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Donnerstag, 16. Februar 2012
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Ihre Meinung Leserbriefe zu Peter Lückemeiers Kommentar „Mein Gott: My Zeil“

18.11.2008 ·  Was denken die F.A.Z.-Leser über den Namen „My Zeil“? Hier erfahren Sie es.

Artikel Lesermeinungen (1)

Saublöd und phantasielos

Um es klar und unmissverständlich auszusprechen: Ich finde die Namensgebung für das neue Einkaufs- und Freizeitzentrum an der Zeil saublöd und phantasielos, ja geradezu beschämend. Neben der fast schon halbamtlichen Bezeichnung Frankfurts als „City of the Euro“ als Stempeleindruck auf Briefumschlägen - so als sei die deutsche Sprache einer Großstadt nicht würdig - unterwirft man sich jetzt endgültig dem törichten Modetrend des „Come together“ und „Coffee to go“. Wie soll das Unwort „My Zeil“ denn offiziell ausgesprochen werden, ähnlich klingend wie Mai Thai oder doch „Mie Zeil“ oder gar „Müpsilon Zeil“? Wenn diese halb-englischen Wortverbindungen so genial sind, wäre eine totale Anglisierung doch noch genialer, etwa nach dem Muster: Chief-Mayor Petra Red(h) toppt the name of the new „Buy and Free-Time Center“ with the Bezeichnung „My Line“ - falls die etymologische Ableitung Zeil von „Zeile“ zutrifft. Aloys Lenz, Mitglied des Hessischen Landtages (CDU), Großkrotzenburg

Zeilpalast

Als Leser der F.A.Z. bin ich entsetzt über den Namensvorschlag „My Zeil“. Dieses dümmliche Denglisch muss ein Ende haben. Nicht nur, dass man täglich im HR-Radio in der Werbung verblödet wird (Spielmanns - Office House, Design for Business), nun das. Zum Kotzen. Dabei gibt es für diesen futuristischen Bau nur einen Namen: Zeilpalast, und sonst keinen. Günter Mohn, Neu-Isenburg

Unerklärlich

Dem Beitrag von Peter Lückemeier ist uneingeschränkt zuzustimmen. Wie jemand den - hoffentlich nicht endgültigen - Namen des künftigen Einkaufszentrums „genial“ finden kann, ist mir unerklärlich. Bitte bleiben Sie am Ball. Diese schwachsinnige Bezeichnung muss bei jeder Gelegenheit angeprangert werden. Weiter so! Dr. Rolf Bollinger, Heusenstamm

My Glocke

Ich stimme Ihrem Kommentar uneingeschränkt zu, der Name wäre ein Armutszeugnis für alle Beteiligten für den offenbar architektonisch sehr gelungenen Neubau. Dieser Name soll nun auch noch „geradezu genial“ sein, wie Frau Oberbürgermeisterin Roth sagte. Auch wenn der Vergleich nicht ganz passt: Was hätten wohl ihre Bremer Landsleute gesagt, wenn man das wunderschöne, traditionsreiche Bremer Konzerthaus „Die Glocke“ nach der erfolgreichen Sanierung vor einigen Jahren in „My Glocke“ umbenannt hätte? Ich hoffe und wünsche, dass man in der Stadt Goethes doch noch einen deutschen Namen für den Neubau findet, der zugleich auch von Ausländern halbwegs verstanden wird. Wilfried Scheele, Glashütten

Unwürdig

Vielen Dank für diesen Kommentar. Bitte setzen Sie mit Ihrer Medienmacht alles daran, diesen unwürdigen Namen schnellstens durch einen griffigen deutschen zu ersetzen. Schon allein „Meine Zeil“ wäre ungleich besser. Schreiben Sie Artikel, machen Sie Meinungsumfragen und Preisausschreiben oder was Ihnen sonst noch einfällt, aber tun Sie auch weiter etwas dagegen! Hans W. Fedder, Frankfurt

Noch peinlicher

Peter Lückemeier und der F.A.Z. sei es gedankt, dass sie sich gegen das unsägliche „Denglisch“ stemmt. Gelegentlich bekomme ich Besuch aus England und Übersee. Der Besuch ist jedes Mal erstaunt, wie weit das Englische in den Sprachgebrauch der Deutschen eingegangen ist und machen sich lustig darüber. Mir ist das nur peinlich. Das Schlimmste ist jedoch, dass die englische Sprache häufig nicht einmal richtig angewendet wird. Noch peinlicher! Ich bedaure die vielen Ausländer - wie zum Beispiel meine eigene Frau - die neben der deutschen auch die englische Sprache lernen müssen, um zu verstehen und verstanden zu werden. Viele Regierungsmitglieder drücken sich leider auch nur noch in einem unverständlichen Kauderwelsch aus. Daher ist es höchste Zeit, den Gebrauch der deutschen Sprache im alltäglichen Leben vorzuschreiben und zu regeln, wie es in anderen Ländern längst üblich ist. Hierzu gehört auch der unsinnige Gebrauch lateinischer Ausdrücke, mit denen eine gewisse Überlegenheit ausgedrückt, in der Tat jedoch nur eine dümmliche Überheblichkeit an den Tag gelegt wird. Zur Kenntnis: Ich habe sowohl Latein als auch noch mehrere andere Sprachen gelernt. Christian Karl Rimek, Frankfurt

Noch häufiger!

Kompliment für Ihre Glosse! Es wäre gut, wenn die F.A.Z. der Frankfurter Anglomanie noch häufiger ins Gewissen reden würde. Hans-Joachim Grobe, Seligenstadt

Eher „weird“

Wie soll denn die „geradezu genial(e)“ Bezeichnung - My Zeil - ausgesprochen werden? Im Deutschen wird ja das „y“ als „i“ ausgesprochen, folglich „Mi Zeil“. Im Englischen wiederum wird das „Z“ als scharfes „S“ (zoo, zone) ausgesprochen. Daraus ergibt sich dann „My Seil“, wobei das „ei“ mehrere Möglichkeiten bietet, nämlich neben „ei“ (rein) auch „ä“ (heir) oder gar „i“ (weird). „My Zeil“ ist eher „weird“ als genial! Helga Ostermeier, Frankfurt

Wool Cardigan

Ihrem Beitrag kann ich als ein hier lebender Ausländer voll zustimmen. Auch ich beobachte diese Entwicklung mit Staunen und Sorge. Leider beschränkt sich diese Fehlentwicklung nicht nur in der Baubranche, wo die Investoren glauben, ihre Projekte durch englische Bezeichnung aufwerten zu können. Ein Paradebeispiel ist die Internetseite von „Tchibo“: Im Angebotsbereich „Designerqualität“ wird dem Besucher das Gefühl vermittelt, Deutschland verlassen zu haben. Mit Begriffen wie „Hot Design Cool Price“, „Cool Design for Women“ wird man konfrontiert. Hier wimmelt es von Artikeln wie Pants, Wool Cardigan, Trousers, Boatneck Top. Man fragt sich, warum alle hier angebotenen Artikel englische Bezeichnungen haben müssen. Werden sie dadurch wertvoller? Dipl.-Ing. Massud Peseschk, Frankfurt

Kaum

Hiermit möchte ich mich der Meinung von Peter Lückemeier anschließen. „My Zeil“ - noch dümmer geht es kaum! Peter Volkmer, Kronberg

Frankforderisch

My Zeil, des is awwer grad richtig, des neue Zentrum uff de Zeil, „mei Zeil“ zu nenne. Des is doch echt frankforderisch. Dass „mei“ mit „y“ - also „My“ geschriwwe werd, is doch vielleicht schon en kluge Vorgriff uff die nächst Rechtschreibreform. Unn die Owwerbürgermeisterin war schon widder mal ihrer Zeit voraus.Üwwerischens, ich freu mich richtig, wenn die Zeil widder mal schee zum Flaniern hergericht iss, denn der Dorchenanner zur Zeit iss bald net zum Aushalde. Dr. Ernst Gerhardt, Frankfurt

Treppenwitz

Den Wortpantschern mit ihren unappetitlichen Denglisch-Kreationen sollten wir noch weit häufiger ihre Lächerlichkeit, die sie selbst als Weltläufigkeit mißverstehen, vor Augen führen. Von der Werbebranche, dem Vorreiter dieser Unsitte, erwartet man schon keine Einsicht mehr, aber wenigstens die für unser Gemeinwesen Verantwortlichen sollten mit gutem Beispiel vorangehen und zumindest verständliches Deutsch reden. Es wäre doch ein Treppenwitz, wenn wir unsere Einwanderer endlich zum Gebrauch der deutschen Sprache brächten und gleichzeitig selbst lieber (D)englisch sprächen. Wolfgang Sanden, Offenbach

Globalindegradief

Ei, was willer dann schon widder, de Lüggemeier, de Peder? Da mechter de Pedra Roth ihrn Kommendar iwwer de Name „My Zeil“ maadisch. Des verschdehe doch die Frankforder genau wie die viele Ameriganer, wo noch da rummache! Mer kann des sogar international dorschkonjugieren: My Zeil, your Bleedsinn, our Witzjer. „Mei Zeil“ kammer aach net schreiwe, des deede ja nur die Sachsehäuser verschdeh. „My Zeil“ is schon escht genial, odder, wie sescht mer?: globalindegradief, isn't it? Adolf Wirth, Dreieich

Deutsch sprechen

„My Zeil“ stößt bei mir auf völliges Unverständnis, wer hat diesen Blödsinn erdacht? Ist es eigentlich in Deutschland nicht möglich, deutsche Begriffe zu verwenden? Ich spreche mehrere Sprachen, arbeite international und auch insbesondere in England, den USA und Kanada und spreche dort sebstverständlich die Landessprache. In Deutschland erwarte ich, dass man Deutsch spricht, zumindest von den Personen, die der deutschen Sprache mächtig sind. Karl-Heinz Witte, Sulzbach

Mein Gott

„Oh mei“ sagt man in Bayern, „My God“ in England. Hans-Leo Weyers, Weilrod

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