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Verdacht der Untreue Alsfelds früherer Bürgermeister angeklagt

15.08.2008 ·  Die Staatsanwaltschaft Gießen hat den früheren Bürgermeister von Alsfeld, Herbert Diestelmann, wegen Untreue in Millionenhöhe angeklagt. In zehn Anklagepunkten geht es um die eigenmächtige Kreditvergabe aus dem Stadthaushalt an eine teils kommunale Firma, die inzwischen insolvent sei.

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Die Staatsanwaltschaft Gießen hat den früheren Bürgermeister von Alsfeld, Herbert Diestelmann (SPD), wegen Untreue in Millionenhöhe angeklagt. Diestelmann solle sich im Herbst oder Anfang Winter vor einer Wirtschaftsstrafkammer verantworten, sagte Justizsprecher Reinhard Hübner am Freitag.

In zehn Anklagepunkten gehe es um die eigenmächtige Kreditvergabe aus dem Stadthaushalt an eine teils kommunale Firma, die inzwischen insolvent sei. Der Schaden liege hier bei einer Million Euro. Die Firma sollte frühere Militärliegenschaften für Gewerbeansiedlungen nutzbar machen. Für die nacheinander gewährten Kredite habe es weder eine Sicherheit gegeben, noch hätten die zuständigen Gremien der Stadt im Vogelsbergkreis darüber abgestimmt, sagte Hübner.

„36.000 Euro für sich selbst behalten“

In einem weiteren Anklagepunkt geht es um den Ankauf von Bildern für die Stadt. Dabei soll versehentlich zunächst ein zu geringer Preis in Höhe von 36.000 Euro an den Verkäufer überwiesen worden sein. Nachdem dies auffiel, sei der richtige Kaufpreis von 63.000 Euro überwiesen worden, die 36.000 Euro habe Diestelmann in Form eines Schecks zurückerhalten. Das Geld habe er dann aber nicht der Stadt gegeben, sondern für sich selbst behalten, erklärte die Staatsanwaltschaft.

Beim letzten Anklagepunkt geht es schließlich um zwei Zinnkannen, die eine ältere Frau der Stadt zusammen mit weiteren Teilen ihres Vermögens habe vermachen wollen. Diestelmann werde hier vorgeworfen, sich die Kannen habe schenken zu lassen, obwohl sie bereits der Kommune zugesagt gewesen seien.

Diestelmann war im Frühjahr vergangenen Jahres nach zahlreichen Vorwürfen aus dem Amt abberufen worden. Sein Nachfolger ist Ralf Becker (SPD). Er hatte Diestelmann vorgeworfen, Stadtparlament und Magistrat bei wichtigen Entscheidungen übergangen zu haben. Eine Untersuchung der Stadtverwaltung hatte 13 Fälle aufgelistet, in denen Diestelmann rechtlich fragwürdig gehandelt haben soll.

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