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Dienstag, 18. Juni 2013
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Hochzeit Weltliche Trauung in historischem Glanz

 ·  Königstein und Kronberg schließen sich mit Glashütten und Steinbach zu einem Standesamtsbezirk zusammen und bieten mehr Auswahl für das passende Hochzeitsambiente.

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Es gibt Verwaltungsakte, die mehr bedeuten als Unterschrift und Stempel. Für einen Angelschein kann man auch später noch einmal wiederkommen, sollte der betreffende Mitarbeiter krank sein und es keine Vertretung geben. Bei einer Trauung ist das anders. „Der Termin muss stattfinden“, sagt der Königsteiner Bürgermeister Leonhard Helm (CDU). Die Nachbarn Königstein und Kronberg sorgen seit Anfang des Jahres gemeinsam dafür, dass der vielbeschworene „schönste Tag des Lebens“ zumindest von einer solchen Misslichkeit nicht verdorben wird. Sie haben sich zu einem Standesamtsbezirk mit der nötigen Personalausstattung zusammengeschlossen. Mit dabei sind zwei weitere Orte. Seit langem zählt Glashütten zum Königsteiner Bezirk. Neu ist, dass Kronberg die Standesangelegenheiten für Steinbach miterledigt.

Für die Bürger von Königstein und Kronberg ändert sich zunächst nichts: Sie können im jeweiligen Rathaus die Formalitäten klären. Bei der Wahl des Orts für die Eheschließung haben sie sogar mehr Möglichkeiten. Denn während ein Pfarrer die Eheschließung auf Wunsch des Paars auch in eine romantische Kapelle im Weinberg verlegen darf, sind Standesbeamte an ihren Bezirk gebunden. Wer nicht an seinem Heimatort heiraten möchte, muss sich an das zuständige andere Standesamt wenden. In Zeiten, in denen es häufig beim staatlichen Akt der Trauung bleibt, kommt dem entsprechenden Rahmen mangels Kirche oft große Bedeutung zu. Historisches Ambiente ziehen die Paare dabei meist der nüchternen Moderne vor.

Standesamt und Trauzimmer erfüllen die romantischen Ansprüche

In dieser Hinsicht hat der neue Standesamtsbezirk Premiumangebote zu machen. Das Kronberger Standesamt ist samt zugehörigem Trauzimmer in der ansehnlichen Receptur aus kurmainzischer Zeit untergebracht. Dort finden üblicherweise die Trauungen statt. Offiziell als Außenstelle wird aber auch das Schlosshotel geführt. Der einstige Witwensitz von Kaiserin Friedrich ist nach Worten des Sprechers der Stadt, Claus Harbers, hierfür beliebt. Königstein kann mit fünf Sternen Superior dagegenhalten. Schon Standesamt und Trauzimmer in der Villa Borgnis, dem ehemaligen Kurhaus, erfüllen romantische Ansprüche. Aber auch das Kempinski Grand in Falkenstein und die Villa Rothschild zählen zu den offiziellen Trauorten, ebenso wie das Konferenz- und Trainingscenter (KTC), wo sich wie in den beiden Hotels die Feier gleich anschließen lässt. Kein Wunder, dass in beiden Städten die Zahl der Trauungen hoch ist und der Anteil auswärtiger Paare weit überwiegt. 165 Eheschließungen verzeichnete Kronberg im vergangenen Jahr, 199 Königstein und damit mehr als das deutlich größere Oberursel (184). An der Spitze lag im Hochtaunuskreis Bad Homburg mit 252 Trauungen.

Eheschließungen in Steinbach, im vergangenen Jahr noch 20, bilden hingegen künftig die absolute Ausnahme. Die Paare müssen sich nach Kronberg wenden. Nur auf besonderen Wunsch wird noch Bürgermeister Stefan Naas (FDP) die Eheschließung im Backhaus vornehmen. Wie Helm verfügt er über die nötige Berechtigung. Die Steinbacher Standesbeamten übernähmen dagegen andere Aufgaben in der Verwaltung, sagt Naas. Steinbach, aber auch die übrigen Kommunen sparen sich durch den Zusammenschluss die eine oder andere teure Fortbildung oder können, wie Kronberg, auf eine sonst nötige zusätzliche Standesbeamtenstelle verzichten.

Heute müssten die täglich mit Standesangelegenheiten befassten Beamten absolute Spezialisten sein, sagt nicht nur der Königsteiner Bürgermeister über seine Mitarbeiter. Wenn zum Beispiel zwei nach dem Recht ihrer unterschiedlichen Heimatstaaten geschiedene Ausländer den deutschen Formvorschriften gemäß heiraten wollten, werde die Prüfung der Ehefähigkeit zur Herausforderung.

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Jahrgang 1964, Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Hochtaunuskreis.

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