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Veröffentlicht: 03.02.2014, 18:49 Uhr

Hitzfeld über die Zukunft des Fußballs Und dann Deutschland im WM-Finale schlagen

Als Nationaltrainer der Schweiz verabschiedet er sich nach der WM. Aber Ottmar Hitzfeld bleibt so oder so am Ball. Und plaudert etwa bei der Frankfurter Volksbank über Vergangenheit und Zukunft des Fußballs.

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© Wolfgang Eilmes Fußballweiser: Ottmar Hitzfeld plaudert mit Werner D’Inka, einem der Herausgeber dieser Zeitung

So ist das eben, wenn man zu Gast bei einem Kreditinstitut ist: Man muss damit rechnen, auch einmal zu finanziellen Dingen gefragt zu werden. Aber derjenige im Publikum, der gestern wissen wollte, wie denn Ottmar Hitzfeld sein Geld anlegt, ob er eher zum Spekulieren neigt oder zum Sparbuch, ist wohl doch etwas unbefriedigt nach Hause gegangen. Denn so auskunftsfreudig Hitzfeld zum Fußballgeschäft war, so sehr hielt er sich an die Regel, dass man Geld besitzt, nicht aber darüber redet. Das Spekulieren scheint ihm jedenfalls nach mehreren Börseneinbrüchen vergangen, das war herauszuhören. Und dass er Immobilien als sichere Geldanlage schätzt.

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Eine dieser Immobilien steht in Lörrach, und dort, in seiner Heimat, wohnt Hitzfeld auch. Wie viele andere Berufspendler macht er sich morgens von Deutschland auf in die Schweiz, deren Nationalmannschaft er erfolgreich und noch bis nach der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien im Sommer trainiert. Der Fünfundsechzigjährige hätte auch Trainer der deutschen Nationalmannschaft werden können, doch als er von Franz Beckenbauer danach gefragt wurde, 2004 war das, hatte er sich gerade eine Auszeit genommen. So kam das prestigeträchtige Angebot eben zum falschen Zeitpunkt.

Eine der zehn Besten der Welt

Ottmar Hitzfeld machte beim „Frühstücksgespräch“ der Frankfurter Volksbank aber nicht den Eindruck, als trauere er dieser Chance nach. In der Fragerunde mit Werner D’Inka, einem der Herausgeber dieser Zeitung, berichtete er vielmehr voller Stolz von den Erfolgen der Schweizer, die inzwischen offiziell zu den zehn besten Nationalmannschaften der Welt zählen. Dass seine Jungs in Brasilien die Gruppenphase überstehen, hält er für selbstverständlich. Dass es am 13.Juli in Rio ein Finale geben wird, bei dem die Schweiz Deutschland schlägt, trägt er auch vor, aber mit einem Augenzwinkern. Wann und wie auch immer aber die Schweizer für sich die Weltmeisterschaft beenden - danach wird Hitzfeld in den Ruhestand treten, über den er nur verrät, er wolle weiterhin beim Fernsehsender Sky kommentieren und ganz bestimmt kein Buch schreiben, eine Biographie gebe es ja schon.

Länger als über die Zukunft lässt sich mit Ottmar Hitzfeld über die Vergangenheit reden, eine große Vergangenheit mit ruhmreichen Jahren in Dortmund und in München, in denen er die ganz großen Titel reihenweise gewann. Ob der Trainer ein Vorbild sei, fragte D’Inka. Ja, sagte Hitzfeld, er müsse Integrität vorleben, er dürfe nicht überdrehen, indem er zum Beispiel ständig die Schiedsrichter beschimpfe, weil die Spieler dann meinten, sie könnten sich auch so verhalten.

Entlassung als Erlösung

Schon das klang ein wenig wie ein Rat an die in der Alten Oper versammelten Manager und Unternehmer im Publikum, aber dann ging Hitzfeld auch noch ganz direkt auf sie ein und riet ihnen, auch einmal an sich zu denken und nicht nur an andere - er selbst war nach den ersten Trainerjahren bei Bayern München so erschöpft, dass er die damalige Entlassung im Jahr 2004 als eine Erlösung empfand.

Ein Lob für Frankfurt fiel auch noch ab während der Veranstaltung, das war gleich nach der Begrüßung durch die Vorstandsvorsitzende der Volksbank, Eva Wunsch-Weber: Der Sportpresseball in der Alten Oper, der gefalle ihm besonders gut, bekannte Hitzfeld. Wie schön, da hat er ja Grund, in diesem Jahr noch einmal nach Frankfurt zu kommen. Ob mit Weltmeistertitel oder ohne.

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