Bei einer dem Rotlichtmilieu zugeschriebenen Explosion in der Kasseler Innenstadt sind zwei Menschen leicht verletzt worden. Nach Angaben der Polizei detonierte am frühen Nachmittag ein Sprengsatz unter einem Auto und richtete geringen Sachschaden an. Die Hintergründe waren zunächst unklar, für eine politische Tat sprach laut Polizei aber nichts. Die Ermittler vermuten einen „allgemein kriminellen Hintergrund“. Der Tatort liegt in der Nähe einiger Lokale nicht weit vom Kasseler Hauptbahnhof. Auch das Polizeipräsidium ist nur wenige hundert Meter entfernt.
Nach der Detonation unter dem Vorderteil des geparkten Wagens war eine Rauchsäule aufgestiegen. Ein Feuer brach nicht aus. Wegen des Knalls wurden zwei Passanten noch am Tatort wegen Ohrenschmerzen ambulant behandelt. Die Schaufensterscheibe eines Friseurs ging zu Bruch, der Wagen wurde nur leicht beschädigt. Spoiler, Motorhaube und Seitenschweller des schwarzen Chrysler wurden beschädigt, aus dem Motorraum lief Flüssigkeit aus, die von der Feuerwehr beseitigt wurde.
Über die Hintergründe war ebenso wenig bekannt wie über den Sprengsatz. Klar sei nur, dass er nicht groß gewesen sein könne. Sprengstoffspürhunde suchten den Tatort ab, fanden aber keine weiteren Sprengsätze. Dennoch wurde der Tatort weiträumig abgesperrt, bis Experten des Landeskriminalamtes das Gebiet abgesucht hatten. Die Kasseler Kriminalpolizei ermittelt mit Hochdruck. Erster Zeuge war unmittelbar nach dem Anschlag der Besitzer des Chryslers. Er hatte sich in einem Haus in der Nähe aufgehalten.

