Home
http://www.faz.net/-gzm-74bqt
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

„Verwaltungsaufwand zu groß“ Pferdesteuer in Lauterbach offenbar vom Tisch

Lauterbach rückt von einem in Deutschland bislang einmaligen Plan ab: Die Einführung einer Pferdesteuer für Hobby-Reiter ist nun doch kein Thema mehr. Begründung: Der Verwaltungsaufwand ist zu groß.

© dpa Vergrößern Finanzquelle Reitpferd: Lauterbach wäre die erste Kommune in Deutschland gewesen, die die Pferdesteuer eingeführt hätte

Die Einführung der Pferdesteuer ist in Lauterbach mit großer Wahrscheinlichkeit vom Tisch. Der Haupt- und Finanzausschuss strich diese Idee am Montagabend bei seiner Sitzung aus dem Maßnahmenkatalog, um den Haushalt der hochverschuldeten Vogelsberg-Kreisstadt zu verbessern. Am Mittwochabend entscheiden die Stadtverordneten, mit welchen Mitteln gespart werden soll. Die Pferdesteuer ist bei diesen Gedankenspielen aber nun kein Thema mehr.

Lauterbach wäre die erste Kommune in Deutschland gewesen, die die Pferdesteuer eingeführt hätte, wie Thomas Ungruhe von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung am Dienstag sagte. Diskutiert werde aktuell über solch eine Abgabe in Hessen aber noch in Bad Sooden-Allendorf und Hessisch Lichtenau.

„Der Verwaltungsaufwand ist zu groß“

Erwogen worden war in Lauterbach, Pferdehalter mit rund 200 Euro im Jahr zur Kasse zu bitten. Betroffen gewesen wären aber nur Hobby-Reiter, keine gewerblichen Pferdehalter in Zucht oder Landwirtschaft. Die Stadt versprach sich davon Einnahmen von 30 000 Euro jährlich. „Letztlich mangelt es aber an der Umsetzbarkeit. Der Verwaltungsaufwand ist zu groß - das sprach dagegen“, sagte Ungruhe.

Lauterbach muss dringend sparen, um unter den hessischen Rettungsschirm für notleidende Kommunen zu dürfen. Der Hessische Städte- und Gemeindebund hält die Pferdesteuer durchaus für ein Instrument, um Einnahmen anzukurbeln.

Beim Pferdesportverband Hessen trafen die Lauterbacher Pläne auf Proteste: Das Reiten wäre der einzige Sport, der besteuert würde, kritisierte Geschäftsführer Robert Kuypers. Getroffen hätte die Steuer vor allem Nachwuchsreiter. Zwei Drittel der Aktiven sei unter 21 Jahren. Es sei ein Irrglaube, dass viele Reiter wohlhabend seien.

Quelle: LHE

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Hessisch Lichtenau Weihnachtsbaum als Geschenk für arme Stadt

Hessisch Lichtenau ist eine arme Stadt. Einen Weihnachtsbaum mag sie sich nicht leisten. Dennoch steht nun eine Fichte mitten in der Stadt - als Geschenk. Doch wer schmückt den Baum? Mehr

09.12.2014, 13:01 Uhr | Rhein-Main
Pizzabäcker verprügeln bewaffnete Räuber

EIn Pizza-Laden im Süden Italiens, in Ruvo di Puglia, wird von bewaffneten Räubern angegriffen. Es geht um die Kasse mit den Einnahmen, aber die Pizza-Männer setzen sich zur Wehr und fangen bald an, entschlossen mit Tellern zu werfen. Die Räuber flüchten und werden kurz darauf von Polizisten festgenommen. Mehr

10.09.2014, 09:31 Uhr | Gesellschaft
Krankenhauskeime Kampf den multiresistenten Erregern

Antibiotika wirken nicht mehr gegen alle Keime. Zum Schutz der Patienten arbeitet das hessische Gesundheitsministerium mit Kliniken zusammen. Mehr Von Rainer Hein, Darmstadt

12.12.2014, 17:06 Uhr | Rhein-Main
Bahnstreik Verhandlung vor dem Landesarbeitsgericht Hessen

Die Bahn versucht, den Streik gerichtlich zu stoppen. Doch das Amtsgerichts weist die Klage ab. Die Bahn klagt nun vor der nächsten Instanz, dem Landesarbeitsgericht in Hessen. GDL-Chef Claus Weseslky zeigte sich zuversichtlich, auch hier recht zu bekommen. Mehr

07.11.2014, 14:57 Uhr | Wirtschaft
Solidaritätszuschlag Ministerpräsidenten wollen die Soli-Milliarden

Der Solidaritätszuschlag wird noch lange bleiben. Aber die Länder wollen mehr vom Aufkommen haben. Eine Einigung mit dem Bund ist nicht in Sicht. Mehr

06.12.2014, 16:09 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 13.11.2012, 12:47 Uhr

Beamte nicht ausnehmen

Von Ralf Euler

Rund 1500 hessische Polizisten haben in Wiesbaden gegen die Sparpolitik der Landesregierung protestiert. Doch die Nullrunde auch bei den Beamten ist nicht nur unvermeidlich, sondern notwendig. Mehr 4 3