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Heusenstammer bei Rallye Dakar Stephan Schott und das Autoglück von Lima

 ·  Der Heusenstammer Unternehmer Stephan Schott startet am Samstag bei der Rallye Dakar in der peruanischen Atacamawüste. Mit seinem rot-weißen Mini will Schott einen guten Platz erfahren.

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© Leonhard Kazda Vergrößern Wüstenfuchs: Stephan Schott freut sich auf sein Auto und die Dakar.

Männer und ihre Autos - es ist vermutlich immer wieder die gleiche Geschichte. Als der Anruf aus Frankfurt bei Stephan Schott kam, war der Unternehmer aus Heusenstamm gerade sehr beschäftigt und hoch konzentriert auf eine der wirklich wichtigen Fragen: Er war unterwegs zu seiner ersten Begegnung mit seiner neuesten automobilen Errungenschaft, einem Mini. Das klingt zunächst einmal gar nicht so aufregend, wie es für den 60 Jahren alten Schott vermutlich war. Denn dieser Mini ist ein ganz besonderes Auto - eines, das es beim Händler nicht zu kaufen gibt. Schott hat mit dem Auto einiges vor, wird ihm allerhand zumuten. An diesem Samstag startet er damit in Lima auf eine aufregende, 8500 Kilometer lange Fahrt, die ihn und seinen Beifahrer Holm Schmidt in zwei Wochen von der peruanischen Hauptstadt nach Santiago de Chile führen wird.

Schott ist einer von 459 Teilnehmer aus 53 Nationen, die sich am Samstag bei der Dakar-Rallye auf die lange, aufregende Tour über staubige Trails, die endlose Weite der Atacamawüste und atemraubende Gebirgspässe der Anden machen werden. Und weil Schott ein ehrgeiziger Rennfahrer ist, hat er sich vorgenommen, besser zu sein als je zuvor. Als Zwanzigster der Gesamtwertung hat er es einmal in seinen vier vorangegangenen Rennen ins Ziel geschafft. Im vergangenen Jahr hatte er sich nach einer nicht enden wollenden Pechsträhne mit Platz 30 zufrieden geben müssen.

Sven Quandt brachte ihn zum Offroad-Rennsport

Neues Auto, neues Glück - Schott könnte in diesem Jahr sein Resultat tatsächlich ein wenig verbessern. Denn der Wagen, den er fährt, ist weitgehend baugleich mit dem des Titelverteidigers Stéphane Peterhansel. Der Franzose, mit zehn Dakar-Siegen der erfolgreichste Wüstenrallyefahrer der Welt, steuert einen Mini in Grün und Schwarz, Schott einen in Rot und Weiß. Das sind auch die Farben seines Unternehmens. In seiner Firma in Heusenstamm produziert er Werkzeuge. Das Geschäft floriert - und Schott kann sich als wohlhabender Mensch die teuren Ausflüge im Rennwagen leisten. Zudem rüstet er schon seit geraumer Zeit den X-raid-Rennstall von Sven Quandt, in dem auch Peterhansel fährt, aus.

Die Dakar hat er schon als Student kennen gelernt, und zwar in ihrer Urform auf Touren durch Afrika in einem VW-Bus. „Viel kritischer“ sei seine Einstellung zu der wüsten Ausfahrt damals gewesen, sagt er. Dass er selbst einmal mit einem Rennauto über Stock und Stein preschen würde, habe er sich damals nicht einmal vorstellen können. Doch die Bekanntschaft mit Quandt brachte ihm zum Offroad-Rennsport, und Schott begann in einem Mitsubishi kleinere Rallyes zu fahren.

Inzwischen gehört der schlanke, fast immer fröhliche Hesse im X-raid-Team schon fast zur Stammbelegschaft. Man spürt, wie sehr ihn auch Teamchef Quandt schätzt. Was vermutlich etwas mit der positiven Stimmung zu tun hat, die Schott irgendwie und fast ganz nebenbei zum Teamalltag beisteuert. Bei der internen Siegesfeier der Mannschaft im vergangenen Jahr in einem Restaurant in Lima wurde der Heusenstammer beinahe so begeistert gefeiert wie der Sieger Peterhansel und der Zweite Nani Roma, der auch in diesem Jahr wieder für X-raid startet. Im vergangenen Jahr steuerte Schott noch einen BMW X3. Der Mini sei diesem Auto durchaus ähnlich, sagt er, „ist aber besser ausbalanciert und hat ein optimiertes Fahrwerk“. Etwas mehr als 300 Pferdestärken entwickelt der Dieselmotor, der sich mit einem Drehmoment von 700 Newtonmetern in den Sand stemmt.

Ausdauersport als Vorbereitung auf Rennen

„Ich freue mich unheimlich auf das neue Auto“, sagt Schott und muss dann ganz schnell das Gespräch beenden. Denn der Shuttlebus ist endlich angekommen im Carpark von Lima, wo die Boliden auf den Dakar-Start warten. Unterwegs hat er sich spaßeshalber noch ein wenig mit Teamchef Quandt gekabbelt. Der hatte ihm in den Monaten vor dem Start quasi als Bedingung für die Aushändigung eines Mini eines verordnet: Sport. Acht Wochen lang sei eine Trainerin mit ihm täglich joggend unterwegs gewesen. „Wie hoch mein Puls am Anfang war, verrate ich nicht“, sagt Schott. Aber er ist stolz, es geschafft zu haben. Jetzt kann die Dakar kommen. „Mit Gehirn und angepasstem Speed“ wollen er und sein Copilot Schmidt unterwegs sein.

Was so alles passieren kann auf dem langen Weg von Lima nach Santiago de Chile, weiß Schott aus eigener Erfahrung. Das unbedachte Überholmanöver beispielsweise, bei dem er im vergangenen Jahr aus einer Staubfahne heraus in ein Geröllfeld preschte, wo ein großer Felsen die Radaufhängung des X3 zertrümmerte, hat er noch in unguter Erinnerung. Und eines will Schott auf seiner fünften Dakar nicht machen: Schrott.

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