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Im Gespräch: Max Hollein, Leiter von Städel, Liebieghaus und Schirn : „Eine der treuesten Seelen der Frankfurter Kultur“

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Arbeitsplatz Museum: Max Hollein im Erweiterungsbau des Städel. Bild: Wonge Bergmann

Er kann auf zahlreiche Erfolgsausstellungen zurückschauen. Aber die Eröffnung des Städel-Erweiterungsbaus 2012 bezeichnet zweifelsohne den bisherigen Karrierehöhepunkt für den Dreifach-Direktor.

          So voll wie 2012 war es in Städel, Liebieghaus und Schirn noch nie. Die Besucherzahl in den drei Häusern hat im vorigen Jahr die Millionengrenze überschritten. Wie wollen Sie das noch toppen?

          Es geht nicht darum, das zu überbieten. Die Besucherzahlen sind für uns auch nicht das einzige Kriterium. Darin zeigen sich aber ein besonderes Interesse und eine große Begeisterung für alle drei Häuser.

          Spätestens nach der Eröffnung des Städel-Erweiterungsbaus hat einen das Gefühl beschlichen, Sie hätten jetzt so ziemlich alles geschafft, was Sie in Frankfurt erreichen konnten. Zieht es Sie nicht zu neuen Taten und an einen anderen Ort?

          Ich hatte gehofft, dass diese Frage nicht kommt.

          Viele stellen sie in der Stadt.

          Ja, ich höre sie auch immer wieder - tatsächlich schon seit Jahren. Aber die große Aktivität, die hohen Besucherzahlen, die vielen Initiativen bringen doch auch zum Ausdruck, dass ich nach wie vor mit voller Kraft hinter den drei Häusern stehe und auch für deren Zukunft plane. Ich bin mittlerweile der am längsten dienende Direktor der Schirn und damit eine der treuesten Seelen der Frankfurter Kultur. Frankfurt ist die Stadt, in der ich sehr gerne wohne und arbeite. So möchte ich es auch weiter halten. Dennoch bin ich 43 Jahre alt und denke, es wird irgendwann in meinem Leben noch die eine oder andere Wendung geben.

          Fällt die Frankfurter Kultur in ein schwarzes Loch, wenn Sie weggehen?

          Ganz bestimmt nicht. Aber noch einmal: Das steht auch derzeit nicht zur Diskussion.

          Dass sich der Erfolg ziemlich gleichmäßig auf alle drei Ausstellungsinstitutionen verteilt, scheint auch darin begründet, dass ihre Leitung in einer Hand liegt.

          Es gibt gewisse Synergieeffekte, allerdings mehr unterhalb der Oberfläche. Wir legen starken Wert darauf, dass die Häuser eigenständig bleiben und auch als solche wahrgenommen werden. Was mich besonders freut: Wenn ein Haus eine sehr starke Resonanz erfährt, leiden die anderen Häuser nicht darunter. Dabei wurde, als ich das Städel übernommen habe, prophezeit, dass nun die Schirn vernachlässigt werde.

          Was sind die wichtigsten Gründe für den großen Publikumszuspruch?

          Der Erfolg der Schirn ist auf die Programmpolitik zurückzuführen und auf die Treue, das Interesse der Besucher. Beim Städel gibt es ein großes Besucherinteresse auch wegen der Erweiterung für unsere zeitgenössische Sammlung: Die Besucher sind jünger, das Besucherspektrum breiter geworden. Aber insgesamt haben wir in allen drei Häusern ein treues Stammpublikum.

          Gibt es noch Potentiale?

          Unter den Besuchern sind deutlich mehr Frauen als Männer. Hier haben wir noch einiges zu leisten. Die Männer sind unser Wachstumsmarkt. Bei der Munch-Ausstellung hatten wir einen Besucherinnenanteil von 68 Prozent.

          Wie wollen Sie die Männer ansprechen? Mit einer Playboy-Lounge?

          In dieser Hinsicht bleiben wir lieber bei unseren bewährten Medienpartnern. Trotzdem: Beim männlichen Publikum muss man früh ansetzen, um es zu gewinnen. Wenn Sie sich unser Vermittlungsprogramm für Jugendliche anschauen, dann sehen Sie, dass wir eigene Programme für Jungs haben.

          Überhaupt geht es ja doch darum, das Besucherinteresse dauerhaft und nicht nur von Event zu Event an die Kunstinstitutionen zu binden. Wie kann das in einer Stadt wie Frankfurt gelingen?

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