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Hinrunde Mainzer Sahnehäubchen

 ·  Die Rheinhessen sind nach dem 3:1 gegen Stuttgart mit sich und der Hinrunde restlos zufrieden. Mit 26 Punkten schafft Mainz 05 seine bisher zweitbeste Halbserie in der ersten Liga.

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© dpa Vergrößern Erfolgsduo: Die Mainzer Torschützen Müller (links) und Soto

Weihnachtsgeschenke an seine Fans hat Mainz 05 in seiner bisherigen Bundesligageschichte nicht so ausgiebig verteilt. Einmal nur beendeten die Rheinhessen bis zum Samstag eine Erstliga-Hinrunde mit einem Sieg. Beim 3:1-Sieg gegen den VfB Stuttgart haben die Rheinhessen sich und ihrem Anhang nun im siebten Jahr ein besonders schönes Präsent geschnürt und sich nicht nur auf Europapokalrang sechs vorgespielt. Zudem ist es dem Team erstmals seit November 2011 gelungen, ein Spiel nach einem Rückstand noch zu gewinnen. Auch damals war der VfB übrigens der Gegner.

Die große Mehrheit der 31000 Zuschauer, die wie an den anderen recht ruhigen Bundesligastandorten nicht dem Boykottaufruf der Ultraszene gefolgt war, dankte es ihrem Team mit Anfeuerungsrufen in annähernd üblicher Lautstärke. Die Mainzer Spieler wiederum honorierten den „zivilen Ungehorsam“ der lautstarken Masse gegenüber der schweigenden Minderheit, indem sie die Huldigungen der Fans ausnahmsweise einmal an der besonders lautstarken Gegengeraden und eben nicht am Fanblock direkt hinter dem Tor über sich ergehen ließen. „Das war nicht abgesprochen, sondern wir sind gruppenintuitiv dorthin gegangen, von wo aus wir nach dem Rückstand nach vorne gepeitscht worden sind“, sagte Julian Baumgartlinger.

„Platz sechs gibt jetzt unsere Leistung in der Hinserie gut wieder“

Lediglich auf die übliche Zeremonie mit dem Mann des Tages auf dem Zaun verzichteten die Mainzer - sehr zum Leidwesen von Nicolai Müller. Denn der kleine Stürmer war mit seinem ersten Bundesliga-Doppelpack der entscheidende Mann in einer starken Bundesligapartie und hatte sich diese Ehre redlich verdient. Zunächst hatte er nach einem feinen Zusammenspiel mit Zdenek Pospech aus zwölf Metern zum Ausgleich getroffen (55.), ehe er in der 71. Minute nach einer Kopfballverlängerung von Adam Szalai VfB-Torhüter Sven Ulreich mit einem Lupfer überwand und schließlich den Ball mit dem Kopf über die Linie bugsierte. „Der Sieg ist besonders schön, weil die Tabelle jetzt auch in der Winterpause gut aussieht“, sagte Müller. „In den vergangenen Wochen sind wir ja immer mal von weit oben bis auf Platz zwölf gestürzt, Platz sechs gibt jetzt unsere Leistung in der Hinserie gut wieder.“

Die stimmte am Samstag vom Anpfiff weg: Die Mainzer zeigten den wohl stärksten Auftritt im zu Ende gehenden Kalenderjahr. Immer wieder überraschten sie ihren Gegner mit schnellen und offenkundig einstudierten Umschaltaktionen, die die Schwaben sichtlich überforderten.

26 Punkte: Zweitbeste Halbserie von Mainz 05

Fast im Minutentakt erspielten sie sich Torchancen, die aber vornehmlich Andreas Ivanschitz und Adam Szalai nicht zu nutzen wussten. So gestatteten die Mainzer kurz nach dem Seitenwechsel dem VfB Stuttgart das erste Tor. Martin Harnik köpfte nach eine Traoré-Flanke aus extrem spitzen Winkel zur Führung ein. Beim Abwehrversuch sah Heinz Müller nicht allzu gut aus, weil er den Ball ins eigene Netz lenkte. Der Schlussmann musste sich freilich nicht allzu lange grämen, da sein Namensvetter Nicolai das Spiel anschließend drehte, ehe Elkin Soto, für den gesperrten Nikolce Noveski Kapitän seines Teams, in der Nachspielzeit noch zum 3:1 traf.

„Das war das Sahnehäubchen auf einer sehr, sehr guten Hinrunde“, sagte Manager Christian Heidel. „Mit 26 Punkten war das die zweitbeste Halbserie, die wir bislang in der ersten Liga gespielt haben. Das ist herausragend.“ Noch schöner könnte der Jahresabschluss für die Mainzer freilich am Dienstag werden. Dann spielt der Klub um 19 Uhr bei Schalke 04 ums Erreichen des Viertelfinals im DFB-Pokal. Die Anhänger würden vermutlich auch ein zweites Weihnachtsgeschenk akzeptieren.

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