Home
http://www.faz.net/-gzg-76iet
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Hessische SPD-Bundestagsabgeordnete Wer schon in Berlin sitzt, will dort auch bleiben

Die alten SPD-Bundestagsabgeordneten werden vermutlich auch die neuen sein. Auf der Liste des Bezirks Hessen-Süd belegen sie die ersten Plätze.

© Sick, Cornelia Vergrößern Auf den Spitzenplatz setzten Bezirksvorstand und Bezirksbeirat, das höchste SPD-Parteiorgan zwischen den Parteitagen, Christine Lambrecht (Foto)

Die Frankfurter SPD kann sich berechtigte Hoffnungen machen, nach der Bundestagswahl am 22. September wieder einen Abgeordneten aus ihren Reihen in den Bundestag zu entsenden. Ulrike Nissen, Kandidatin im Frankfurter Südosten und Norden (Wahlkreis 183), wurde vom SPD-Bezirk Hessen-Süd auf Platz sieben seiner Liste gesetzt. Dagegen muss Gregor Amann, der Kandidat im Frankfurter Westen, mit einem aussichtslosen Platz 17 vorliebnehmen.

Hans Riebsamen Folgen:

Erreicht die SPD bei der Bundestagswahl ein Ergebnis um die 30 Prozent, dürfte Nissen auch bei einer Niederlage in ihrem Wahlkreis gegen Erika Steinbach (CDU) oder Omid Nouripour (Die Grünen) Bundestagsabgeordnete werden. In der zu Ende gehenden Legislaturperiode war die Frankfurter SPD zum Unmut vieler Frankfurter Genossen nicht mit einem Abgeordneten im Bundesparlament vertreten. Der Frankfurter Parteivorsitzende Gernot Grumbach, der auch Vorsitzender von Hessen-Süd ist, zeigte sich mit der Plazierung der beiden Frankfurter Kandidaten nicht ganz zufrieden: „Es ist aber zu ertragen“, sagte er der Rhein-Main-Zeitung. In der Vergangenheit habe meist ein Frankfurter Bewerber einen sicheren und der zweite einen unsicheren Listenplatz erhalten. Erfreulich sei, dass die Bankenstadt aller Voraussicht nach mindestens eine Abgeordnete nach Berlin entsende.

Spitzenplatz für Lambrecht

Die ersten Plätze auf der Liste von Hessen-Süd nehmen Bewerber ein, die schon dem Bundestag angehören. Auf den Spitzenplatz setzten Bezirksvorstand und Bezirksbeirat, das höchste Parteiorgan zwischen den Parteitagen, Christine Lambrecht aus dem Kreis Bergstraße. Ihr folgen Rüdiger Veit (Gießen), Gerold Reichenbach (Groß-Gerau), die frühere Justizministerin Brigitte Zypries (Darmstadt) und Sascha Raabe (Main-Kinzig).

Dagmar Schmidt (Lahn-Dill) ist auf Platz sechs die erste Bewerberin, die kein Bundestagsmandat innehat. Nach Ulli Nissen auf Platz sieben belegen auch noch Martin Rabanus (Rheingau-Taunus), Bettina Müller (neuer Wahlkreis Main-Kinzig, Wetterau II) und Joachim Schabedoth (Hochtaunus) halbwegs aussichtsreiche Listenplätze. Gregor Amann hat auf Platz 17 keine Chance, über die Liste in den Bundestag zu gelangen. Er könnte aber durchaus im Wahlkreis 182 gewinnen.

Entscheidung am 9. März

Diese Liste des Bezirks Hessen- Süd ist allerdings nur eine vorläufige. In sie müssen noch die Bewerber aus dem Bezirk Hessen-Nord eingearbeitet werden. Darüber werden demnächst die Vorstände der beiden Bezirke verhandeln. Der Bezirk Süd dürfte entsprechend seiner Mitgliederzahlen zwei Drittel der Plätze besetzen. Die besten Chancen auf den Spitzenplatz hat Michael Roth (Werra-Meißner und Hersfeld-Rotenburg), derzeit Sprecher der Landesgruppe Hessen im Bundestag und Generalsekretär der hessischen SPD.

Mehr zum Thema

Die endgültige Entscheidung fällt ein Landesparteitag, der für den 9. März in Hanau angesetzt ist. Laut Beschluss des Bundesparteitags muss für die Bundestagswahl die Hälfte der SPD-Listenplätze mit Frauen besetzt sein. Sollte Roth den ersten Platz einnehmen, müssten dementsprechend im Reißverschluss-System Frauen und Männer folgen.

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Frankfurt SPD will Mainkai für Autos sperren

Die Sozialdemokraten im Römer wünschen sich eine Fußgängerzone zwischen Alter Brücke und Untermainbrücke. Das soll den Mainkai schöner werden lassen. Doch die schwarz-grüne Koalition hat andere Pläne. Mehr Von Hans Riebsamen

23.05.2015, 07:00 Uhr | Rhein-Main
Frankfurter Anthologie Christine Lavant: Wär ich einer Deiner Augenäpfel

Wär ich einer Deiner Augenäpfel von Christine Lavant, gelesen von Thomas Huber. Mehr

04.03.2015, 13:24 Uhr | Feuilleton
BND-Skandal Das Berliner Leben ist auch nur ein Ponyhof

Union und SPD nähern sich im Streit um die Liste der BND-Suchbegriffe an. Im Gespräch sind zwei mögliche Verfahren zur Aufklärung. Die Opposition setzt dahingegen weiter auf schrille Töne. Mehr Von Günter Bannas, Eckart Lohse und Majid Sattar, Berlin

20.05.2015, 19:01 Uhr | Politik
Sonderausstellung 200 Jahre Frankfurter Städel

Es ist eines der bedeutendsten Kunstmuseen Deutschlands. Das Städel-Museum in Frankfurt am Main versammelt fast 3000 Gemälde vom Mittelalter bis in die Gegenwart und das seit genau 200 Jahren. Zur Feier dieses runden Jubiläum präsentiert das Museum nun eine Sonderausstellung Mehr

10.03.2015, 18:18 Uhr | Feuilleton
Geheimdienstaffäre Ein Kompromiss im Koalitionsstreit über die Kanzlerin und die NSA?

Die SPD erwartet eine konkrete Initiative aus der Unionsfraktion, um den Koalitionsstreit wegen der Rolle des Kanzleramts in der NSA-Affäre beizulegen. Die Lösung könnte ein Sonderermittler des Bundestags sein. Mehr

20.05.2015, 12:38 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 12.02.2013, 23:23 Uhr

Der Aufpreis der U-Bahn

Von Hans Riebsamen

Eine U-Bahn-Strecke soll das Europaviertel in Frankfurt besser anbinden. Der Bau wird teurer und laut Plan erst 2022 fertig. Doch ein wichtiges Gesetz läuft bald aus, das bedeutet ein enormes Risiko für das Land Hessen. Mehr 0