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Freitag, 17. Februar 2012
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Universität Gießen Forscher verzichten auf Tests mit Gen-Mais

08.04.2008 ·  Anders als geplant wird die Universität Gießen dieses Jahr keine Versuche mit gentechnisch veränderten Maissorten in Ebsdorfergrund machen. Ob es geplante Versuche in Groß-Gerau geben wird, ist offen. 2007 war ein Feld mit Gen-Mais in Gießen verwüstet worden.

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Anders als geplant wird die Universität Gießen in diesem Jahr keine Versuche mit gentechnisch veränderten Maissorten in Ebsdorfergrund-Rauischholzhausen machen. Der Universität, die in Rauischholzhausen einen Lehr- und Versuchsbetrieb führe, sei weiterhin an einer guten Nachbarschaft zur Gemeinde Ebsdorfergrund gelegen, teilte die Universität mit. Für dieses Jahr werde sie deshalb - in Abstimmung mit dem Bürgermeister von Ebsdorfergrund und dem Bundessortenamt - die sogenannten Wertprüfungen aussetzen. Bürgermeister Andreas Schulz (SPD) war nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Gegen die Aussaat von gentechnisch veränderten Maissorten hatte es in der Vergangenheit immer wieder Proteste gegeben. Kritiker befürchten, dass sich die Samen der Pflanzen unkontrolliert ausbreiten. Im vergangenen Mai hatten Unbekannte ein Feld mit Gen-Mais in Gießen verwüstet. Sie zerschnitten den Zaun um das Feldgrundstück und hackten einen großen Teil der Pflanzen aus. Die Zerstörung setzte dem Versuch ein Ende. Damals waren 63 Maissorten angepflanzt worden, davon waren acht gentechnisch verändert.

Tests an verschiedenen Orten in Deutschland

Die Aussaat für die Tests mit den gentechnisch veränderten Maissorten sollten nach früheren Angaben der Universität in diesem Jahr zwischen Ende April und Anfang Mai erfolgen. In Rauischholzhausen sollten demnach etwa 65 Maissorten - darunter maximal sechs gentechnisch veränderte - ausgesät werden; im südhessischen Groß-Gerau sollten etwa 120 Sorten, darunter etwa zwölf gentechnisch veränderte, getestet werden. Ob es die Versuche in Groß-Gerau geben wird, ließ die Universität am Dienstag offen.

Das Gießener Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung führt die Wertprüfungen im Auftrag des Bundessortenamts in Hannover durch. Die Pflanzen sollen unter anderem auf ihre Widerstandsfähigkeit gegen Schädlinge und Krankheiten getestet werden. Die Tests werden jedes Jahr und an verschiedenen Orten in Deutschland gemacht, um das Verhalten neuer Sorten und unterschiedlichen Bedingungen zu prüfen.

Proteste von Gentechnik-Gegnern in Gießen halten an

Gentechnikgegner halten derweil weiter ein Versuchsfeld der Universität Gießen besetzt. „Wir werden solange bleiben, bis die Universität uns glaubhaft versichert, dass dieses Feld nicht mehr für Gentechnik verwendet wird“, sagte ein Besetzer am Dienstag in Gießen. Auf dem Acker soll nach Angaben der Demonstranten das dritte Jahr in Folge gentechnisch veränderte Gerste ausgesät werden. Noch fünf der ursprünglich rund 20 Besetzer seien da. Die Gentechnikgegner hatten am Montag vergangener Woche mehrere Zelte auf der Parzelle aufgebaut.

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