Die diesjährige Internationale Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt hat alle Besucherrekorde gebrochen. Bernd Gottschalk, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), sprach am Sonntag zum Abschluß der Automesse, zu der knapp eine Million Menschen gekommen waren, von einer Aufbruchstimmung und einem "klaren Votum für das Automobil". Gottschalk ließ keinen Zweifel daran, daß Frankfurt sich aus seiner Sicht als geeigneter Standort für die IAA erwiesen hat. Allerdings sei die Unzufriedenheit der Aussteller mit den Hotelpreisen unvermindert hoch. Auch habe der Anteil von Frauen am Publikum nur bei 17 Prozent gelegen.
Kunibert Schmidt, Geschäftsführer des VDA, teilte mit, das Feierabendticket sei gegenüber den vergangenen Jahren sehr viel besser genutzt worden. 25000 Menschen machten von dem Angebot Gebrauch, in der zweiten Messewoche an Werktagen von 15 Uhr an acht Euro Eintritt statt 13 zu zahlen. Die Sicherheitsvorkehrungen waren im Vergleich zur Ausstellung vor zwei Jahren noch einmal deutlich verschärft worden. Die Automobilmesse als Symbol des Kapitalismus und westlichen Fortschrittsglaubens hätte sich nach Ansicht von Sicherheitsexperten nämlich als mögliches Anschlagsziel für islamische Terroristen angeboten. Zumal die Eröffnung mit Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) auf den 11.September, den Jahrestag der Anschläge auf das World Trade Center und das Pentagon, fiel. Tage vor Beginn der IAA hatte die Polizei in der Frankfurter Innenstadt deshalb auffällig Präsenz gezeigt, zusätzliche Bereitschaftspolizisten waren in die Stadt abkommandiert worden.
In den vergangenen elf Tagen gab es immer wieder überraschende Verkehrskontrollen, bei denen die Personalien von Autofahrern überprüft und im Zweifel auch das Wageninnere und der Kofferraum in Augenschein genommen wurden. Mit solchen Aktionen, so hoffte die Polizei, ließen sich potentielle Attentäter abschrecken. Kontrolliert wurden in dieser Zeit 3351 Kraftfahrzeuge beziehungsweise 7540 Personen. Sichergestellt wurden dabei eine Vielzahl kleinerer Rauschgiftmengen. Aber auch Verstöße gegen das Waffengesetz, das Ausländergesetz und das Asylverfahrensgesetz wurden registriert. 14 Menschen, gegen die Haftbefehle bestanden, konnten festgenommen werden. Hauptbahnhof, Flughafen und besonders gefährdete Gebäude wie jüdische, amerikanische und britische Einrichtungen stehen ohnehin ständig unter strenger Kontrolle, doch wurden die Bewacher während der Tage der IAA gemahnt, besonders aufmerksam zu sein. Konkrete Hinweise auf einen zur Ausstellung geplanten Terroranschlag gab es nach Angaben der Polizei nicht.
Ein Bombenalarm hatte indes gleich zum Auftakt der IAA am 11.September für einiges Verkehrschaos gesorgt. Spürhunde hatten Sprengstoff an der S-Bahn-Haltestelle Messe angezeigt, woraufhin die Emser Brücke umgehend für zirka zwei Stunden gesperrt wurde. Doch die Spezialisten fanden nichts Verdächtiges, die Sperrung wurde daher gegen 10 Uhr wieder aufgehoben. Inzwischen hatten es 146 S-Bahn-Züge auf insgesamt 2294 Minuten Verspätung gebracht, 16 S-Bahnen waren komplett ausgefallen. Insgesamt zeigte sich die Verkehrspolizei zufrieden. Am vergangenen Freitag allerdings sei es auf der Autobahn5 zwischen 13 und 20 Uhr wegen des üblichen "Freitags-Staus" und dem zusätzlichen Messeverkehr zu Problemen gekommen. Und am Sonntag, so der Sprecher weiter, habe es auf der A5 zwischen 9 und 9.45 Uhr zeitweise einen Rückstau bis zur Anschlußstelle Niederrad gegeben. (cape./ler./rig.)

