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Steuerbetrugsprozess Zeuge: Wolski und Mandantin eng verbunden

14.01.2010 ·  Der wegen millionenfachen Steuerbetrugs angeklagte Anwalt Michael Wolski und seine reiche Frankfurter Mandantin waren nach den Worten des Schwiegersohns der Frau eng miteinander verbunden. Wolski ist Ehemann einer Richterin am Staatsgerichtshof.

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Der wegen millionenfachen Steuerbetrugs angeklagte Anwalt Michael Wolski und seine reiche Frankfurter Mandantin waren nach den Worten des Schwiegersohns der Frau eng miteinander verbunden. Einmal habe er das Sakko des 61 Jahre alten Angeklagten im Haus seiner Schwiegermutter gefunden und Geräusche aus deren Schlafzimmer gehört. „Da habe ich zwei und zwei zusammengezählt“, sagte der 56 Jahre alte Zeuge im Prozess vor dem Landgericht Darmstadt. Zudem habe seine Schwiegermutter kein Geheimnis daraus gemacht, dass sie die Freundin des 26 Jahre jüngeren Wolski sei.

Der Vorsitzende Richter Rainer Buss zitierte aus zwei Briefen der Frankfurterin an den „lieben Michael“: „Ich werde immer für Dich da sein“, hieß es da. „Mein Herz hast Du ja bereits.“

„Eine Geisel Wolskis“

Von 1999 an sei Wolski „mit ganzer Wucht ins Leben der Familie eingetreten“, sagte der Schwiegersohn und Arzt weiter. Wolski habe nach und nach an Macht über die Firma der Frankfurterin sowie über die Frau selbst erlangt. „Ab dem Moment, wo er Kontrolle über meine Schwiegermutter erlangt hatte, verfügte er über die Familie.“ Diese sei eine Geisel Wolskis gewesen. „Von da an ist ein Alptraum eingetreten, in dem die Familie bis heute lebt.“

Die Frankfurterin - sie ist heute 87 Jahre alt - habe sich auch privat mit dem Anwalt gezeigt. Von der Frau soll Wolski Zuwendungen in Millionenhöhe erhalten haben. Der Ehemann der Staatsgerichtshof-Richterin Karin Wolski steht seit Ende Oktober vor Gericht. Er soll zwischen 1999 und 2003 Einkommen- und Umsatzsteuer von fast 2,6 Millionen Euro hinterzogen haben. Der 61-Jährige war nach einem Selbstmordversuch eine Zeit lang nicht verhandlungsfähig. Wolski widersprach dem Zeugen. Der 56-Jährige handele aus Rache gegen ihn und arbeite mit Diffamierungen.

Zeuge: „Zuwendungen“ für den Angeklagten

Der Zeuge berichtete detailliert über das Verhältnis zwischen den Familienmitgliedern der vermögenden Frankfurterin. Das sei gut gewesen, bis Wolski ins Leben der Frau trat und diese ihren kranken Ehemann „abgeschoben“ habe. „Der saß im Pflegeheim, wurde abgeschirmt und durfte keinen Besuch empfangen, damit er nichts merkt.“ Unterdessen habe Wolski die Firmengeschäft übernommen. Laut dem Zeugen sei Anfang dieses Jahrzehnts kein Schriftstück mehr aus der Firma gegangen, dass der Anwalt nicht verfasst habe.

Der 56-Jährige erzählte zudem von „Zuwendungen“, die der Angeklagte von der Frankfurterin bekommen habe. Darunter seien ein Ferrari und ein Haus auf Mallorca gewesen, das auf den Namen von Wolskis Ehefrau Karin eingetragen worden sei. Karin Wolski habe zudem Teppiche und Gemälde aus einer Wohnungsauflösung der Frankfurterin entgegengenommen.

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