Schwere Vorwürfe gegen Ordnungshüter: Die Staatsanwaltschaft Wiesbaden ermittelt gegen einen Stadtpolizisten aus Idstein im Taunus wegen Körperverletzung im Amt. Dem Mann wird vorgeworfen, am 30. April gemeinsam mit zwei Kollegen einen 17 Jahre jungen Mann auf einem Volksfest angegriffen und weitere Jugendliche grundlos mit Pfefferspray attackiert zu haben, bestätigte die Behörde einen Bericht der „Frankfurter Rundschau“.
Der Stadtpolizist sei dem Schüler bei einer Ausweiskontrolle mit beiden Knien in den Rücken gesprungen, sagte der Anwalt des mutmaßlichen Opfers, Michael Heuchemer, unter Berufung auf Augenzeugenberichte. Der Ordnungsamtsmitarbeiter habe den Kopf des Jugendlichen minutenlang auf den Boden gedrückt und ihm Handschellen angelegt.
Bürgermeister schweigt
Wer dem Verletzten helfen wollte, sei mit „schwerem Ärger“ bedroht worden. Später seien die Stadtpolizisten mit Pfefferspray auf den älteren Bruder des Opfers und zwei weitere Jugendliche losgegangen.
Idsteins Bürgermeister Gerhard Krum (SPD), dem die Stadtpolizei unterstellt ist, wollte das Verfahren gegenüber der „Frankfurter Rundschau“ nicht kommentieren. Er gehe jedoch davon aus, dass die beiden Ordnungshüter sich korrekt verhalten hätten, sagte er dem Blatt. Eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Wiesbaden sagte der Nachrichtenagentur dpa, dass die Ermittlungen in den nächsten Tagen abgeschlossen und wieder an die Staatsanwaltschaft übergeben werden.
Keine Polizisten, keine Beamten, keine Ausbildung
Johannes Meister (john23)
- 13.06.2012, 23:30 Uhr

