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Im Gespräch: Sozialforscher Axel Honneth „Es stünde der Universität gut an, das Ivi zu dulden“

 ·  Das frühere Anglistik-Institut der Frankfurter Universität am Kettenhofweg wird wohl bald geräumt werden. Sozialphilosoph Axel Honneth hat einen Solidaritätsaufruf für die Besetzer unterschrieben. Im Interview sagt er, weshalb.

Artikel Bilder (2) Lesermeinungen (16)
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Michael Emmerich

Och bitte,

...verkaufen Sie mich und den Rest der Welt doch nicht für dumm. Was Sie da von "kritischer Theorie" schreiben, hat mit dem IvI nix zu tun. Es ist ja verständlich, dass sich die Befürworter so gern mit dem Glanze der Wissenschaft schmücken, um einen künstlichen Wert für diese Baracke zu schaffen, nur mit der Realität hat das wenig zu tun. Da müssen Sie Ihren eigenen Leuten schon beibringen, die Lüge gefälligst mitzutragen. Neulich, zu lesen in der FR, O-Ton einer IvI-Sprecherin: Wenn das IvI geschlossen wird, werden zich arme IvI-Aktivisten "obdachlos". Was heißt das im Umkehrschluss? Da wird gewohnt, fertig aus. Und dass dort Parties im Fordergrund stehen, ist ebenfalls schon bei einem Blick ins Netz offensichtlich. Und damit der Staat gefälligst die Schmarotzerei noch finanziert, wird nach Außen gegenüber Kritikern von Wissenschaft und Theorie schwadroniert. Ihr Problem ist nur, der "Stammtisch" (Schimpfwort für: das Bürgertum) ist nicht so doof, wie Sie es gerne hätten.

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kathrin siebert
kathrin siebert (ka-sie) - 27.02.2013 23:48 Uhr

auch beim vermeintlich kritischem stellt sich die frage nach der qualitaet

Anders/kritisch/gegen ist nicht automatisch gut/wichtig/relevant - auch wenn man Zugeständnisse an jugendliche Selbstueberschaetzung machen sollte - es scheint doch arg konsumistisch zu sein - da sollen gleich 16 Container her, nebst Folgekosten. Dieses 'Gegen' scheint weniger mit Mut und Einsatz zu tun zu haben als halbpubertaer vom kritisierten Staat das Nest fuer die letztlich eben doch nicht wirklich relevante Produktion von Geistigem zu fordern.
Wieso ist es denn z.B. div. Künstlern gelungen leer stehende Räume zur Nutzung zur Verfuegung gestellt zu bekommen - kann man ja vielleicht etwas von lernen, statt zu heulen

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Ebiliane Santos

Wo sonst gibt es in Frankfurt selbstverwaltete Kultur?

Wo sonst gibt es Kultur und Wissenschaft, die aus Eigeninitiative, ohne werte Groß-Sponsoren sich zu prozessualisiernen versucht?
Das IVI sollte nicht nur der Universität, sondern auch der Stadt erhalten bleiben:
Schließlich gibt es kaum noch Orte, die ohne Creditpoints und Verordnungen Gespräche und Denken anregen.
Schade, dass der Stadt so etwas nichts mehr wert ist!
Das Leerstand in Frankfurt katasthrophal ist, die Mieten desaströs hoch ist unbestritten. Da ist es doch sinnvoll, Leerstand zu nutzen.

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Michael Emmerich

@Martin Ebendorff: Aaaah, verstehe!!!

Danke, jetzt habe ich es endlich begriffen. Gut, dann sollten wir "verschreckte Gutbürger" am besten jetzt sofort alle unsere Arbeit kündigen, unsere Unternehmen schließen; und weil es dann glücklicherweise noch viel mehr Lehrstand gibt, besetzen wir einfach die Gebäude, um dort zu leben, zu feiern und uns mehr oder weniger Objektiv mit wichtigen Fragen unserer Zeit auseinanderzusetzten. Yeah. Endlich macht das Leben einen Sinn. Und wer zahlt? Na klar, der Supermariodraghi holt die Eurobazooka aus dem EZB-Keller und druckt uns so viel Kohle, dass wir uns damit den Hintern abwischen können. Das ist doch mal ein Plan. Ist ja eh alles illegal. Brave new World. Und Sie? Na, Sie tun es ihrem eigenen Geschreibsel recht und regen sich auch nicht über ein paar dutzend Leute auf, nur weil sie nicht ihrem Bild entsprechen. Zb... weil sie Hakenkreuze tragen und in leerstehenden Kasernen Rituale feiern. Wen scherts? Ist doch eh alles illegal, nicht wahr? Nihilismus makes the World a better place?

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 28.02.2013 14:55 Uhr
Michael Emmerich

Korrigiere:

Ich habe ein Problem damit, dass (1) vornehmlich EXTREMISTEN (2) ILLEGAL Raum BESETZEN und dafür (3) noch finanzielle Unterstützung durch jenen steuerzahlenden Teil der Gesellschaft einfordern, gegen den sich deren Wirken i.d.R. noch richtet. Oder vereinfach gesagt: ICH BIN DOCH NICHT BESCHEUERT! Im Gegensatz zu so manchem Römerpolitiker. Und übrigens: Selbst am gemeinen Stammtisch herrscht sicher noch ein höheres Niveau, auch in Sachen "kritische Theorie", als in der illegalen Wohn- und Feierbude IvI.

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Martin Ebendorff

Worauf wollen Sie hinaus?

Sagen sie doch einfach: Ich habe ein Problem damit dass Menschen die anderer politischer Ansicht sind kostenlos Raum nutzen dürfen der sowieso im Übermaß vorhanden ist! Punkt!

Ihr ''hochdifferenziertes'' Pamphlet könnten sie sich dann für den Stammtisch aufbewahren, was dem Niveau hier sicherlich nicht schlecht tun würde...

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Martin Ebendorff

Also...

das IVI ist vieles, am besten kann man es vielleicht mit ''Kulturzentrum'' beschreiben..

Das IVI ist nicht da um irgendetwas zu produzieren,
es ist ganz einfach ein Ort wo Menschen leben, feiern und sich mehr oder weniger Objektiv mit wichtigen Fragen unserer Zeit auseinandersetzten, durch Vorlesungen, dem Studium von Theorien und Diskussionen.
Ich bin dort nicht wirklich aktiv, aber ich weiß zumindest was dort abgeht - im Gegensatz zu den schon vom Vorbeifahren verschreckten Gutbürgern, die hier leider den Ton angeben...

Das einzige Argument gegen das IVI ist: Es ist illegal!

Aber: Wir haben 30% Leerstand bei Büroflächen in Frankfurt, während gleichzeitig hunderte Obdach und Heimatloser nachts die B-Ebenen unserer Stadt zum Nächtigen aufsuchen müssen, obwohl Platz da ist!

Der ESM ist auch illegal, Kriege mit wirtschaftlichen Interessen sind auch illegal, aber wir tolerieren diese fatalen Dinge und regen uns über ein paar dutzend Leute auf, weil sie nicht unserem Bild entsprechen?

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Antworten (5) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 28.02.2013 09:40 Uhr
Siegfried  Weber

Schlusswort

So wie ich die Sache verfolgt habe, besteht die "gewaltsame" Räumung darin, dass der Eigentümer den Besetzern 10.000 Euro für das Verlassen des Hauses geboten hat.

Wenn die öffentliche Hand wirklich ein paar Tausend Euro im Jahr mehr übrig hätte, dann sollte dieses Geld für die Obdachlosen in der B-Ebene aufgewandt werden oder ähnliche Bedürftige.

Das Hauptproblem an diesem IvI ist es, dass hier ein Haufen von Selbstgerechten, die sich für intellektuell halten, an allen Anderen vorbei irgendwelche Privilegien per Rechtsbruch für sich einfordert.
Mit den Kosten für Polizei und Gerichte kommt man sicher auch leicht auf ein paar 100.000 Euro, die dieses Benehmen kostet.

Unsere Rechtsordnung bietet genug Raum, solche Anliegen auch auf legalem Weg zu verwirklichen. Wenn man sich etwas mehr einfallen lässt als pauschales Dumme-Gesellschaft-böse-Banken-usw-Blahblah, ein überzeugendes Konzept macht, dann findet man auch Gönner ausserhalb der öffentlichen Hand.

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Martin Ebendorff

@ Siegfried Weber

"Ein Leerstand von heute kann in 6 Monaten wieder belegt sein"

Könnte, aber dazu bedürfte es wohl eines weiteren Wirtschaftswunders. Solange Raum da ist, sollte man ihn zur Nutzung freigeben, solange nichts beschädigt wird! Ich denke es ist möglich zu vereinbaren dass Graffitis wenn überhaupt bitte woanders zu platzieren sind!
Und wenn die IVI Nutzer eine Alternative hätten dann müsste das Gebäude auch gar nicht gewaltsam geräumt werden, ich denke sie würden freiwillig umziehen.

Strom und Wasserkosten:

Die Nutzer des IVI haben begrenzte finanzielle Möglichkeiten
Dennoch bin ich der Ansicht, dass eine Gesellschaft, die sich weitverbreiteten Leerstand von Immobilien (sind wohl um die 20% und nicht 30%, wie zuerst behauptet) leisten kann, von S21, BER, Auslandseinsätzen mit mehr als zweifelhaften Motiven und Bankenrettungen ganz zu schweigen, auch in der Lage sein sollte die max. 5 bis 10 Tausend € an Jährlichen Kosten zu decken...

Das IVI ist mehr Wert als eine neue Straßenlaterne!

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Siegfried  Weber

@Martin Ebendorff

Leerstände im Bereich Gewerbeimmobilien sind wegen konjunktureller Schwankungen und Marktfriktionen nie zu vermeiden. Ein Leerstand von heute kann in 6 Monaten wieder belegt sein.

Den Leerstand zwischenzeitlich alternativ zu nutzen klingt nur theoretisch gut.

Zunächst fallen Kosten für Strom und Wasser an. Haben sich die Leute im IvI darüber Gedanken gemacht, oder war das für sie "einfach da"?
Weiterhin hat sich gerade beim IvI gezeigt, dass die Zwischennutzung nicht einfach beendet wird, sobald das Gebäude wieder wirtschaftlich genutzt werden kann. Wie ich die Sache verfolge, hat der neue Eigentümer jetzt schon monatelang Theater mit der Immobilie.

Letztendlich zahlt die Uni und damit der Staat Hessen für diese Zwischennutzung.
Wenn die IvI-Leute vernünftige Konzepte vorlegen wollen, dann sollen sie doch erst mal ihre kindlich-naiven Vorstellungen von Ökonomie ablegen.

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Martin Ebendorff

@ Siegfried Weber

Ich sage ja nicht, dass die Allgemeinheit bzw. Staat/Kommune/Uni oder sonstjemand dafür zahlen soll.
Ich sage nur das man Menschen Raum kostenlos zur Verfügung stellen soll, der schon leerstehend vorhanden ist!
Was haben sie dagegen das Menschen ohne viel Geld Gebäude unentgeltlich nutzen solange für diese Gebäude keine andere Verwendung vorhanden ist?
Und ich instrumentalisieren niemanden, ich weise nur darauf hin dass es Wohnungsmangel und Mangel an kostenlosem/billigen Raum gibt, obwohl wir TAUSENDE qm Leerstand in Frankfurt haben! Finden sie das nicht auch absurd?

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Siegfried  Weber

hanebüchen

Ich sehe die Tätigkeit des IvI nicht als illegal an. Meinetwegen kann das "Kulturzentrum" den gesamten Leerstand der Büroflächen belegen, solange die entsprechende Miete und Nebenkosten dafür aufgebracht wird. Aber was haben die Obdachlosen in der B-Ebene mit dem Leerstand an Büroflächen zu tun? Diese Leute brauchen doch zunächst keine Büros. Sie brauchen Wohnungen! Was hat das IvI in der Zeit seines Bestehens konkret den Obdachlosen in der B-Ebene gebracht? Ihr undifferenziertes Gerede legt doch nur offen, wie das Elend dieser Leute und Missstände generell durch das IvI und deren Sympathisanten instrumentalisiert wird, um sich selber Mittel für die eigenen Zwecke zu erschnorren. Meiner Meinung nach steht die dort befindliche Boheme den K&S-Blendern in der Kennedy-Allee in Punkto Leute für dumm zu verkaufen in nichts nach.

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Michael Emmerich

Selten so gelacht

Danke an die FAZ für die entlarvende Frage: "Hat das IvI denn irgendetwas nennenswertes produziert". Selten so gelacht. Bemerkenswert sind die Antworten dieses Herrn Professors, dessen Wahrnehmung der Realität wohl vornehmlich vor seinem inneren Auge stattfindet. Wer am REALEN IvI nur mal vorbeigefahren ist, konnte sehen, was dort geschieht. Jedenfalls NICHTS, was mit Wissenschaft zu tun hat. Es ist eine illegale Wohn- und Feiergemeinschaft. Von daher ist das Geschwätz des Herrn Professors über "kritische Theorie" einfach nur weltfremd. Schlimm sowas, aber ein "Sozial-Philosoph" (himmel hilf!) hält natürlich zu seinesgleichen, selbst wenn sich dabei die Balken biegen...

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 27.02.2013 10:13 Uhr
Gregor Heisterkamp

Ahnungslosigkeit

Aha das in anführungszichen setzen der Kritischen Theorie zeugt von massiver Ahnungslosogkeit ihrerseits! Kritische Theorie ist genau das, wofür die Frankfurter Universität einmal Weltberühmt geworden ist! Das war zu besseren Zeiten als Max Horkheimer noch Rektor war und nicht ein Sonnenstudio-gebräunter mittelmäßiger Biochemiker, der auf die Frage warum Kritische Theorie an der Uni so dermaßen marginalisiert wird geantwortet hat an der Goethe Uni sei "jede Forschung kritisch"(!) Er scheint von der kritischen Theorie ähnlich viel zu verstehen wie Sie. Axel Honneth gehört zu den wenigen Professoren die so etwas wie kritsche Theorie machen, die nicht aus der Universität geschoben werden, was wohl an seiner Prominenz liegt. Angehörige des Mittelbaus die sich in diesem Feld betätigen werden systematisch aus der Uni verdrängt.
Das IVI ist als ort in dem Vorträge und Lesekreise stattfinden tatsächlich so etwas wie ein letzter Rückzugsort für Studierende die Kritische Theorie lesen wollen

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Michael Emmerich

Ressentiment...

Ist klar, wenn wer dagegen ist, muss es an Ressentiments liegen. Nein, guter Mann. Wenn ich an einem Gebäude vorbei fahre, das vollgedreckt, vollgeschmiert und vollgemüllt ist, dann denke ich, dass da Chaoten drin wohnen. Krass, oder? Wie kann man nur solche Vorurteile haben. Tja, so bin ich. Und wenn ich in den Meiden lese, dass die ortsansässige Frankfurter linksextreme Szene für den Erhalt dieses Gebäudes demonstriert, mit den üblich dummen Parolen wie "Randale, Bambule, Frankfurter Schule" und "Kein Gott, kein Staat, kein Mietvertrag" (Quelle: FR), dann denke ich, dass das ein Hotspot, ein Treff, ein illegal besetzes Wohn- und Veranstaltungshaus linksextremer Kräfte ist. Krasse Ressentiments,oder? Und weil ich als Demokrat jede Form von politischem Extremismus ablehne, bin ich dagegen, dass letztlich der Staat seine eigenen Feinde noch mit Steuergeldern fördert, egal in welches Gewand sie sich kleiden. Heftig, übel, krasse Ressentiments, nicht wahr? Tja, so bin ich. MFG

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Eric v. Dömming

Clark Kent lässt grüßen...

Wie schön, dass sie das im Vorbeifahren mit ihrem Röntgenblick sofort erfasst haben.
Oder ist da nicht doch eher das Ressentiment der Vater des Gedanken gewesen?

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25.02.2013, 23:23 Uhr

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