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Streit um die Pläne des Bistums Auferstehungskirche soll abgerissen werden

18.07.2009 ·  Seit 2002 ist bekannt, dass die Auferstehungskirche ein Sanierungsfall ist. Aus Kostengründen soll das Gebäude nun abgerissen werden. Die Bagger rücken schon bald an, doch im Ort regt sich Widerstand.

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In einem sanft ansteigenden Tal am Fuße des Hochspessarts liegt Sailauf umgeben von Wäldern, Streuobstwiesen und Feldern. Doch die Idylle trügt. In dem Ort mit seinen 3700 Einwohnern hat ein Kirchenstreit Gräben aufgerissen, nachdem bekannt wurde, dass die 1971 errichtete Auferstehungskirche abgerissen werden soll. Von Unwahrheiten, Zwietracht, Rufschädigung und gar Teufelswerk ist die Rede. Ein CSU-Gemeinderat lässt den Beschluss durch seinen Anwälte anfechten, da dieser rechtswidrig sei. 400 Menschen unterzeichneten einen Appell zum Erhalt des Gotteshauses. Doch aller Protest scheint vergeblich. Am Mittwoch sollen die Bagger anrücken. Im Mittelpunkt der Kritik steht Pfarrer Klaus König, dem ein Teil der 2100 Katholiken vorwirft, die Sanierung der Kirche nicht vorangetrieben und den Abrissbeschluss nicht verhindert zu haben.

König wird die Gemeinde Ende August verlassen. „Ich bleibe auf der Kommandobrücke, bis der Abriss beendet ist. Anschließend räume ich das Feld“, sagt er. Er äußert zwar Verständnis für die Wut und meint, der Schock sei wohl deshalb so groß, weil man die Kirche mit Dauerhaftigkeit gleichsetze. Gestern hat der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann auf die Auseinandersetzung reagiert und in einem Brief an die Pfarrei um Verständnis für die Entscheidung geworben, „zu der es nach Abwägung aller Argumente leider keine Alternative gibt“. Er kündigte an, dass die Diözese auf dem Platz der bisherigen Kirche „eine würdige Form der Erinnerung“ schaffen wolle.

Diözese: Sanierung zu teuer

Schicksalstag für die Auferstehungskirche war der 16. Januar 2009: An diesem Tag erfuhren die Mitglieder der Kirchenverwaltung und der Pfarrer bei einem Gespräch in Würzburg, dass die Diözese keinen Cent für die Sanierung des Gotteshauses ausgeben wird, dessen Dach wegen durchnässter Leimbinder einsturzgefährdet ist. Das Bau- und Kunstreferat des Bistums legt den baldigen Abriss des Kirchenbaus nahe.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatten die Sailaufer noch an eine Renovierung der Auferstehungskirche geglaubt. Angesichts der finanziellen Situation sei ein Abriss jedoch „die vernünftigste Lösung“, sagt Pressesprecher Bernhard Schweßinger. Da sich die Diözese bereit erklärte, die Abbruchkosten in Höhe von 280.000 Euro zu übernehmen, folgte die Kirchenverwaltung der Empfehlung des Bistums. Am 11. März wurden die Reliquien entfernt und Bischof Friedhelm Hofmann verfasst eine Profanierungsurkunde. Die Gläubigen erfahren erst von einem Anschlag an der Kirchentür, dass die Auferstehungskirche kein sakraler Raum mehr ist. Hauptkirche ist nun die barocke Vituskirche in Sailauf, die vor kurzem für 1,2 Millionen Euro erneuert worden war.

Kurz danach beginnt die Demontage. Kirchenbänke werden zerlegt und die Orgel abgebaut. Geschockt sind die Gläubigen, als die Christus-Statue angeschnallt auf einer Lastwagen-Pritsche abtransportiert und Beichtstuhl oder Taufbecken einfach zerschlagen werden. Sie fühlen sie sich in ihrem religiösen Gefühl verletzt.

Viele Katholiken äußern Unverständnis für die Abriss-Entscheidung nicht nur, weil sie dort ihre Kommunion und später das Sakrament der Firmung empfingen, sondern auch weil die Auferstehungskirche seinerzeit mit den Spenden und freiwilligen Arbeitsleistungen vieler Gemeindemitglieder errichtet wurde. Von „Herzblut“ ist die Rede und von einer engen Verbundenheit an den modernen, futuristisch anmutenden Betonbau, der im Ortsbild eine exponierte Stellung einnimmt und der als eine architektonische Besonderheit in der Diözese gilt.

Seit 2002 war bekannt, dass das Gotteshaus ein Sanierungsfall ist. An Ostern 2008 sperrte der Pfarrer aus Sicherheitsgründen die Kirche, weil dicker Schnee lag, und verlegte die Ostermesse ins Pfarr- und Jugendzentrum. Am 1. November wird der letzte Gottesdienst in der Auferstehungskirche gefeiert. Das bischöfliche Bauamt gibt die Kosten für eine Sanierung von Dach, Heizung und Betonstruktur mit 1,5 Millionen Euro an. Diese Summe wird von den Abrissgegnern angezweifelt. Sie sind überzeugt, die Reparatur des Kirchendachs sei billiger als der Abriss. Nach ihren Vorstellungen könnte der markante Betonbau als Konzerthalle oder Museum genutzt werden. Doch die Diözese hält an ihren Plänen fest. „Die Entscheidungen sind gefallen. Der Prozess ist für alle Beteiligten sehr schmerzlich, aber nicht mehr zu stoppen“, sagt Schweßinger.

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