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Im Gespräch: Frank Kaufmann : „Sicherheit und Lärmschutz an erster Stelle“

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Gegner des Flughafenausbaus: Frank Kaufmann Bild: Röth, Frank

Der flughafenpolitische Sprecher der Grünen im hessischen Landtag gilt als entschiedener wie sachkundiger Gegner des Flughafenausbaus. Er hofft auf ein Nachtflugverbot.

          Sie haben 2008 in der Krise vorausgesagt, dass die Nachfrage nach Starts und Landungen in Frankfurt nicht weiter steigen und der Ausbau schon deshalb obsolet werde. Da lagen Sie falsch, die Verkehrszahlen steigen.

          Meine Aussage, dass es nicht immer mehr Kapazität für Starts und Landungen geben muss, war auf eine längere Perspektive gerichtet. Wir als Grüne sind der Ansicht, dass ein gewisses Wachstum innerhalb der alten Grenzen des Flughafens möglich gewesen wäre - durch organisatorische Änderungen, Ablaufoptimierung und dergleichen. Es gibt manche, die sagen, dass selbst 120 Starts und Landungen mit dem Drei-Bahnen-System möglich gewesen wären.

          Aber die Nachfrage steigt.

          Im Moment. Es gibt aber keine gesicherten Erkenntnisse darüber, ob der Bedarf tatsächlich immer weiter wächst. Vielmehr spricht einiges dagegen. Zumindest entsteht die neue Nachfrage gerade nicht in Europa, sondern auf anderen Kontinenten, beispielsweise in Asien und Südamerika.

          Zurück nach Frankfurt. Mit dem gegenwärtigen Nachtflugverbot ist eine Ihrer wichtigsten Forderungen erfüllt. Halten Sie die Sorgen der Lufthansa-Cargo-Mitarbeiter und die der Leute in den Speditionen am Flughafen für übertrieben?

          Wir haben doch gerade einen für einen Naturwissenschaftler idealen Zustand: Es gibt jetzt zumindest für einige Monate ein Nachtflugverbot.Wir können also im Versuch nachweisen, ob die Sorgen begründet sind oder nicht. Und wir stellen - nach einer anfänglichen Debatte - fest, dass es auch ohne Flüge in der Nacht funktioniert.

          Eine Kostenrechnung ist noch nicht aufgemacht.

          Der Cargo-Betrieb am Flughafen bricht jedenfalls nicht zusammen. Es ist möglich, vor 23 Uhr die Frachtflieger aus Frankfurt herauszubringen.

          Die müssen aber dann unter Umständen erst einmal in Köln zwischenlanden.

          Dass die in Köln zwischenlanden müssen, ist ein Organisationsversagen der Lufthansa.

          Wieso der Lufthansa?

          Hätte man nicht stur geglaubt, dass man nachts immer fliegen kann, hätte man sich rechtzeitig um Slots in China oder sonst wo kümmern können. Man hätte seit 2009 wissen können, was der Verwaltungsgerichtshof in Kassel will. Ich sehe jetzt mit Spannung darauf, was Lufthansa Cargo mit dem Sommerflugplan anfängt. Wenn sie clever sind, werden sie weiter ohne Nachtflüge planen. Logistikketten sind offenbar doch so flexibel. Jedenfalls höre ich kein lautes Klagen aus diesem Bereich. Deshalb bin ich auch sehr zuversichtlich, dass wir das Nachtflugverbot wenigstens in der nun geltenden Form halten können.

          Aber auch die Kasseler Verwaltungsrichter haben im Prinzip einen unabweisbaren Standortbedarf für Nachtflüge in Frankfurt eingeräumt.

          Das ist eine alte Formulierung des Bundesverwaltungsgerichts, der unabweisbare Bedarf für Nachtflüge. Sie bezog sich gar nicht auf Frankfurt. Nacht für Nacht wird in Frankfurt nun bewiesen, dass dieser Bedarf nicht unabweisbar ist - und darum geht es.

          Sie sagen, Lufthansa Cargo habe sich das selbst zuzuschreiben. Das Unternehmen hat sich doch nur auf das verlassen, was es beim Flughafenkoordinator für Deutschland beantragt hatte und was von diesem nach geltender Rechtsgrundlage zugeteilt wurde. Da ist doch eher Verwaltung und Politik verantwortlich.

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