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Im Gespräch: Sarah Sorge „Wir haben so schnell gehandelt wie noch nie“

 ·  Wegen maroder Schulbauten und politischer Fehler ist die Stadträtin hart attackiert worden. Nun will sie den Sanierungsstau mit zusätzlichen Millionensummen auflösen - und damit auch aus der Defensive kommen.

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Sie haben seit Schuljahresbeginn mehrere Neubauten und ein völlig neues Gymnasium eröffnet, doch selbst bei den Feiern wurden Sie kritisiert. Empfinden Sie das als undankbar?

Ich finde schon, dass Einweihungsfeiern nicht der richtige Zeitpunkt sind, um die nächste Wunschliste zu präsentieren. Andererseits weiß ich sehr genau, dass es berechtigte Wünsche gibt, übrigens vor allem dort, wo noch nicht saniert wurde. Die Schulen wollen die bestmöglichen Lernbedingungen für ihre Kinder haben, und das will ich auch. Aber es ist meine Aufgabe, die Wünsche und Erfordernisse damit abzugleichen, was wir im Haushalt zur Verfügung haben. Und da klafft eine Lücke.

Das ist jetzt am Beispiel der Elisabethenschule klargeworden.

Dort werden wir schon im nächsten Jahr mit der Sanierung starten. Aber auch der Bedarf an anderen Schulen ist von der Stadt erkannt. Und wir handeln auch schnell: Schon für den nächsten und dann für die folgenden Haushalte werden wir mehr Mittel als geplant einstellen, das bedeutet, der Sanierungsstau wird sukzessive abgebaut.

Ist Ihnen nicht schon früher aufgefallen, dass es diese Deckungslücke gibt? Und wenn ja, warum haben Sie sich dann nicht dafür eingesetzt, dass mehr Geld eingeplant wird?

Ich habe schon bei den Chefgesprächen zum Haushalt beim Kämmerer im Frühjahr deutlich gemacht, dass ich sehr viel mehr Geld für die Schulen brauche. Aber wir haben uns darauf verständigt, dass wir schauen, ob wir mit den Summen zurechtkommen. Inzwischen ist klargeworden, dass wir nicht damit zurechtkommen. Und deswegen habe ich meine Magistratskolleginnen und -kollegen überzeugen können, dass wir den Aktionsplan Schulbau auf die Schiene bringen müssen.

Welche Rolle hat der medienwirksame Protest der Elisabethenschule dabei gespielt, dass es jetzt so schnell geht?

Die Demonstrationen haben mich, auch wenn einige Transparente gegen mich gewandt waren, in meinem Eintreten für bessere Schulbauten unterstützt. Entscheidend war aber die gemeinsame Erkenntnis, dass Schulen auch ein Standortfaktor sind und wir hier mehr tun müssen.

Stimmt es eigentlich, dass Sie bis jetzt noch nicht persönlich an der Elisabethenschule waren, um sich ein Bild von den Schäden zu machen?

Ich war zum Beispiel heute morgen an der Schule.

Zum ersten Mal? Hatten Sie sich schon vorher die abgestützten Räume und die maroden Toiletten angeschaut?

Ich habe ein ziemlich genaues Bild vom baulichen Zustand der Elisabethenschule gehabt. Die Leute vom Stadtschulamt und meinem Dezernat sind ständig vor Ort. Es gibt 156 Schulen in Frankfurt und mehrere hundert Kitas, ich kann nicht überall sein. Dass an der Eli was im Argen liegt, war mir bekannt, das brauchte ich nicht noch einmal selbst zu sehen.

Sie sind erst eineinhalb Jahre im Amt. Hat Ihre Vorgängerin die Dinge so schleifen lassen, dass jetzt ein Aktionsplan notwendig ist?

Ich glaube nicht, dass das Problem bei mir oder Frau Ebeling entstanden ist. Bundesweit sind die Kommunen für die ständig wachsenden Aufgaben finanziell nicht genügend ausgestattet. Trotzdem haben wir in Frankfurt massiv in die Schulen investiert, im Schnitt ein Drittel der Gesamtinvestitionen, sonst hätten wir jetzt nicht so viele sanierte, erweiterte oder neue Schulen einweihen können. Das Problem ist, dass es immer noch nicht ausreicht.

Telefonieren Sie manchmal noch mit Frau Ebeling?

Wir telefonieren manchmal, ja.

Geht es da auch um die Proteste dieser Tage?

Ja, aber da geht es insbesondere darum, dass gewisse Zeitungen aus meiner und aus ihrer Sicht nicht besonders differenziert schreiben. Und natürlich geht es auch um ihre Erfahrungen damit.

Sieht Frau Ebeling auch Versäumnisse während ihrer eigenen Amtszeit? Sagt sie zum Beispiel: „Das mit der Elisabethenschule hätte uns schon früher auffallen müssen.“

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19.09.2013, 23:22 Uhr

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