08.03.2010 · Weil er eine Splittergranate und eine Reizgasgranate auf den Balkon eines Hauses geworfen und eine Sprengladung an einer Haustür gezündet hat, hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den sogenannten Bombenleger von Viernheim erhoben.
Die Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen den sogenannten Bombenleger von Viernheim erhoben. Die Ermittler werfen dem 45 Jahre alten Installateur versuchten Mord, Herbeiführen von zwei Sprengstoffexplosionen sowie Verstoß gegen das Waffen- und Kriegswaffenkontrollgesetz vor, wie die Behörde am Montag mitteilte.
Der Mann soll am 19. August vergangenen Jahres im baden- württembergischen Weinheim eine Splitterhandgranate, eine Reizgasgranate und ein Kilogramm Sprengladung auf den Balkon eines Hauses geworfen haben. Das Gebäude wurde erheblich beschädigt.
Seine Wohnung glich einer Festung
Anschließend zündete er im südhessischen Viernheim eine selbst gebaute Sprengladung an einer Haustür in der Näher seiner Wohnung. Dabei entstand am Haus hoher Schaden durch die Detonation. Dann feuerte er aus einem Sturmgewehr auf zwei Autos. Dabei nahm er in Kauf, dass die neunjährige Tochter des Hausbesitzers von Querschlägern hätte verletzt werden können.
Der damals 44-Jährige verschanzte sich anschließend in seiner Wohnung, die er mit Sprengstofffallen und Kameras festungsartig ausgebaut hatte. Erst 28 Stunden später ergab er sich der Polizei. Die Beamten fanden in seiner Wohnung ein Waffenarsenal - darunter ein Maschinengewehr, zwei Maschinenpistolen und etwa 30 Handgranaten. Die Waffen stammten im Wesentlichen aus US-Beständen. Der Mann war früher einmal Wachmann bei einem US-Munitionslager gewesen.
Lohnkürzung als Motiv
Als Motiv für die Attentate nannte der Installateur, er habe für die jeweiligen Hausbesitzer gearbeitet. Diese seien aber mit der Qualität nicht zufrieden gewesen und hätten ihm seinen Lohn gekürzt.