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Zwei wortgleiche Entschließungen : Landtag entschuldigt sich bei missbrauchten Heimkindern

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Der hessische Landtag verabschiedete zum Thema Missbrauch zwei wortgleiche Entschließungen - denn die CDU wollte keinen gemeinsamen Antrag mit der Linksfraktion stellen Bild: dpa

Der Landtag hat sich bei ehemaligen Heimkindern entschuldigt, die misshandelt oder missbraucht worden sind. Die Abgeordneten verabschiedeten dazu zwei wortgleiche Entschließungen - denn die CDU wollte keinen gemeinsamen Antrag mit der Linksfraktion stellen.

          Der hessische Landtag hat sich bei ehemaligen Heimkindern entschuldigt, die vor allem in den fünfziger und sechziger Jahren Gewalt und Misshandlung erlitten haben. Diese Geste werde den Opfern hoffentlich ein Mindestmaß an Genugtuung verschaffen, sagte in Wiesbaden der Grünen-Abgeordnete Andreas Jürgens, der als Vorsitzender des Sozialausschusses stellvertretend für alle Fraktionen sprach. In den damaligen Heimen seien Ausbrüche unvorstellbarer Gewalt offenbar an der Tagesordnung gewesen.

          Die Initiative für eine Entschuldigung geht auf eine Anhörung des Sozialausschusses vom Oktober 2009 zurück. Die Abgeordneten hatten etwa 50 ehemalige Heimkinder eingeladen, über ihre oft traumatischen Erfahrungen zu berichten. „Wir haben in Abgründe menschlichen Daseins geblickt“, berichtete Jürgens. „Worte können nicht ausdrücken, was wir empfunden haben.“

          „Physische und psychische Verletzungen zugefügt

          Die Täter seien später nur selten zur Rechenschaft gezogen worden, sagte Jürgens. „Vertuschen, Abwiegeln, Verharmlosen war die häufigste Reaktion.“ Heimaufsicht, Jugendämter oder Staatsanwaltschaften seien überwiegend untätig geblieben. Viele Opfer hätten lebenslang Probleme, ihren Platz in der Gesellschaft zu finden.

          In dem Entschließungsantrag der Landtagsfraktionen heißt es: „Auch wenn sich viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bemüht haben, in schwieriger Zeit und unter schwierigen Bedingungen den ihnen Anvertrauten eine neue Heimat zugeben, haben allzu viele ihre Macht über andere missbraucht und ihnen schwere physische und psychische Verletzungen zugefügt.“ In Berlin sucht ein Runder Tisch von Betroffenen, Heimträgern, Bundestag, Bund, Ländern und Kommunen nach einer Möglichkeit, das Unrecht wiedergutzumachen.

          Die Abgeordneten im hessischen Landtag mussten für die Entschuldigung allerdings zwei wortgleiche Anträge verabschieden. Die CDU hatte sich geweigert, einen gemeinsamen Antrag mit der Linken zu stellen.

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