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Tatendurstiger Roland Koch Aus dem Bunker

29.02.2008 ·  Roland Koch ist zurück. Nicht, dass er jemals weg gewesen wäre. Aber bislang hat er sich kaum in die Regierungsbildung eingemischt. Das soll jetzt anders werden.

Von Ralf Euler
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Roland Koch ist wieder da. Viereinhalb Wochen nach der Landtagswahl hat sich der Ministerpräsident und CDU-Landeschef mit einem fulminanten Auftritt zurückgemeldet. Nicht, dass er jemals ganz von der Bildfläche verschwunden gewesen wäre, denn natürlich hat er die laufenden Geschäfte des Landes auch nach seiner Wahlniederlage am 27. Januar weitergeführt, aber in Sachen Regierungsbildung war von Koch seitdem kaum etwas zu hören gewesen. So wenig, dass sich sogar sein persönlicher Freund und Wunschkoalitionspartner, der FDP-Vorsitzende Jörg-Uwe Hahn, in dieser Woche genötigt sah, ihn aufzufordern, endlich „aus dem Bunker“ zu kommen.

Die Pressekonferenz, die Koch im Landtag vor rund 80 Journalisten, Fotografen und Kameraleuten hielt, hatte denn auch vor allem eine Botschaft: Ich bin zurück und bereit zu kämpfen – zum Wohle Hessens und der CDU. Nachdem er in den Tagen unmittelbar vor und nach der Landtagswahl gesundheitlich stark angeschlagen war, strotzte Koch vor Selbstbewusstsein und Tatendrang. Seine Vorstellungen zur politischen Zukunft Hessens trug er in einem knapp fünfundvierzigminütigen Monolog in altbewährter Manier vor: klar strukturiert, geschliffen formuliert und rhetorisch kraftvoll. Und er bot den im Wahlkampf noch als Kommunistenfreunde geschmähten Grünen ein Bündnis unter seiner Führung an.

„Man kann nicht einfach sagen: Ich hab' keine Lust mehr“

Sollte es bei ihm Selbstzweifel geben, dann ließ Koch sie sich jedenfalls nicht anmerken. Das Wahlergebnis empfinde er zwar als „bitter“, aber noch sei die Union immerhin stärkste Partei im Land und er trage als Regierungschef eine große Verantwortung. „Da kann man nicht einfach sagen: Ich hab’ keine Lust mehr.“ Er wolle nun seinen Beitrag dazu leisten, dass „hessische Verhältnisse“ nicht dauerhaft zu einem Schimpfwort würden.

Fast hätte man ob solcher Worte den Eindruck gewinnen können, da sitze ein Wahlsieger und keiner, der mit seiner Partei zwölf Prozentpunkte verloren hat. Die Frage, ob er glaube, eine Mehrheit der Hessen wolle ihn noch als Regierungschef, beantwortete Koch ausweichend. Es gebe „keine moralischen und gefühlten Mehrheiten“, sagte er. Ämter würden erst übergeben, wenn es eine politische Mehrheit dafür gebe. „Das Friedensstiftende an der Demokratie ist das Gesetz der Zahl.“

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Jahrgang 1960, Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Wiesbaden.

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