Mit einer geplanten Investitionssumme von rund 400 Millionen Euro ist es eines der Großprojekte, mit denen die Landesregierung in Nordhessen wirtschaftliche Impulse setzen möchte. Auf dem Gelände der Staatsdomäne Beberbeck bei Hofgeismar soll auf fast 900 Hektar ein Ferien-Resort mit Hotels und Freizeiteinrichtungen, vor allem für Golf-, Wellness-, Sport- und Aktivurlauber, aber auch mit Konferenz- und Tagungsangeboten, entstehen.
Von bis zu 7.100 Betten und rund 1.000 Arbeitsplätzen war zuletzt die Rede, aber die Suche nach einem privaten Investor – das Land will nur 30 Millionen Euro für die Erschließung des Geländes beisteuern – ist in den vergangenen fast vier Jahren erfolglos geblieben.
„Vorhaben passt nicht in die Landschaft“
Während die von CDU und FDP geführte Landesregierung die Frist für die Suche nach einem Geldgeber noch einmal, bis zum Ende des nächsten Jahres, verlängert hat, fordern Grüne, SPD und Linke im Landtag, sich von dem „Wolkenkuckucks-Resort“ zu verabschieden. Ein Investor für ein solches Projekt werde sich auch in den nächsten 15 Monaten nicht finden lassen, sagte der tourismuspolitische Sprecher der Grünen, Kai Klose, gestern in Wiesbaden. Die 30 Millionen Euro sollten besser zur Förderung einer mittelstandsorientierten Fremdenverkehrsstruktur in der Region nördlich von Kassel und vor allem für ein überzeugendes Werbekonzept genutzt werden.
„Dieses Vorhaben passt buchstäblich nicht in die Landschaft“, äußerte der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, der Kasseler Uwe Frankenberg. Die Pläne für Beberbeck müssten auf ein ökonomisch und ökologisch verträgliches Maß reduziert werden.
Reizvolle Landschaft
Unterstützt wurden die Abgeordneten vom Sprecher des Aktionsbündnisses gegen das „Mammutprojekt“ Beberbeck, Hermann-Josef Rapp. Mit der Festlegung auf ein Vorhaben, das mit „dem größten Landschaftseingriff in der hessischen Geschichte“ verbunden wäre, drohe nicht nur ein wirtschaftliches Desaster, es würden auch viele Chancen verspielt. „Wir brauchen nicht einen Investor, wir brauchen 500 Investoren.“ Nordhessen, das „Märchenland der Brüder Grimm“, habe viel Einzigartiges zu bieten, sagte Rapp.
Dort gebe es eine reizvolle Landschaft mit seltenen Tieren („Wolf und Wildkatze und bis vor kurzem sogar noch einen Elch“), ausgezeichnete Voraussetzungen für Rad-, Kanu- und Reittourismus, Bürger, Schlösser und Fachwerkstädte sowie den Tierpark Sababurg. „Diese Kostbarkeiten darf man nicht einfach dem Massentourismus zum Fraß vorwerfen.“

