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Fachwerk-Handwerkskunst : Hessischer Kratzputz zählt nun zum Kulturerbe

  • Aktualisiert am

Vor allem in Nordhessen zu bewundern: Kratzputz an Fachwerkhäusern Bild: dpa

Der Kratzputz ist eine Handwerkskunst, mit der vor allem in Nordhessen Fachwerkhäuser verschönert werden. Fortan zählt er zum Kulturerbe. Wie andere hessische Besonderheiten auch.

          Der hessische Kratzputz und mehr als 30 weitere Bräuche sind im vergangenen Jahr neu in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen worden. Am Montag haben Vertreter dieser Traditionen in Berlin die entsprechenden Urkunden erhalten. Der Kratzputz ist eine Handwerkskunst, mit der vor allem in Nordhessen Fachwerkhäuser verschönert werden. Seit dem 17. Jahrhundert werden die verputzten Mauerflächen zwischen den Fachwerkbalken mit Ornamenten verziert.

          Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU), die brandenburgische Kultusministerin Martina Münch (SPD) als amtierende Präsidentin der Kultusministerkonferenz und der stellvertretende Präsident der deutschen Unesco-Kommission, Christoph Wulf, wollten die Urkunden überreichen. Die zahlreichen Traditionen und Bräuche im Land stünden für die Vielfalt der deutschen Kulturlandschaft, erklärten sie vorab.

          Auf Vorschlag der Unesco-Kommission

          Zu den ausgezeichneten Bräuchen gehört auch die Töpfertradition Westerwälder Steinzeug. Laut Unesco widmen sich im Westerwald und seinen Randzonen heutzutage fast 40 Werkstätten und Studios sowie das Bildungs- und Forschungszentrum Keramik im rheinland-pfälzischen Höhr-Grenzhausen der Keramiktradition. Gefertigt werden die Objekte traditionell auf der Töpferscheibe, aber auch mit neuen Techniken und Materialmischungen.

          Grütters und die Kultusminister der Länder hatten die Neuaufnahmen im Dezember 2016 auf Vorschlag der deutschen Unesco-Kommission beschlossen. Die Kulturorganisation der Vereinten Nationen stellt seit 2003 nicht nur Kulturstätten, sondern auch Traditionen und Bräuche unter Schutz. Jedes Beitrittsland ist aufgefordert, ein nationales Verzeichnis seines immateriellen Kulturerbes anzulegen. Zusammen mit den Neuaufnahmen stehen in Deutschland jetzt 68 Kulturformen auf der Schutzliste.

          Quelle: dpa

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