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IHK-Neujahrsempfang Geld, Gold und Currywurst

Beim IHK-Neujahrsempfang hält der Frankfurter Oberbürgermeister eine schwache, der Kammerpräsident eine gute Rede. Und der EZB-Präsident sieht die Krise noch nicht beendet.

© Eilmes, Wolfgang Vergrößern Stargast: EZB-Präsident Mario Draghi war Hauptredner beim Neujahrsempfang der IHK-Frankfurt

Die Neugier ist groß an diesem Abend, auf alle Redner, aber am meisten doch auf den neuen Frankfurter Oberbürgermeister, von dem bisher nicht allzu viel über die Wirtschaft der Stadt zu hören war, der nicht verbirgt, dass er sich beim DGB wohler fühlt als sonst irgendwo in der Stadt. So gewinnend er vor zwei Wochen beim Neujahrsempfang der Gewerkschaften sprach, so zurückhaltend fällt seine Rede vor der Kammer aus. „Wirtschaft ist eingebettet in die Gesellschaft“, trägt er vor, „Wirtschaft ist kein Selbstzweck“ und „Frankfurt ist nicht nur die Stadt des Geldes, sondern auch des Goldes“, und die von ihm sonst bei jeder Gelegenheit vorgetragene Forderung nach einem höheren Gewerbesteuersatz wiederholt er gerade hier, wo unter den mehr als 2000 Gästen sicherlich zahlreiche Zahler dieser Abgabe sitzen, nicht.

Manfred  Köhler Folgen:    

Immerhin, „ich sehe mich als ersten Wirtschaftsförderer der Stadt“, verkündet das Stadtoberhaupt und appelliert an die versammelten Unternehmer und Manager: „Investieren Sie in Frankfurt, es wird sich weiter lohnen.“ Feldmann ist vom Protokoll als letzter Redner vorgesehen, vor ihm hat schon Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) gesprochen, reichlich lang, und es sind Sätze in Erinnerung geblieben wie der, die Rhein-Main-Region müsse ihre Chancen nutzen, oder der, die Zukunft könne nur gewinnen, wer zukunftsfähig sei.

Müller kontra Banken-Bashing

Hingegen hält IHK-Präsident Mathias Müller eine gute Rede; er fordert auf, mit dem allgemeinen Banken-Bashing aufzuhören, und warnt vor einer Überregulierung der Branche, die dem Finanzplatz schaden könne, was die vielen Vertreter der Kreditwirtschaft sicherlich gerne hören - dann aber ruft er ihnen in deutlichen Worten zu, dass sie sich zu wenig engagierten. Man habe die Stimme dieser Unternehmen kaum vernommen, als sich Bouffier mehrfach für ihre Belange, etwa für die Verhinderung der Finanztransaktionssteuer, eingesetzt habe, sagt der Kammerpräsident und fügt, einmal in Fahrt, gleich noch hinzu, er würde von der Finanzwirtschaft gerne auch mehr sehen, wenn es um die Zusammenarbeit der Region gehe.

Da ist der Präsident bei seinem Lieblingsthema, bei dem er gerne länger verweilt: Angesichts des Zerfalls des regionalen Standortmarketings bietet er an, die IHK, die Handwerkskammer und die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände seien bereit, bei einer Neuordnung der regionalen Wirtschaftsförderung zu vermitteln.

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Müller vergisst nicht den Hinweis, dass es der Wirtschaft des Rhein-Main-Gebiets gutgehe, dass in Teilen nahezu Vollbeschäftigung herrsche.

Serviert wird Currywurst

Aber auf die jüngste Erfolgsmeldung für den Ballungsraum weist allein Mario Draghi hin. Der Präsident der Europäischen Zentralbank erinnert daran, dass die neue europäische Bankenaufsicht eben bei der EZB in Frankfurt angesiedelt werden soll. Draghi schont das Publikum nicht, er erläutert die Politik der Notenbank, er analysiert die Krise, er lässt zwar erkennen, dass es Grund für Optimismus gebe, aber er macht keine Hoffnung, dass die Krise bald vorbei ist: „Der Weg ist noch lang.“

Die Kammer stimmt schon mal auf sparsamere Zeiten ein: Serviert wird an diesem Abend Currywurst.

Quelle: F.A.Z.

 
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