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Hessens Einzelhandel Das beste Jahr seit langem

Einzelhändler klagen gerne. Doch 2011 hatten sie dafür keinen Grund. Das vergangene Jahr war geschäftlich das beste seit langem: Die Umsätze seien binnen Jahresfrist um drei Prozent geklettert.

© dapd Vergrößern Kauffreudige Kundschaft: Aus dem Einzelhandelsverband hieß es, die Umsätze seien 2011 etwa 3,0 bis 3,5 Prozent höher gewesen als 2010

Der hessische Einzelhandel hat eines der besten Jahres seit langem hinter sich. Aus dem Verband hieß es, die Umsätze seien 2011 etwa 3,0 bis 3,5 Prozent höher gewesen als 2010. Damit fiele die Zuwachsrate noch einmal deutlich höher aus als in Deutschland insgesamt ohnedies schon. Das Statistische Bundesamt hatte Ende vergangener Woche eine Schätzung veröffentlicht, wonach die Umsätze im Einzelhandel in der Bundesrepublik im vergangenen Jahr um 2,7 bis 2,9 Prozent wuchsen. Das wäre, sollten sich diese Zahlen bestätigen, der größte Umsatzsprung seit der Wiedervereinigung.

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Michael Kullmann, Hauptgeschäftsführer der hessischen Einzelhandelsverbands, führt das überdurchschnittliche Plus in Hessen auf die hohe Kaufkraft im Rhein-Main-Gebiet zurück. „Das war ein gutes Geschäftsjahr“, sagte er mit Blick auf 2011. Die Branche gehe auch zuversichtlich ins neue Jahr. Der Handelsverband Deutschland hatte schon in der vergangenen Woche wissen lassen, die Rekordzahlen vom Arbeitsmarkt - die Zahl der Erwerbstätigen ist gegenwärtig so hoch wie noch nie in der Bundesrepublik - wirkten sich positiv aus.

Gut ein Prozent nach Inflation

Allerdings frisst die Inflation einen Teil der Zugewinne wieder auf. Bereinigt man die Umsatzsteigerungen um den Anstieg der Verbraucherpreise, so bleiben vom Plus in Höhe von 2,7 bis 2,9 Prozent in Deutschland noch 1,1 bis 1,3 Prozent übrig, in Hessen dürften es knapp zwei Prozent sein. Die Zahlen haben allerdings durchweg noch vorläufigen Charakter, weil die Erhebung der Daten stets einige Wochen dauert.

Das gilt auch für das Weihnachtsgeschäft. Kullmann sprach gestern für Hessen von einem Plus gegenüber 2010 in Höhe von 1,5 Prozent, ohne Berücksichtigung der Inflationsrate. Einzelhändler beklagen vor allem das milde Wetter, dass den Verkauf von warmer Kleidung erschwere. Norbert Richter, Geschäftsführer des Kaufhofs an der Hauptwache in Frankfurt, sagte gestern, trotz der Rabatte in den vergangenen Wochen sei man bei Winterkleidung immer noch gut sortiert, für die Kunden sei die Lage gegenwärtig bestens.

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Der Versuch, in Frankfurt bereits zu Jahresbeginn einen verkaufsoffenen Sonntag zu veranstalten, ist nach Ansicht Richters gelungen. Am vergangenen Sonntag hatten die Geschäfte nachmittags geöffnet. Der Umsatz im Kaufhof sei deutlich höher gewesen als bei dem ersten verkaufsoffenen Sonntag im vergangenen Jahr im April, sagte der Geschäftsführer. Auch Ernst Schmid, Geschäftsführer des Fachgeschäfts Hifi-Profis, zeigte sich mit dem vergangenen Sonntag zufrieden.

Autoschlangen am MTZ

Geöffnet hatte auch das Main-Taunus-Zentrum; dort bildete sich am Nachmittag schon auf der Abfahrt von der A66 eine Autoschlange, wie sonst nur an den Samstagen vor Weihnachten. Das Einkaufszentrum hatte bereits im vergangenen Jahr die Möglichkeit genutzt, gleich zu Jahresbeginn einen verkaufsoffenen Sonntag zu organisieren. In Wiesbaden soll es nach den Worten Kullmanns vom hessischen Einzelhandelsverband in diesem Jahr erstmals einen dritten verkaufsoffenen Sonntag geben. Einen entsprechenden Antrag für den Herbst habe man gestellt.

Quelle: F.A.Z.

 
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