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Donnerstag, 20. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Im Gespräch: Babett Peter „Macht euch meine Flexibilität zunutze“

 ·  Von Potsdam nach Frankfurt: Die Fußball-Nationalspielerin soll beim FFC schnell Führungsaufgaben übernehmen und mithelfen, dass der Klub endlich wieder Titel gewinnt.

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Sie kommen gerade nach der ersten Einheit vom Trainingsplatz. Wir schätzen, dass Sie keine lange Eingewöhnung gebraucht haben. Sie kennen sich ja fast alle aus der Nationalmannschaft.

Ja, es hat Spaß gemacht, nach sechs Wochen mal wieder Fußball zu spielen. Es hat mich persönlich sehr gefreut, und viele der Teammitglieder kenne ich schon. Von daher habe ich mich eigentlich ganz wohl gefühlt.

Ihr ehemaliger Trainer bei Turbine Potsdam, Bernd Schröder, hat gesagt: Wenn man vier Jahre hintereinander mit völlig unterschiedlichen Mannschaften Meister wird, müssen die anderen ganz schön blind sein. Das war nicht sehr charmant, oder haben Sie viele Blinde gesehen?

Wir haben hier ein super Team beisammen, und ich denke, wir stehen vor einer sehr, sehr erfolgreichen Saison.

In der gleichen Zeit hat der FFC nur einen Titel gewonnen: den DFB-Pokal 2011. Warum wechseln trotzdem Jahr für Jahr Topspielerinnen wie jetzt Sie und Bianca Schmidt aus der Potsdamer Erfolgsmannschaft nach Frankfurt?

Zum einen ist es nicht immer ein Misserfolg, wenn man nicht ganz oben steht. Da gehört auch immer ein Quentchen Glück mit dazu. Das hatte teilweise, neben den guten Leistungen, auch Turbine in den letzten Jahren ein bisschen. Darüber bin ich auch sehr froh, aber jetzt sucht man persönlich neue Aufgaben. Als Nationalspielerin will man natürlich in einem Spitzenklub spielen, und es gibt nur drei, vier richtig gute Klubs in Deutschland. Wenn man bei dem einen guten Klub schon gespielt hat, muss man sich natürlich einen anderen raussuchen, da bleibt nicht mehr so viel übrig.

Was ist denn die große Herausforderung in Frankfurt?

Mich erst mal zu etablieren und wohl zu fühlen und natürlich dann der Mannschaft so viel wie möglich zu helfen, Stabilität in der Abwehr zu geben, Erfolge zu feiern.

Im ersten Trainingsspiel haben Sie schon die Abwehrchefin gemacht. Ist das die Rolle, die Sie auch zukünftig für sich in der Mannschaft sehen?

Wir müssen schauen, wie sich das ergibt, auch positionsspezifisch. Das ist eine bessere Frage an den Trainer.

Bei der Weltmeisterschaft 2011 haben Sie auch als Außenverteidigerin reüssiert. Ist das eine Aufgabe, für die man Sie auch verpflichtet hat?

Ich denke schon. Ich bin da flexibel einsetzbar in der Abwehr, und ich hoffe, dass sich der FFC Frankfurt das auch zunutze macht.

Ist es mit Blick auf die Europameisterschaft 2013 ein Problem, dass der FFC die Champions League durch die Finalniederlage gegen Lyon und Platz drei in der Liga verpasst hat und sich somit viele Nationalspielerinnen international in dieser Saison nicht messen können?

Nein, das glaube ich nicht. Wir haben wirklich ein super Team beisammen und spielen schon mit den besten Spielerinnen Deutschlands beziehungsweise auch den international besten Spielerinnen zusammen. Das ist kein großer Nachteil.

Mit 24 sind Sie recht jung, aber Ihr neuer Trainer Sven Kahlert hat schon angedeutet, dass er Sie als Führungsspielerin geholt hat, die auch lautstark dirigieren kann. Ist das Ihre Art auf dem Platz?

Ich denke schon. Wenn man sich richtig eingelebt hat und wohl fühlt, wird natürlich auch von mir verlangt, dass ich eine Führungsaufgabe übernehme.

Wo sehen Sie Ihre Stärken, wo noch Entwicklungspotential?

Meine große Stärke ist, dass ich trotz meines Alters schon über recht viel Erfahrung verfüge, auch international, und athletisch gut dabei bin. Taktisch kann ich mich noch sehr weiterentwickeln, deswegen habe ich auch den Schritt hierher gewagt. Ich erhoffe mir da einiges in den kommenden Jahren.

Auch dahingehend, einmal Verantwortung als Spielführerin zu übernehmen?

Ach, über so etwas denke ich noch gar nicht nach.

Sie haben zuletzt Ihr Sportmanagementstudium abgeschlossen . . .

. . . nee, noch nicht ganz. Ich hoffe, dass ich das Ende dieses Jahres abschließe.

Und wie geht es anschließend abseits des Fußballplatzes für Sie weiter?

Das kann ich jetzt noch nicht sagen. Ich würde das gerne erst abschließen, danach muss ich gucken, wie es da weitergeht.

Und was sind in naher und mittlerer Zukunft Ihre Ziele mit dem FFC?

Zunächst möchte ich eine super Vorbereitung spielen und dann natürlich genauso gut in die Saison reinkommen. Am Ende möchten wir so viel Erfolg wie möglich haben.

Das Gespräch führte Stefan Reccius.

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