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Veröffentlicht: 28.02.2013, 23:23 Uhr

Hessischer Landtag Mehrheit fürs Sitzenbleiben

SPD und Grüne plädieren im Landtag dafür, das Sitzenbleiben in den hessischen Schulen mittelfristig abzuschaffen. CDU und FDP hingegen sehen darin ein bewährtes pädagogisches Mittel.

von , Wiesbaden
© dapd Die Mehrheit der Deutschen ist laut einer Umfrage gegen das Sitzenbleiben von Schülern. Im hessischen Landtag wird nun darüber diskutiert, es abzuschaffen.

Sozialdemokraten und Grüne im Landtag haben sich dafür ausgesprochen, das Sitzenbleiben in den hessischen Schulen mittelfristig abzuschaffen. Die Linkspartei will eine solche Lösung sogar so schnell wie möglich, während die Regierungsmehrheit von CDU und FDP es für unumgänglich hält, dass manche Schüler eine Klasse wiederholen müssen. Das Sitzenbleiben habe sich als pädagogische Maßnahme bewährt, sagte der bildungspolitische Sprecher der Union, Günter Schork, am Donnerstag bei einer von seiner Fraktion angestoßenen Landtagsdebatte.

Ralf Euler Folgen:

Leistungsschwächere Schüler könnten in einem Wiederholungsjahr Versäumtes nacharbeiten und Wissenslücken schließen, sagte der CDU-Abgeordnete. Wer das unterschiedliche Leistungsniveau von Schülern allein durch „Totschweigen“ beheben wolle, verschließe die Augen vor der Realität und schade damit vor allem den Jugendlichen. Durch den vollständigen Verzicht auf das Wiederholen einer Jahrgangsstufe würde sich der Leistungsrückstand von schwachen Schülern zwangsläufig immer weiter vergrößern.

Ein „erbitterter Kampf“ gegen Tüchtigkeit

Der Opposition warf Schork vor, sie führe einen „erbitterten Kampf“ gegen jegliche Form von Leistungsbereitschaft, Tüchtigkeit, Anstrengung und Individualität. Auch der Liberale Mario Döweling erklärte das Sitzenbleiben für unverzichtbar.

Die SPD-Abgeordnete Heike Habermann hingegen forderte, statt der Nichtversetzung müssten die Schulen mehr Möglichkeiten zur individuellen Förderung der Kinder haben. Sitzenbleiben sei kein pädagogisches Allheilmittel, und die CDU beweise mit ihrer Haltung, dass sie „in der bildungspolitischen Steinzeit“ verharre. Viele andere Bundesländer seien bereits auf dem Weg, das Sitzenbleiben durch zusätzliche Förderung im Klassenverband überflüssig zu machen. Die Nichtversetzung führe häufig zu Demotivierung und in der Folge zu noch schlechteren Leistungen, sagte die Sozialdemokratin.

Mathias Wagner (Die Grünen) wies darauf hin, dass es in integrierten Gesamtschulen schon jetzt keine Jahrgangswiederholungen mehr gebe.

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