http://www.faz.net/-gzg-8pdbu

Tarifstreit dauert an : Busfahrer streiken auch am Donnerstag

  • Aktualisiert am

Stillstand: Busse in einem Frankfurter Depot Bild: Maximilian von Lachner

Der Busfahrer-Streik in Hessen wird zur Geduldsprobe. Auch am Donnerstag soll er in vielen Städten weitergehen. Die Gewerkschaft Verdi wartet auf ein besseres Tarifangebot.

          In vielen Städten Hessens müssen sich Pendler weiter auf Busstreiks einstellen. Der Ausstand soll wegen des Tarifstreits auch am Donnerstag fortgesetzt werden, teilte die Gewerkschaft Verdi am Mittwoch mit. Das wäre der vierte Streiktag der Beschäftigten von 20 privaten Busgesellschaften in Folge.

          Schwerpunkte sollen Frankfurt, Fulda, Hanau, Offenbach, Gießen und Marburg sein. Auch zu Solidaritätsstreiks sei wieder aufgerufen worden, teilte Verdi weiter mit. So sollen etwa in Darmstadt erneut die Fahrer von Straßenbahnen ihre Arbeit niederlegen.

          „Wir hören die Botschaft wohl“

          Der Landesverband der Hessischen Omnibusunternehmer hatte die Gewerkschaft aufgefordert, wieder an den Verhandlungstisch zurückzukehren. „Wir hören die Botschaft wohl“, teilte Verdi-Verhandlungsführer und Streikleiter Jochen Koppel mit. „Bis zur Stunde ist jedoch vom Arbeitgeber kein verbessertes Angebot eingegangen.“

          Der Ausstand war am Mittwoch mit Solidaritätsstreiks ausgeweitet worden. In einigen Städten legten auch Fahrer ihre Arbeit nieder, die nach einem anderen Tarifvertrag bezahlt werden. In Darmstadt blieben nicht nur Busse, sondern auch Straßenbahnen im Depot. „Bei uns fährt gar nichts“, sagte eine Sprecherin des Nahverkehrsunternehmens Heag mobilo.

          In Fulda war der Stadtbusverkehr komplett lahmgelegt. Im Landkreis fuhren dagegen 78 Prozent der Busse. Im gesamten Gebiet der RhönEnergie Fulda waren - wie an den Vortagen auch - 57 Prozent der Busse im Einsatz, wie das Unternehmen RhönEnergie berichtete. „Das von manch einem befürchtete Chaos ist ausgeblieben. Die Fahrgäste haben sich darauf eingestellt und rufen unsere Informationen ab, welche Linien in Betrieb sind und welche nicht“, sagte ein Unternehmenssprecher. Im Landkreis Hersfeld-Rotenburg fuhren 68 Prozent der RhönEnergie-Busse, im Main-Kinzig-Kreis 61 Prozent.

          Die RhönEnergie verfügt über rund 210 Busse und beschäftigt 317 Busfahrer, die 76 Linien bedienen. Die Fahrzeuge fahren im gesamten Landkreis Fulda sowie in Teilen von Hersfeld-Rotenburg und dem Main-Kinzig-Kreis (MKK).

          In Gießen demonstrierten etwa 100 Busfahrer aus Mittelhessen für ihr Anliegen. Nach Verdi-Angaben waren darunter Kollegen aus Marburg, Gießen und Gelnhausen.

          Der hessische Busunternehmerverband (LHO) hatte Verdi am Mittwoch zu Verhandlungen aufgefordert. „Nur beim Ringen um einen realitätsnahen Kompromiss können die Rahmenbedingungen für Fahrer im öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) verbessert werden“, teilte LHO-Geschäftsführer Volker Tuchan mit. Die Forderungen von Verdi würden die Lohnkosten um 25 Prozent erhöhen. Das würde die Unternehmen überfordern.

          Solidaritätsstreiks sind nach einer Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts grundsätzlich möglich. Es muss aber - wie bei anderen Arbeitskampfmaßnahmen auch - der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit gewahrt bleiben.

          Weitere Themen

          Tonnenschwere Geschosse

          Mehr Unfälle mit Lastwagen : Tonnenschwere Geschosse

          Schon wieder sind zwei Menschen bei schweren Unfällen mit Lastwagen ums Leben gekommen. Notbremssysteme könnten solche Unglücke verhindern – doch schärfere Vorschriften werden von vielen Staaten blockiert.

          Wir schaffen das Video-Seite öffnen

          Politischer Aschermittwoch : Wir schaffen das

          Bundeskanzlerin Angela Merkel hat beim politischen Aschermittwoch in Demmin die geplante Verteilung der Ministerien in einer möglichen neuen Bundesregierung verteidigt.

          Topmeldungen

          Mitt Romney : Trumps unangenehmer Gegner aus den eigenen Reihen

          Mitt Romney schafft es, nur Stunden, nachdem er seine Kandidatur für den Senatssitz von Utah bekannt gegeben hat, Spitzen gegen den Präsidenten loszulassen. Die beiden sind sich sowieso in Abneigung verbunden.

          Sigmar Gabriel im Porträt : Ein Mann will bleiben

          Sigmar Gabriel hat eine Kampagne gestartet, die ihn als Minister im Amt halten soll. Doch in der SPD hat der einstige Vorsitzende kaum noch Unterstützer. Nun setzt er auf öffentlichen Druck.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.