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Aktualisiert: 15.08.2014, 10:09 Uhr

Hessischer Rundfunk Mit der Wahrheit nimmt man es nicht so genau

Der Hessische Rundfunk bedauert, in mehreren Sendungen Rankings manipuliert zu haben. Doch seien gewisse Manipulationen im Prinzip in Ordnung, solange es für die Zuschauer transparent gemacht werde.

von , Frankfurt
© Wolfgang Eilmes 3 von 16 Zuschauer-Votings sollen auch beim Hessischen Rundfunk manipuliert worden sein.

In der Leitung des Hessischen Rundfunks (HR) ist man verärgert über die Manipulation von Zuschauer-Ranglisten. Fernsehdirektor Manfred Krupp sei über die Unregelmäßigkeiten erbost, sagte ein Sprecher der öffentlich-rechtlichen Anstalt. Sobald Intendant Helmut Reitze seinen Urlaub beendet habe, wolle man festlegen, wie künftig mit sogenannten Online-Votings verfahren werde, bei denen die Zuschauer im Internet eine Stimme abgeben können.

Solche Transparenzregeln sollten nach Möglichkeit aber auch mit anderen ARD-Anstalten abgesprochen werden. Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) hat inzwischen entschieden, bei künftigen Ranking-Sendungen auf Online-Abstimmungen zu verzichten.

Manipulationen

Beim WDR waren zehn von 111 Sendungen manipuliert worden, beim HR waren es drei von 16. Die Untersuchung in Frankfurt war veranlasst worden, nachdem der Norddeutsche Rundfunk (NDR) und Radio Berlin Brandenburg (RBB) Manipulationen zugeben mussten. Der Ursprungsfall hatte sich beim Zweiten Deutschen Fernsehen in Mainz ergeben, dort waren vor vier Wochen bei der Sendung „Deutschlands Beste“ sogar repräsentative Umfragen manipuliert worden.

So war etwa Außenminister Frank-Walter Steinmeier in der angeblichen Gunst der Befragten von Platz zehn auf Platz sechs, der frühere Fußballspieler Franz Beckenbauer gar von Platz 31 auf Platz neun aufgestiegen. ZDF-Programmchef Norbert Himmler hatte die Manipulation streng verurteilt, Unterhaltungschef Oliver Fuchs musste zurücktreten. Beim Hessischen Rundfunk sind in der Sendung „Die beliebtesten Klassiker des Kinderfernsehens“ nach Angaben des Senders zwei Plätze getauscht worden, weil „aus dramaturgischen Gründen“ nicht zwei Zeichentrickfilme aufeinander folgen sollten.

Transparenz gefragt

In der Folge „Die beliebtesten Stimmungslieder“ sei die Reihenfolge verändert worden, weil für einzelne Kompositionen die Senderechte nicht rechtzeitig vorgelegen hätten. Schließlich habe man bei „Geniale Verbindungen – Hessens spannendste Brücken“ die Positionen verändert, weil sich der Eindruck ergeben habe, Interessenten hätten durch gezielte Abgabe von Stimmen das Ergebnis verfälscht.

Hierzu hieß es beim HR, ein solches Eingreifen bei Manipulationsversuchen sei im Prinzip in Ordnung, solange es für die Zuschauer transparent gemacht werde. In der Tat kommt es bei Online-Abstimmungen häufig vor, dass Fanclubs oder Interessengemeinschaften in ihrem Sinne vor Ende des Votings ihre Stimmen geballt abgeben.

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