf dem Alleenring die Geschwindigkeit messen?

          Für mehr Sicherheit auf Frankfurts Straßen wäre das hilfreich.

          Weitere Themen

          Fahrrad-Boom zwischen Wolkenkratzern Video-Seite öffnen

          New York : Fahrrad-Boom zwischen Wolkenkratzern

          Mehr Fahrradwege, kostenlose Helme und Gratis-Fahrstunden. New York fördert den Fahrrad-Verkehr, um die Umwelt zu schonen und Staus zu vermeiden. Einige fürchten den New Yorker Verkehr, der für Radfahrer nicht ganz ungefährlich ist.

          Punktet Frankfurt gegen Bayern? Video-Seite öffnen

          Bundesliga : Punktet Frankfurt gegen Bayern?

          Eintracht-Trainer Niko Kovac setzt beim Spiel gegen die Tabellenführer aus München auf Heimstärke und die Fans. Jupp Heynckes geht ebenfalls mit Respekt in die Begegnung.

          Topmeldungen

          Senats-Wahl in Alabama : Amerika ist so gespalten wie nie zuvor

          In Alabama haben fast drei Viertel der weißen Männer und rund zwei Drittel der weißen Frauen für den umstrittenen Roy Moore gestimmt – die Afroamerikaner gaben zu 90 Prozent dem Demokraten Jones ihre Stimme. Nie war der Graben tiefer, der mitten durch Amerika geht.
           Nur nicht durch die Decke gehen: Die Wintersport-Experten des ZDF für die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang.

          ARD und ZDF haben Geld : Steigt der Rundfunkbeitrag doch nicht?

          Die Finanzkommission Kef hat die Finanzen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks für die Jahre 2017 bis 2020 unter die Lupe genommen. Sie kommt zu dem Schluss: Da lässt sich einiges sparen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.