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Tibeter-Oberhaupt in Frankfurt Der Dalai Lama und die „Kunst des Lebens“

30.07.2009 ·  Der Dalai Lama hat in Frankfurt mit einer viertägigen Vortragsreihe zur „Kunst des Lebens“ begonnen. Das geistliche Oberhaupt der Tibeter sprach vor tausenden Anhängern über die Lehre des Buddhismus. Tags zuvor hatte ihn Ministerpräsident Koch empfangen.

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Der Friedensnobelpreisträger und geistliches Oberhaupt der Tibeter, Dalai Lama, hat am Donnerstag in Frankfurt mit einer viertägigen Vortragsreihe zur „Kunst des Lebens“ begonnen. Vor mehreren Tausend Anhängern hielt der Buddhist einen Vortrag zur Lehre dieser Religion, der in Deutschland unter dem Dachverband der Deutschen Buddhistischen Union rund 27.000 Menschen angehören. Nach Schätzungen gibt es 250.000 buddhistische Gläubige hierzulande.

Der Dalai Lama wird sich in den ersten beiden Tagen der Vermittlung der buddhistischen Lehre widmen. Am Wochenende geht es bei Diskussionen mit Wissenschaftlern um aktuelle Themen wie menschliches Handeln in Wissenschaft und Wirtschaft. Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) würdigte in einem Grußwort den Dalai Lama als einen Mann, der sich unermüdlich für die Lösung des Tibet-Konflikts mit China einsetzte. Die Stadt sei voller Sympathie für das geistliche Oberhaupt der Tibeter, „der den Kampf um Frieden symbolisiert“, versicherte sie.

Weißer Schal als Zeichen der Verbundenheit

Zum Auftakt des mehrtägigen Besuchs des Dalai Lama in Hessen hatte Ministerpräsident Roland Koch (CDU) gestern seiner Hoffnung Ausdruck verliehen, dass dessen beharrlicher und friedlicher Einsatz für ein kulturell selbstbestimmtes Leben der Tibeter letztlich erfolgreich sein wird. Für viele Menschen und für ihn persönlich sei der Dalai Lama derjenige, der ausschließlich friedlich auf die Lage in Tibet aufmerksam mache. In diesem Einsatz habe das geistliche Oberhaupt der Tibeter, dem es nicht um einen eigenen, von China losgelösten Staat gehe, die Sympathie der Hessen und aller Deutscher, sagte Koch, der den Dalai Lama seit langem kennt. Mit großer Besorgnis registriere er zurzeit, dass in China auch den Uiguren nicht die Freiheit gewährt werde, ihre eigene Kultur zu leben, fügte Koch hinzu.

Gemeinsam mit gut 100 Menschen hieß der Ministerpräsident das geistliche Oberhaupt der Tibeter vor dem Kempinski Hotel im Neu-Isenburger Stadtteil Gravenbruch willkommen. Als Zeichen der Verbundenheit legte der 74 Jahre alte Dalai Lama Koch einen weißen Schal um. Er wies überdies auf die drängenden Umweltsorgen in Tibet und der ganzen asiatischen Region hin, die angepackt werden müssten. Zum Stand politischer Gespräche mit der chinesischen Führung wollte er sich nicht näher äußern.

Von heute bis Sonntag wird der Dalai Lama in der Frankfurter Commerzbank-Arena sprechen, danach reist er nach Marburg weiter, wo ihn die Universität am Montag mit der Ehrendoktorwürde auszeichnen will.

Blick auf das Wesentliche lenken

Der Dalai Lama ist auf Einladung der Deutschen Buddhistischen Union sowie zweier in Frankfurt ansässiger Zentren, des Tibethauses Deutschland und der Pagode Phat Hue, nach Deutschland gekommen. Heute und morgen will er in der Commerzbank-Arena einen wichtigen buddhistischen Text interpretieren, am Samstag spricht er dann in Podiumsdiskussionen mit mehreren Wissenschaftlern etwa über Wirtschafts- und Umweltethik sowie über Hirnforschung. Die Veranstaltungen, die am Sonntag mit einem Gespräch mit dem Benediktiner Anselm Grün und einem Abschlussvortrag des Dalai Lama enden, sind noch nicht ausverkauft.

Ihm komme es vor allem darauf an, Menschen zu zeigen, wie sie Glück und inneren Frieden gewinnen könnten, sagte der Dalai Lama gestern. „Alle Menschen haben dieses Potential.“ Außerdem wolle er die religiöse Harmonie fördern. Er warb für ein „wahres Mitgefühl“, das nicht nur Freunden gelte, sondern auch Gegner einschließe.

Vajramala, die Vorsitzende der Deutschen Buddhistischen Union, sagte, der Besuch des Dalai Lama könne dazu beitragen, dass Menschen wieder den Blick auf das Wesentliche lenkten, jenseits kultureller oder ethnischer Unterschiede. Er könne Wege zu einem sinnerfüllten und glücklichen Leben zeigen.

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