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Im Gespräch: FFC-Chef Bodo Adler : „Ich will kein Handlanger sein“

  • Aktualisiert am

Auf Draht: Bodo Adler. Bild: Eilmes, Wolfgang

In seiner Funktion steht der Steuerberater aus Langenselbold meist im Schatten von Siegfried Dietrich, dem Investor und Macher beim Frauenfußball-Bundesligaverein. Adler spricht er über enttäuschende Niederlagen und die Machtverteilung im Klub.

          Der FFC Frankfurt hat sich in der Winterpause wieder einmal mit gestandenen Spielerinnen statt entwicklungsfähigen Talenten aus Deutschland verstärkt: Die Australierin Tameka Butt, die Japanerin Kozue Ando und die Norwegerin Lise Overgaard Munk erhöhen die Zahl der Nationalspielerinnen künftig auf 16. Gibt es tatsächlich keinen anderen Weg als den, mit Geld internationale Top-Spielerinnen nach Frankfurt zu holen?

          Wir locken nicht mehr mit Geld. Das haben wir uns auf die Fahnen geschrieben. Das bewegt sich alles im normalen Rahmen. Unsere Trainer haben einfach die Meinung vertreten, dass wir für unser Ziel Champions League, das wir noch erreichen wollen, Ergänzungen im Kader brauchen. Es ist schwierig, dafür deutsche Spielerinnen zu bekommen, die nicht unermessliches Geld kosten. Und viele waren auch derzeit einfach nicht verfügbar. Da haben sich unsere Trainer eben für diese drei entschieden.

          Die Hinserie war geprägt von zahlreichen Rückschlägen. Ist da nicht mal Mut zu Neuem gefragt?

          Die Niederlagen im Herbst waren sehr ernüchternd. Ich war von den Ergebnissen sehr enttäuscht. Ich hatte eigentlich zu Saisonbeginn das Gefühl, dass wir einen richtig guten Kader haben, der die Liga beherrschen sollte. Ich musste mich aber eines Besseren belehren lassen. Dazu kam, dass wir nach der Niederlage in Essen sehr früh reagieren mussten mit dem Trainerwechsel. Den damaligen Cotrainer Philipp Dahm zum Nachfolger zu machen, war zumindest bis heute eine gute Entscheidung. Ich bin deshalb sehr optimistisch, dass wir in der Rückrunde zumindest die Champions-League-Qualifikation schaffen.

          Wenn Sie gerade Sven Kahlert ansprechen: Sind Sie als Präsident in so eine Entscheidung zur Trennung eigentlich mit eingebunden, oder ist das alleine die Entscheidung des Managers und Investors Siegfried Dietrich?

          Der Eindruck ist völlig falsch. Siggi Dietrich ist der Investor, er ist der Macher. Ohne ihn wären der Verein und auch der deutsche Frauenfußball nicht so weit, wie er es ist. Als ich Präsident wurde, habe ich ihm dennoch klargemacht, dass ich kein Handlanger sein will. Wir kennen uns schon lange und sind auch befreundet. Aber deshalb sind wir nicht immer einer Meinung, nur stellen wir das nicht in der Öffentlichkeit dar. Die Trainerentscheidung beispielsweise im Fall Kahlert haben wir zusammen getroffen. Alles Sportliche ist erst einmal Sache des Trainers, der uns auch sagt, welche Spielerinnen er gerne fürs Team hätte. Wir schauen dann nur, ob das finanziell machbar ist. Da hat dann Siggi Dietrich natürlich großes Gewicht, weil er bezahlt.

          Ist das dann gar nicht mehr das Geld des Vereins, mit dem die Spielerinnen finanziert werden?

          Doch. Dietrich hat die Vermarktungsrechte gepachtet. Dafür gibt er uns Geld, von dem die Spielerinnen bezahlt werden.

          Ist der Verein dann eigentlich abhängig von Dietrich?

          Abhängig sind wir nicht, aber ich kann mir tatsächlich schwer vorstellen, wie es weitergehen würde, wenn Siggi Dietrich von heute auf morgen aufhören würde. Wobei er das aufgrund bestehender Verträge freilich auch gar nicht könnte.

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